3.8. 2026, Sooke
Langes Augustwochenende, Montag war Feiertag, da sollte doch ein Angeltrip drin sein! War aber windig bis zum Montag. Dachte schon ich muesste solo raus aber mein Sohn Alex hatte ausnahmsweise auch mal dienstfrei und freute sich auf einen Lachstrip. Man haette auch mal Heilbutt probieren koennen, da die Gezeiten relativ gemaessigt waren, aber Alex wollte lieber Lachsaction.
Wir wollten ziemlich frueh los denn ich wollte an der Sooke Prestige Bootsrampe einlassen und dort gibt es nur etwa 20 Anhaengerparkplaetze und ich erwartete viel Betrieb. Seit 1. August konnte man nun endlich auch wieder einen Chinook vor der Suedinsel behalten â wenn auch nur bis 75 cm Laenge. Und einige Cohosschwaerme sollten sich vor Sooke herumtreiben. Das wuerde die lokale Anglerschaft aufâs Wasser ziehen!
Wir waren um 7:30 Uhr an der Rampe und ich bekam doch tatsaechlich den letzten der grossen Anhaengerplaetze. Glueck gehabt! Dann duesten wir den kurzen Weg aus dem Sooke Fjord heraus und dann Richtung Westen. Wir sahen viele Boote schon die bekannten Stellen vor dem Sooke Harbour und Secretary Island bearbeiten. Ich wollte weit nach Westen um von der Flotte wegzukommen. Am Otter Point war auch ne Menge los und wir fuhren gleich weiter und hielten erst nach insgesamt 20 Minuten bei Muir Creek an. Auch hier waren vielleicht 10 andere Angelboote unterwegs aber die verteilten sich gut. Als eingespieltes Team hatten Alex und ich ruckzuck zwei Ruten im Wasser und wir schleppten Richtung Scharkante vor der Muir Creek Muendung. Wir waren noch nicht mal richtig an der angestrebten Stelle da riss die Blinkerrute aus dem Downriggerclip. Fish On! Alex drillte einen ordentllichen Fisch und wir schauten gespannt ins Wasser was da wohl in Sicht kaeme.
Ein blaeulicher Schein am Ruecken und ein paar beherzte Spruenge in Bootsnaehe gaben den Coho her. Hoffentlich war er markiert! Als der Fisch sich etwas beruhigte, brachte Alex ihn dicht anâs Boot undâŠ. keine Fettflosse! Schwupps, kescherte ich ihn ins Boot. Klasse, erster Keeper! Ein guter vielleicht 6 pfuendiger Coho. So kannâs weitergehen. Ich drehte eine Schleife zurueck zur Bisstelle und tatsaechlich wieder die Blinkerrute mit dem Koeder in 27m Tiefe. Diesmal schnappte ich mir die Rute und genoss einen feinen Drill. Wieder war ein Coho zu vermuten und als ich den Fisch zum Boot zerrte und wir ihn uns beschauten, fanden wir auch diesen markiert. Und ein feiner Kerl von vielleicht 7 Pfund noch dazu. Auch der ging mit. Wow. Innerhalb von 15 Minuten hatten wir schon 2 feine Cohos an Bord. Wenn mir einer das als die Tagesbeute fuer den ganzen Tag vorhergesagt haette, haette ich mich schon gefreut.
Ein paar andere Boote hatten uns wohl beobachtet und kamen nun dicht um uns und unsere Fangstelle herum. Wir fuhren etwas weiter Richtung Scharkante und kamen in ziemlich flaches Wasser ab. Waehrend wir schnell unsere Downriggertiefen anpassten, ruckte schon wieder die Blinkerrute los. Diesmal ein kleiner Shaker. Und dann noch einer und noch einer. Hier im flachen ueber 15 m Wassertiefe war wohl nur die Kinderstube unterwegs. Ich zog uns ueber die Kante wo der Boden schnell wieder auf ueber 30m abfiel. Und genau an der Kante riss es ploetzlich sehr hart an der Blinkerrute. Ich schnappte mir die Rute noch vor Alex und war am Fisch. Der nahm gleichmal ein Stueck Schnur. Also wenn das ein Coho ist, dann ein richtiger Brocken, meinte ich zu Alex. Wahrscheinlich war es eher ein Chinook. Hoffentlich kein zu grosser. 75 cm sind schnell ueberschritten bei reifen Chinooks. Aber der koennte passen; er wollte immer wieder abziehen aber konnte irgendwie nicht richtig weit.
Alex holte mal vorsichtshalber auch die zweite Rute rein und machte das Deck frei zur Landung. Bald hatte ich meinen Widersacher am Boot. Ein mittlerer Chinook tauchte auf. Der koennte passen! Als er in Reichweite war, sackte Alex ihn ein. Etwa 70 cm, passt! Die Fischkiste fuellte sich und ich fantasierte schon von einer vollen Raeuchertonne wenn das so weiter ging. Zunaechst wechselte ich mal den Koeder an der bisher unberuehrten Rute gegen einen aehnlich aussehenden Blinker aus. Und das war wohl der Trick denn sofort hatte Alex damit Fischkontakt. Diesmal ein guter aber unmarkierter Coho der wieder in die Tiefe sausste. Dann kamen ruckzuck noch ein paar kleinere Shaker â ein Mix aus untermassigen Coho und Chinook â an die Koeder. Es war non-stop Action und wir hatten die ersten anderthalb Stunden kaum mal Zeit zum Hinsetzen gehabt. Ich fuhr uns jetzt die Kante weiter westlich wo kaum noch Boote unterwegs waren. Ploetzlich riss wieder die Backbordrute brutal nach hinten. Ich hatte fast Angst der Rutenhalter koennte abbrechen bis ich da war.
Der Fisch nahm gleich ordentlich Schnur. Das war Grosschinook! Gluecklicherweise war kein anderes Boot in der Naehe und ich konnte den Fisch in Ruhe drillen. Alex drehte den Schleppmotor auf Standgas und holte die zweite Rute ein und filmte meinen Drill. Machte richtig Spass auch wenn ich wusste, dass der wohl wieder schwimmen durfte. Ein schoener Teenager tauchte hinter dem Boot auf. Ein herrlicher Moment wenn erst ein silberner Schatten noch tief unten erschien und dann der breite Nacken und die erboste Schnautze eines grossen Chinooks sichtbar wurde. Der hatte vielleicht 17-18 Pfund und war sicher um die 80 cm lang. Ich wollte ihn nicht keschern sondern nur kurz handlanden. Nach 2 oder 3 Fehlversuchen hatte ich ihn und hob ihn mal paar Sekunden fuer ein Foto aus dem Wasser. Dann schoss er wieder in die Tiefe.
Dann legte sich doch tatseachlich mal etwas wie Ruhe ueber das Boot und wir bekamen mal Zeit uns um die Fresskiste, die Alex wieder liebevoll zusammengestellt hatte, zu kuemmern. Ein paar Shaker hielten uns aber immer noch aufmerksam. Irgendwann drehte ich dann um und wir schleppten wieder nach Osten wo sie die anderen Boote tummelten. Und wir sahen dann auch Action auf den anderen Booten. Es war am Morgen sehr windstill gewesen und es hatten sich sogar einige Kayakangler und auch andere Miniboote hier herausgewagt. Einer im Kayak drillte einen guten Fisch der ihn buchstaeblich hin und herschleppte. War etwas unberechenbar und so hielten wir Abstand. In diesem Moment riss auch wieder eine underer Ruten vom Clip los und rappelte hart. Alex war schnell dabei und in einen feinen Drill verwickelt. Ein mittlerer Chinook tauchte auf â definitiv unter 75 cm. Der kam auch in die Fischkiste. Damit hatten wir unser Chinook-Tageslimit. Noch 2 markierte Cohos und wir waeren ausgemaxed.
Auf dem Weg vom Muir Creek zum Otter Point fanden wir erst riesige Futterwolken am Sonar und dahinter wieder einen Cohoschwarm. Die ersten beiden waren noch unmarkiert aber dann hatte Alex einen Kleineren aber Markierten an der Leine. Nehmen wir auch mit, wenn auch mit knapp 50 cm eine Kleinversion. Es kam jetzt ein ziemlich steifer Suedostwind auf. Das war so gar nicht angesagte gewesen. Davor gab es hier vor Sooke ueberhaupt keinen Windschutz und es baute sich eine ruppige Welle auf. Die Kayaks und Kleinboote verschwanden jetzt sehr schnell und auch wir schauten uns besorgt an.
Wir wollten schon beinah einpacken als nochmal eine der Rute losrappelte und ein quirrliger Fisch dranhing. Ich sagte noch zu Alex: âPass auf, das wird unser letzter markierter Coho!â und so kam es wirklich! Alex zog einen schoenen fetten Coho neben das Boot und wir fanden keine Fettflosse. Schnell griff ich zum Kescher und sackte ihn ein. Wir klatschten uns strahlend ab. Was fuer eine Ziehung! Da lagen 6 schoene Lachse in der Kiste auf Eis. Danach packten wir auch zusammen und dampften langsam gegen den ungemuetlichen Wellengang zum Sooke Harbour zurueck.
Was fuer ein toller und erfolgreicher Angeltag! Ja, die Fangbeschraenkungen hier vor der Suedinsel sind mittlerweile sehr nervend â vorallem weil auch teils unberechtigt und politisch motiviert. Im Gegensatz dazu war die Westseite der Insel noch grosszuegiger und ergiebiger und ich liebe auch die wilde Westkueste mit den tiefen Fjorden und schroffen Schaeren. Aber mal ehrlich, es ist so schoen hier vor unserer Haustuere, man fischt ufernah in geschuetzen Gewaessern, keine Duenung, alles gut erreichbar, es ist einfach und man kennt sich aus. Ein rauher Tag vor Sooke und Victoria waere immer noch ein ziemlich ruhiges Meer an der Westkueste. Und man kann trotzdem noch ne Menge behalten wie man heute gesehen hat. Das Grass scheint immer gruener auf der anderen Seite aber manchmal muss man auch einfach geniessen was man hat!











