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Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da-Fosen 2024

Nach so einem Tag in den Pilzen folgt selbstverständlich, ja was wohl, ein weiterer Tag in den Pilzen.

Nach unserer gestrigen Tour gab es da noch diese eine Stelle, die wollten wir unbedingt näher in Augenschein nehmen. Also passende Klamotten an und rein ins Auto, ab geht die Fahrt über die Insel.

Mhmmm, wo war das nochmal? Diese Kurve? Nein. Dann die nächste? Leider auch nein. Gucken und hoffen und dann jau, das war es doch. Eimerchen in die Hand, Messer sind gewetzt, also machten wir uns an den doch recht steilen Aufstieg. Leider führte uns der eingeschlagene Pfad sozusagen hinterrücks an den Pilzen vorbei und wir landeten mit ziemlich nassen Hosen dank des hohes. Grases wieder auf der Straße. Na gut, also dann die steile Wand hoch, hilft ja Nix.

Mit ein wenig Unterstützung schaffte ich es auch mit meinen kurzen Beinen bis nach oben und da breitete sich förmlich der Pfifferlingshimmel vor uns aus. Links, rechts, vorne, hinten, gelbe kleine Gestalten die sich überall, mit viel Begeisterung natürlich unter den tiefhängenden Tannenzwiegen, ausbreiteten.
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Mareiko, genannt Hase, war wie im Tunnel und hoppelte bereits los, als eine hinterlistige Wurzel ihn zu Fall brachte. Zum Glück erstmal alles heile geblieben und nicht abgestürzt. Also los, sammeln was das Zeug hält. Mit Kapuze auf dem Kopf und mehr rückwärts als vorwärts arbeitete ich mich durch das Tannendickicht, während Mareiko mit seinen langen Armen alles Erreichbare von jenseits der Tannen einsammelte. Schließlich der vorsichtige Rückzug. Erstmal Pilze sichern, dann wieder runterklettern zum Auto. Pilze, Check! Wir, total verlottert und voll mit Wald. Von der Wehrhaftigkeit der Tannen kann sich im Hinblick auf Weihnachten noch so mancher Weihnachtsbaum eine Scheibe abschneiden.

Zuhause wartete natürlich das übliche Spiel, Pilze putzen, einen Teil zum Trocknen fertig machen und welche einfrieren. Alles prima.

Einen Snack hatten wir auch, Arrancini, panierte und frittierte Risottobällchen, gefüllt mit den Resten der Pilze vom Vortag. Lecker…

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Im Verlauf zeigte sich bei Mareiko, dass die eine Hand doch in Mitleidenschaft gezogen worden war durch den Sturz und so war er für den Rest des Tages leider ziemlich eingeschränkt. Reichlich Schmerzgel macht ihn bis morgen hoffentlich wieder fit und seine Hand wieder angelfertig.

Abends sollte es Schweinshaxe geben, die hatte uns im Laden so angelacht. Also wurde die schön angesetzt und bekam ihr drei Stunden im heißen Gewürzbad, wo sie vor sich hinköcheln konnte. Danach die Haut vorschriftsmäßig rautenförmig einschneiden und noch für eine Stunde ab ins Rohr. Mit der Soße und dem Grünkohl ein Gedicht.

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Auch wenn sie ordentlich Wumms hatte und wir zur Sicherheit zwei Wasserflaschen mit am Bett genommen haben;-))
 
da geht es euch ja gut auf Fosen, vielen Dank fürn Bericht trotz Angel-und Essenstreß.
wir hatten mal die vielen Pfifferlinge auf der Fußbodenheizung im Bad in 2 Tagen getrocknet.
Geile Idee, werd ich an die Chefin weitergeben. Wolfgang, kurze Frage dazu: Pfiffis trocknen macht Sinn und schmeckt?
 
getrocknete Pfiffis schmecken gut in Soßen und Suppen, Lasagne und auch in Risotto, bleiben etwas fester aber mit guten Geschmack.
 
Eins mal vorne weg: unser slowakischer Guide Peter (auch wenn wir seine Revierkenntnisse nie in Anspruch nehmen) versorgt uns hier täglich mit leckeren Köstlichkeiten wie Seelachssalat, Fischsalat in Mayonnaise, Fiske Boller und heute gibt es Heilbuttsuppe. Das grenzt fast an Halbpension.

Heilbuttsuppe, warum Heilbuttsuppe? Weil er mit seiner Truppe gestern einen Heibutt von 1,20m gefangen haben. Und wir? Ja wir waren auch angeln, Leng sollte es geben, Wellen haben wir getrotzt. Und was hat es gebracht? Nichts, null Komma null. Wir gehen lieber wieder Pilze suchen, da sind wir erfolgreicher.

Mein Kumpel Mario mit seiner Truppe waren ebenfalls wesentlich erfolgreicher als wir und haben uns dann aus Mitleid 3 Makrelen geschenkt.

Makrele wurde zu lecker Ceviche als Vorspeise verarbeitet.
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Inga hatte die Tage zuvor schon Fischkarkassen (von wirklich selbst gefangenen Fischen, nicht aus der Bütt) ausgekocht und gestern als Grande Finale eine leckere Fischsuppe gezaubert.
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Also wenn du nur halb so gut angelst ,wie du kochst, dann habt ihr nach ein paar Stunden eure max. Filetmenge zusammen, wenn ihr raußen wart.
 
Da will ich mal unser Wochenende zusammenfassen und auf den Punkt bringen. Der Samstag war, wie dem geneigten Leser aufgefallen sein mag, nicht unser erster Pilztag. Dank des Wetters waren wir wieder, ähnlich dem gestiefelten Kater, mit Gummistiefeln und dicken Jacken bewaffnet, mit Eimern und Messern zu einer neuerlichen Fahrt über die Insel bereit.

Jede noch so kleine Straße, jeder Abzweig, jede größere Einfahrt wurde auf die Pilzigkeit untersucht. Dabei waren auf jeden Fall viele schöne Eindrücke.

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Insgesamt waren es am Ende 11.000 Schritte aber nur wenige Pilze. Na egal, auffädeln auf die Dekoschnur die einen, ab in den Backofen die anderen. Am Ende sind alle hoffentlich rascheltrocken und können so den Heimweg antreten.

Zu Essen gab es Hefeklöße, lecker mit Heidelbeeren und zerlassener Butter. Jede Bewegung ist danach leider unmöglich, aber glücklich machen sie. Den Teig hatten wir sicherheitshalber in der Dusche platziert, damit er nicht unsere Küche verwüstet, zum Glück hat das Tuch ihn gebremst…;-)

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Abends gab es zum Kniffeln noch ein wenig Ceviche.

Der Sonntag stand dann wieder im Zeichen des Fisches, das „Wir-ziehen-und-warm-an-mit-allem-was-wir -haben“-Spiel ist ähnlich wie beim Pilzesuchen. Nur eben anders.

Rauf aufs Boot, ab aufs Wasser. Gemeinsam mit nem Kumpel der mit Familie ebenfalls hier im Nachbarhaus wohnt. Unterschätzt hatten wir vielleicht ein wenig die Dünung. Wenn das Nachbarboot immer wieder verstecken spielt und mal da, mal weg ist, ist das für mich schon ein wenig herausfordernd. Nicht so sehr für den Magen, aber mir gefällt weniger Welle auf jeden Fall besser.

Der Tag lässt sich zusammenfassen wie folgt:

Gefühlte 100 Stellen angefahren und ausprobiert, mit Sprit haben wir nicht gespart, zig verschiedene Köder drangebaumelt (Pilker in verschieden Farben und Gewichten, Bergmänner, Gummifische in allen Variationen, Fischfetzen, Zoom-Würmchen…) alle möglichen Tiefen waren ebenfalls dabei, nach knapp 6 Stunden sind wir vollkommen erfolglos zurück in den Hafen gefahren.

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Das einzig Gute daran war, so schnell fertig im Hafen waren wir selten.
Ein kurzer Ausflug auf den Berg hinter unserem Haus ließ noch Raum zum Seele baumeln und den Blick über die Weite schweifen lassen.

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Dann ab nach Hause, lecker Makrelenchips ausbacken,

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noch etwas den Würfelbecher schwingen und dem Legolambo weiter auf die Sprünge helfen.

In der Hoffnung, dass wir das Angeln nicht gänzlich verlernt haben, warten wir mal auf die nächsten Tage und harren der Dinge, oder im besten Fall Fische, die da kommen mögen.
 
Gefühlte 100 Stellen angefahren und ausprobiert
Was sagt denn das Echolot?
Im Herbst vor zwei Jahren waren wir in etwa der Gegend mal spaßhalber mit dem Boot raus - Echolot leer, nur ein paar Zufallsfische. Und sowieso unangenehmer Wind.
— -
Rettung, wie gesagt, schöne Wittlinge von der Mole, da dann plötzlich auch ein Monsterpollack dabei.
 
Was sagt denn das Echolot?
Im Herbst vor zwei Jahren waren wir in etwa der Gegend mal spaßhalber mit dem Boot raus - Echolot leer, nur ein paar Zufallsfische. Und sowieso unangenehmer Wind.
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Rettung, wie gesagt, schöne Wittlinge von der Mole, da dann plötzlich auch ein Monsterpollack dabei.
Hi Blaumeise,

Soll nicht arrogant klingen, aber ich war die letzten 15 Jahre 2 bis 3 mal zu allen Jahreszeiten hier vor Ort. Dieses Jahr ist speziell, es ist in der 10km Zone einfach kein Fisch da. Weder vom Boot auf dem Echolot, noch vom Ufer (außer vielleicht fingerlangen Wittlingen, die trotz Ausdauer auch ihre Verwandtschaft scheinbar derzeit in den Spanienurlaub geschickt haben).

VG
Bunny
 
Aber trotz der aktuellen Fischarmut lassen wir uns nicht unterkriegen und haben einen wunderschönen Urlaub (vielleicht schonmal als Eingewöhnung auf eine Senkung der Fangquote 😂).

Am Montag hatten wir uns für Pilzsafari entschieden. Eine schöne bunte Mischung ist hier heraus gekommen. Auch die ersten Steinpilze konnten wir in der Artenvielfalt unter ein paar Tannen am Wegesrand endlich abhaken.
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Abends gab es noch das Highlight des Urlaubs, endlich ein paar Wolkenlücken und schon tanzten die Nordlichter am Himmel.
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Am Dienstag ging es dann aufs Wasser. Fische wurden gesucht und schlussendlich auch gefunden. Eine bunte Kiste kam am Ende heraus, keine Ausnahmefische (daher auch die Fotos vergessen), aber eine schöne Palette norwegischer Köstlichkeiten.

Lecker Drinks gab es am Abend: eine Mischung von frischen Blaubeeren mit Lillet und Tonic gespritzt. Lecker…
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Der Lambo nimmt auch weiter Form an.
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Und die Inga wuselt in der Küche. Hatten wir doch von Peter frisch gefangene Tachenkrebse bekommen.
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Das riecht sowas von lecker. Dazu aber mehr von der Köchin selbst. Später oder morgen, wir sind ja im Urlaub 🤣
 
Ja was hat es denn mit den Taschenkrebsen nun auf sich? Die wurden in köstliche Chili Crabs verwandelt. Dazu eine Würzpaste mit ordentlich Wumms zusammenmixen.

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Dann anbraten, mit Brühe und diversen asiatischen Wundersaucen aufgießen, Krebsscheren und Beine rein, köcheln und dazu dann Basmatireis.

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Nachteil, eine Renovierung hat sich fast nahtlos angeschlossen, aber die Sauerei hat sich gelohnt.

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Am Donnerstag wollten wir es denn noch einmal mit dem Angeln versuchen. Im Vallersund gab es noch ungeteste Stellen. Tja, auch hier ging diesmal für uns nichts. Den Arsch haben wir dreimal richtig nassbekommen, den Fisch brachte es leider nicht. Wobei, Mareiko konnte dann doch noch einen schönen Dorsch verhaften, als Abschluss besser als Nix.

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Ganz toll waren noch die Nordlichter, das erste Mal auch für uns in Rot. Die anderen Abende gab es ja wenig Chancen, dank der üppigen Wolkenlage.

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Nach lecker zweierlei Sashimi wurde der letzte Abend in die Fertigstellung unseres Lego-Projekts investiert. Und der Einsatz wurde um 02:30 dann belohnt, der Lambo ist fertig geworden und wir ins Bett geplumpst.

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Am Freitag wurde fleißig abgetackelt, das Haus gewienert und das Auto beladen, nachts geht es los gen Heimat…
 
Hallo Ihr Beiden :wave:
Wahrscheinlich sitzt Ihr schon mit einem coolen Drink auf der Fähre. Dankeschön für Eure tolle Liveschalte, hat Spaß gemacht. :dankeschoen:
Kommt stressfrei nach Hause! :a020:
 
Vielen Dank für den klasse Bericht und die tollen Bilder, hat grossen Spaß gemacht.
 
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