Lachsangeln Vancouver Island, BC

18.6. 2026; Nootka Sound, Tag 4

Am vierten Tag wurden die Ablaeufe am Boot und Resort schon fast zur Routine. 5 Uhr aufstehen, fruehstuecken, einer der Jungs machte die Fress-und Saufkiste fertig, ich das Boot startklar, Kuehlakkus in die Fischkiste, Fischreste fuer Fetzenkoeder und gluecklicherweise ein Check der Mono-Topshotschnuere vor den geflochtenen Hauptschnueren denn da stellte sich heraus, dass wohl bei einem Drill das Mono irgendwo kraeftig an einem Felsen oder sonstwas gerieben haben musste, denn die Schnur war am Ende und haette keinen Fischdrill mehr geschafft. Nur nicht faul werden!

Dann ging es wieder los. Wieder wollten wir ein paar Runden vor der offenen Kueste probieren. Vielleicht waren die Squids noch in der Bucht am Strand mit den grossen Lachse hinterher. Unsere Nachbarn hatten gestern wieder ziemlich gut ganz tief im Fjord gefangen; sogar bei San Carlos Point, was buchstaeblich gegenueber unserem Resort war. Unglaublich! Sie hatten praktisch ihr Lachslimit und hatten sich nach Buttchancen erkundigt. Ich hatte ihn als naheste Option die Kante vor dem Leuchtturm und den Klippen vorgeschlagen und gesagt, dass ich das heute morgen auch gerne noch mal probieren wuerde, wenn der Wind und Wellen es zulassen wuerden. Vielleicht sieht man sich ja da draussen. Wir waren schon vor ihnen los heute.

Am Leuchturm angekommen, Alex wieder in der Koje am schlafen, schauten Ricardo und ich uns an – die Bucht muesste machbar sein. Und so bogen wir durch die unruhige See am Leuchtturm in die ruhigere Bucht am Strand ein. Hier liess es sich aushalten. Schnell waren die erprobten Koeder in den typischen Tiefen drin und wir begannen Runden durch die Bucht zu drehen. Aber heute war das Leben hier verschwunden. Keine Squids mehr auf dem Schirm und es kam auch kein Biss. Wir fischten nun einen Koeder hart am Grund und das brachte wenig erstaunlich einen halbstarken Lingcod aus seinem Versteck. Aber lachsmaessig ging nichts. Nach 2 Stunden schielte ich weiter hinaus wo einige Boote zwischen den Felsinselchen und auch noch weiter draussen am Dropoff fischten. Sah gar nicht so rauh aus von hier und so zog ich uns aus der Bucht raus. Leider merkte man sehr schnell wieviel der Schutz der Felsenklipppen in der Bucht ausmachte denn ploetzlich kaempften wir uns gegen die 1.5 m Duenung mit noch etwas Windwellen darueber an. Das Geschuettel weckte nun auch Alex auf und er kam etwas gruen im Gesicht hervor. Immer schoen auf den Horizont gucken!

Gluecklicherweise kamen jetzt aber aber auch Bisse an beiden Ruten die Alex abgelenkt und beschaeftigt hielten. Es war hier wohl ein Schwarm mittlerer Chinooks am Rauben. Wir fingen ruckzuck 2 oder 3 Chinooks in der 8-12 Pfundklasse. Auch ein feiner Coho kam noch dazu und weil der markiert war und auch etwas blutete, wurde der behalten. Die Chinooks wurden alle noch im Wasser abgehakt. Einen Grossen wuerde ich noch mitnehmen, zum Beizen, aber sonst kam nur noch Butt in Frage. An der Kante angekommen, schickten wir beide Koeder in Grundnaehe und wir schleppten weiterhin gegen die Wellen an der Kante entlang. Es war nur eine Frage der Zeit bis wir so einen Butt erwischen wuerden, dachte ich. Aber es war haesslich hier draussen und Alex fuehlte sich nicht wohl, das sahen wir. Er hielt es gerade noch so zusammen aber ich weiss wie elend man sich so fuehlt. Und so drehte ich ab und wir surften nun mit den Wellen die Kante zum Leuchtturm hin. Das fuehlte sich etwas besser an. Alex konnte so noch etwas durchhalten. Vielleicht bis der Buttbiss kam. Ich wollte es jetzt erzwingen.

Und ploetzlich loeste die Blinkerrute aus und etwas hing dran. Leider stellte sich schnell heraus das das kein Butt war sondern ein ziemlich sportlicher Coho. Ganz am Grund, da sieh einer an, das war auch nicht typisch. Cohos rauben normalerweise weiter oben in der Wassersaeule aber feste Regeln gibt es eben nie bei Fischen! Als wir die Kante bis zum Leuchtturm ohne weiteren Fischkontakt abgeschleppt hatten, mussten wir uns entscheiden was als Naechstes anstehen sollte. Wir entschieden uns die Pilkstellen noch mal anzusteuern. Vielleicht, vielleicht klappte es ja jetzt bei einer anderen Gezeitenkonstellation doch nochmal mit einem Buettchen. Die Stelle auf der anderen Seite des Fjordeingangs war allerdings unerreichbar. Die Duenung und Welle stand voll auf diese Fjordseite und nach der halben Fahrtstrecke brach ich ab weil es super ekelig wurde. So steuerte ich nochmal kurz die steile Uferkante an. aber auch dort drueckte der Wind enorm drauf und die Drift war einfach zu schnell. Nach dem Verlust eines Pilkers und dem beinah-Abriss eines weiteren gaben wir auch hier auf. Der Snapper-Berg war noch befischbar und Alex schlug tatsaechlich nochmal mit einem vielleicht 75 cm Ling zu. Auch ein oder zwei Snapper waren wieder interessiert und mussten den Hoch-und wieder Runterfahrstuhl mitmachen. Dann war es Zeit fuer Mittagspause am Resort. Wir wollten noch fein was kochen und ich hatte noch einen Fisch zu versorgen und eine Menge Salzspray von den Bootsscheiben zu reinigen. Dafuer wollten wir heute Abend nochmal los und ein paar andere Stellen im Fjord, die unsere Nachbarn empfohlen hatten, versuchen. Auf dem Rueckweg begegneten wir noch kurz zwei Delfinen und wieder einer Gruppe von Ottern. Nur einen Wal hatten wir noch nicht gesichtet. Die sieht man meistens auch nur ausserhalb des Fjordes, allerdings hin und wieder kommen Buckelwale oder Orcas und selten auch mal Grauwale tiefer in den Fjord hinein.

D1.webpD2.webpD3.webpD4.webpD5.webpD6.webpD7.webpD8.webpD9.webpD10.webpD11.webpD12.webpD12a.webp
 
18.6. 2026; Nootka Sound, Tag 4 cont...

Ein paar Stunden spaeter waren wir wieder gestaerkt und abenteuerlustig unterwegs. Diesmal fuhr ich die Beer-Can-Bay an. Klingt doch gut, oder? Ich hatte dort noch nie gefischt, aber es sind dort in den letzten Tagen gute Lachse gefangen worden. Die Bucht war sehr gross und ich suchte einen guten Anfangspunkt zum Schleppen. Ich wollte dicht am Ufer so in 30-40 m Tiefe probieren. Als wir so ziemlich dicht unter Land das Ufer langsam abfuhren um eine gute Startstelle oder vielleicht sogar ein Futterschwarm zu finden, sah ich ploetzlich einen Riesenschwall im Wasser; 50 m vor dem Boot ganz dicht am Ufer. Ich hielt sofort an und machte die Jungs darauf aufmerksam. Wir starrten zu der Stelle auf die ich zeigte. Es war nichts zu sehen. Hatte ich das nur getraeumt? Oder war da eine Klippe ganz dicht unter der Oberflaeche die nur hin und wieder bei einer Welle mal herausschwappte? Nein, da schwallte ploetzlich das Wasser wieder auf und der Ruecken eine Grauwals kam zum Vorschein. Er zog langsam am Ufer entlang und suchte wohl was Leckeres. Schoen, da hatten wir also doch noch einen Wal zu Gesicht bekommen und noch dazu einen nicht alltaeglichen Grauwal. Er machte aber nichts Spektakulaeres und zeigte uns nicht mal seine Schwanzflosse. Er trollte sich einfach langsam dahin. So liessen wir ihn auch in Ruhe und fuhren zum anderen Ende der Bucht und fingen dort an zu fischen.

Ich war etwas skeptisch mit dieser unbekannten Stelle und es war auch kein anderes Boot in Sicht um uns etwas Vertrauen zu geben. Aber unser Glueck auf diesem Tripp liess uns auch hier nicht im Stich denn ploetzlich sprang Ricardo zu der einen Rute hin und war am Fisch. Es klappt aber auch ueberall wo wir einen Koeder reinhielten, verrueckt! Ricardo drillte einen mittleren Chinook von vielleicht 10 Pfund. Aber der verkaufte sich teuer und Ricardo hatte Spass! Als er ihn am Boot hatte, hakten wir ihn ganz schnell wieder ab. Einen Grossen wollte ich noch haben und der Rest war nur noch zum Spass. Wir schleppten weiter das Ufer entlang und kamen an eine sehr riffige Gegend. Hier war ein regelrechtes Unterwassergebirge und es ging hoch und runter und wir mussten auf der Hut sein unsere Koeder und Downriggergewichte nicht irgendwo festzusetzen. Bisse kamen hier aber keine. Irgendwann schlug ich einfach mal vor hier ein bisschen zu pilken statt zu schleppen. Die Jungs fanden die Idee gut und so bauten wir kurz um.

Ich fuhr uns mitten rein in die Berge und Taeler wo es von 10 m bis zu 50 m Tiefe innerhalb eines kleinen Radiuses alles gab. Hier musste es doch Felsenbarsche und Lings geben! Wir pilkten diesmal zu dritt und liessen den Motor ganz aus. Erstaunlicherweise kamen aber fast keine Bisse. Wir fingen nur 2 kleine Barsche und keine Lings. Dafuer holte aber Alexander in der Seegurkenwertung gut auf und nach vielem Laestern bekam ich schliesslich auch noch eine. Komisch, hier hatte ich mit mehr gerechnet. Dann packten wir wieder ein und ich fuhr uns mal auf die andere Fjordseite zum Coopte Point und Hoiss Point, wo ich mich Tobias und seinem Vater letztes Jahr noch oefter geangelt hatte wenn der Wind bliess. Heute kam der Wind aber genau das Tahsis Inlet runter und machte diese Fjordseite sehr ruckelig. Wir schleppten ein wenig oestlich davon hinter dem Windschutz der hohen Uferfelsen aber fanden hier keine Abnehmer fuer unsere Koeder. Es ging schon dem Sonnenuntergang zu und der Wind legte sich jetzt merklich. Eine Stelle wollte ich noch probieren; San Carlos mit dem kleinen Leuchtturm. Dort hatte Alexander vor vielen Jahren als Kind mal mit seinem Freund Owen einen fetten Ling gepilkt. Vielleicht war an dem Leuchturm-Riff ja ein Nachfolger eingezogen.

So fuhr ich uns wieder zur anderen Fjordseite und setzte uns vielleicht einen Kilometer westlich vom San Carlos Point direkt vor das steil abfallende Ufer und von hier aus wollten wir die letzten 20 Minuten noch bis San Carlos schleppen um dann den Tag mit dem letzten Pilkversuch zu beenden. Um wieder so die 40m Tiefenlinie entlang zu schleppen, musste man sehr nah am Ufer entlang fahren. Manchmal musste man regelrecht aufpassen das die Rute auf der Uferseite sich nicht in ueberhaengenden Aesten verfing. Wir genossen die Abendstimmung und dachten schon darueber nach ob wir nicht noch vom Boot mal ins ziemlich warme Wasser hier springen sollten. Die Bordleiter hatte ich mit. Da zog ploetzlich die Rute vor Alex ab und er war gleich in einen sportlichen Drill verwickelt. Ricardo war noch fasziniert wie sein Bruder drillte und ich musste ihn ermahnen das auch die zweite Rute losruckte. Doppeldrill! Gibt’s ja nicht!

Es waren keine Riesenfische aber beides Chinooks, wieder so an die knapp 10 Pfund schaetzte ich. Wir liessen beide wieder frei. Noch ein Fehlbiss kam gleich wieder hinterher und dann war erstmal wieder Ruhe. Und so zirkelte ich nochmal zurueck zu der vorherigen Bissstelle. Wir waren wirklich nur noch Meter davon entfernt, da wurde die Rute vor Alex brutal runtergezogen. Ich hatte fast Angst der Rutenhalter wuerde brechen bis Alex endlich die Rute raus hatte und die Bremse etwas lockerte. Und dieser Fisch war wohl unter Drogen und legte eine olympiareife Flucht hin. Wow! Ricardo und ich raeumten schnell das Deck und machten alles fuer einen hindernissfreien Drill fuer Alex. Der gewann inzwischen etwas Schnur zurueck. Die Rute war voll gebogen – das war ein grosser Kerl. Alex mag es nicht wenn ich waehrend des Drills von moeglichen Rekordgroessen seiner Widersacher redete und so machte ich es eben extra. Waehrend er hochkonzentriert den Lachs drillte, schwafelte ich ihm was von dem groessten Fisch des Trips ins Ohr, vielleicht sogar ein seltener Tyee (Chinooks > 30 Pfund). Auf jeden Fall ein Monsterfisch! Alex schuettelte nur ablehnend den Kopf; Ricardo machte sich fast in die Hose vor Lachen.

Aber im Ernst, das sah nach einem Grosslachs aus. Er blieb jetzt tief und man konnte seine wuchtigen Kopfstoesse an der Rutenbewegung sehen. Alex gab sich Muehe die Rutenspitze schoen hochzuhalten damit die Rutenaktion diese ruckartigen Bewegungen gut abfedern konnte. Mit der Geflochtenen war die Kraftuebertragung noch viel direkter. Nach und nach kam der Fisch naeher. Die erste lange Flucht hatte ihm viel Kraft gekostet und er war jetzt muede. Ich mag es wenn sich Lachse schnell mit langen Fluchten austoben anstatt gruen zum Boot zu kommen und dann allerlei Bloedsinn am Boot treiben. Wir sahen den Lachs bald zum ersten Mal und natuerlich waren meine Kommentare wieder uebertrieben. Aber letztlich passte der schoene Lachs doch in den Kescher und alles war gut! Wir yahooten laut auf und klatschten uns ab und beglueckwuenschten Alex zu diesem tollen Fisch. Jetzt hatte auch er seinen UE 20 Pfund Lachs auf diesem Trip gekriegt. 86 cm lang und gut im Futter. Der ging noch mit in die Kiste, als Letzter der noch passte. Wow, was fuer ein Fisch und hier am San Carlos Point, praktisch in der Mitte des Nootka Fjordes, Mitte Juni. Das war krass und so unerwartet. Der Blinker war total verbogen und verdreht nach diesem Drill. Da kann man mal sehen was da fuer Kraefte wirken. Wir packten die Lachsruten gleich weg und machten noch 2 Driften ueber das kleine vormalige Ling-Riff am Leuchtturm. Es war aber zumindest heute Abend keiner zu Hause. Zum Abschluss sprangen Ricardo und ich noch kurz ins Wasser und schwammen einmal um’s Boot herum. Eine herrliche Abkuehlung nach einem wieder heissen Fangtag! Zurueck am Resort fingen wir schon mit dem Packen an und verabschiedeten uns von den Nachbarn, die morgen schon um 4 Uhr frueh zurueck nach Gold River booten wollten. Zwischen 10 und 13 Uhr war wieder zu wenig Wasser im Fluss um zur Bootsrampe durchzukommen und so wollten sie vorher durch sein. Wir planten noch ein Morgenangeln so bis 11 Uhr vielleicht und dann Boot packen und gegen 14 Uhr an der Slippe zu sein. Und wir wollten nicht so frueh aufstehen damit der Fahrer nicht uebermuedet war. Danke Jungs!

D13.webpD14.webpD15.webpD15a.webpD16.webpD17.webp
 
19.6. 2026; Nootka Sound, Tag 5

7 Uhr Aufstehen fuehlte sich wie Urlaub an. Ein schnelles Fruehstueck und dann wurde das Zimmer geraeumt und der ganze Krempel vor die Suite auf die Terasse gestellt. So konnten wir nochmal fuer paar Stunden ohne Gepaeck zum Angeln fahren. Wir schauten uns nochmal die Bedingungen am Friendly Cove Leuchtturm an der Fjordmuendung an und es sah gar nicht uebel aus. Wir drehten 2 Runden in der Bucht am Strand aber dort war kein Lachs zuhause oder hatte Hunger. Und so schlug ich Pilken in den Felsklippen vor der Kueste hier vor. Dort konnte man ruhige Stellen finden und dort sollten sich allerlei Felsenbarscharten und Lings tummeln. Die Jungs waren voll einverstanden. Pilkangeln war bei ihnen schon seit der Kindheit Lieblingsdisziplin. Behalten wollten wir davon eigentlich nichts mehr.

Das C&R liess sich in den flachen Gefilden der Klippen auch gut praktizieren denn bei Tiefen bis so um die 30 m bestand kaum ein Risiko fuer Barotrauma der Fische. Die Lings erleiden uebrigens kein Barotrauma und koennen problemlos, auch wenn in grossen Tiefen gefangen, wieder freigelassen werden. Und so suchte ich mir ein paar vielversprechende Stellen auf dem Plotter raus und fuhr sie an. Ich gab Signal zum Ablassen und beide Jungs schickten ihre Pilker mit Fischfetzen zum Grund. Einmal angepilkt und beide Ruten waren krumm. Die Jungs strahlten uebers ganze Gesicht – wie Kinder im Spielzeugladen! Beide hatten einen vielleicht gerade massigen Ling am Haken. Die wurden schnell wieder abgehakt und die Pilker wieder runtergeschickt. Auch diesmal dauerte es nur Sekunden bis beide Ruten wieder besetzt waren. Diesmal hatte Alex einen grossen Greenling, einen Cousin des Lings, am Haken und Ricardo wieder einen kleineren Ling. Auch das dritte Herablassen brachte schnell wieder Action und zwei weitere Lings. Hier haette man sehr schnell sein Limit an kleineren bis mittleren Lings fuellen koennen. Das wird dann im August anders aussehen, wenn hier Tag fuer Tag etliche Angler durchgehen.

Als wir im sandigen Gebiet angekommen waren, hoerten die Bisse auf einmal auf. Ich setzte das Boot nochmal um und wir drifteten wieder ueber die selbe felsige Untiefe und auch wenn die Driftlinie diesmal etwas anders verlief, kamen schnell wieder Bisse. Die Jungs hatten einen Heidenspass an dieser Angelei und man wusste nie was anbiss. Wir zaehlten die Fischarten nach und wollten alle bekannten Fischarten erwischen. Da kam ein Kupferfelsenbarsch, dann mal ein Quillback-Felsenbarsch, immer wieder kleinere Lings. Alex wollte unbedingt noch einen Schwarzen Felsenbarsch und einen China-Felsenbarsch sehen. Ich haette gerne zum ersten Mal ueberhaupt einen Tiger-Barsch gesehen, aber die sind auch hier sehr selten.

Wir fuhren noch 2 andere Stellen an und tatsaechlich fing Alex noch den Schwarzen, und zwar einen grossen. Den nahm ich sogar nochmal mit da ich gestern gesehen hatte, dass ein kleineres Filet noch in die Gefriertruhe passen wuerde. Die Felsenbarsche sind meine Favouriten fuer Ceviche. Ricardo liess sich nicht lumpen und machten seinem Namen wieder alle Ehre und fing seine obligatorische Seegurke die ihm auch wieder die Fuehrung in dieser Kategorie einbrachte. Und wirklich auf den letzten Druecker holte er doch tatsaechlich noch den China-Barsch, wegen den schwarz-gelben Farben auch BVB Barsch genannt, herauf. Das war ja wirklich wieder das volle Sortiment gewesen. Hatte allen viel Spass gemacht. Allerdings war kein richtig grosser Ling dabei gewesen. Das versuchten wir dann nochmal an dem Snapper-Berg als wir uns schon auf dem Rueckweg befanden. Die Snapper hatten aber auch wieder Hunger und als mir einer aus dem Herunterlassgeraet ausversehen herausglitt und ein Adler sich den sofort schnappte, machten wir hier Schluss.

Wir wollten noch einmal kurz an unserer so ueberaus erfolgreiche Lachsbucht der ersten Tage anhalten und uns dankend verabschieden. Wir schleppten noch einmal die Flashfly und den Blinker durch die Bucht und was soll ich sagen, als ich im hinteren Ende zur scharfen Drehung ansetzte, loeste die eine Rute hart aus und Alex legte sich schon wieder mit einem sportlichen Lachs an. Er nahm Schnur und Ricardo holte die zweite Rute ein und dann genossen wir den letzten Drill. Endlich zerrte Alex einen etwa 14 pfuendigen Chinook ans Boot und ich hakte ihn zerimoniell ab. “Das war’s Jungs!”, sagte ich. Ein herrlicher Trip ging zu Ende. Wir konnten die Fischtruhe kaum zu zweit ins Boot tragen, zurueck im Resort. Ich schnitt noch schnell den schwarzen Felsenbarsch aus den Schuppen und holte alle auf Eis gelagerten Fische in unsere Kuehltruhe waehrend die Jungs das Boot bepackten. Und dann ging es auf die fast einstuendige Fahrt durch den Nootka Sound zurueck nach Gold River. Unterwegs sahen wir ploetzlich ein dunkles, grosses Schlauchboot auftauchen – Fischereiaufseher! Und sie drehten tatsaechlich auf uns zu und ich hielt an. Ein Officer kam an Bord und checkte unsere Lizenzen, wollte unsere Kuehlttruhe sehen und einen fertigen Lachskoeder zur Schonhakenkontrolle. Alles in Ordnung, und weiter ging es. Freundlich aber bestimmt die Truppe. Es lohnt sich nicht hier zu betruegen – das wird auch teuer. Alles lief glatt und problemlos auf der Heimfahrt. In Campbell River machten wir Essenspause im Restaurant und holten uns gleichmal die ganzen verpassten Fussballergebnisse rein. Und in Nanaimo hielten wir natuerlich noch im BassPro Shop an um den verlorenen Pilker zu ersetzen und noch einmal Anglertraeume zu fuehlen bevor der Alltag wieder ueber uns einschlug. Diese Tour werde ich nie vergessen und immer in mir mit mir tragen.

E1.webpE2.webpE3.webpE4.webpE4a.webpE5.webpE6.webpE7.webp
 
Oben