Und da widme ich mich wieder meiner Lieblingsbeschäftigung am Flughafen 🥴. Einige wichtige Arten haben wir schon "abgearbeitet", andere fehlen noch.
Ein Fisch, der eher selten gut ist für heftige Fluchten und spannende Drills (aber dafür umso besser in der Küche), ist der Rotbarsch.
In Flatanger wird man nur mit viel Glück Fische über 2,5 max 3kg fangen. Gleichzeitig sind aber doch gute Stückzahlen in "Küchengröße" möglich.
Anforderungen in Sachen Drill mögen überschaubar sein, allerdings sind anglerische Fähigkeiten durchaus gefragt. Denn das Aufspüren und Befischen guter Rotbarschspots erfordert durchaus ein wenig Erfahrung in Sachen lesen von Seekarten und Präzision beim Ansetzen der Drift. Beim Rotbarsch kann gelten "knapp daneben ist voll vorbei".
Es ist nicht nötig extrem tief zu fischen. Die Größe ähnelt, egal ob 120 Meter tief oder 350. Dementsprechend sind Spots um 150 noch einigermaßen zu beangeln und liefern auch.
Die langen Rotbarsch Vorfächer können durchaus Sinn machen, denn häufig verteilen sich die Fische vertikal auch ein gutes Stück über dem Grund.
Steilwände und Rifftops können gute Spots sein. Auch die mittlerweile gängigen circlehooks sind effektiv, da sich so nach und nach mehrere Fische Haken lassen und auch sicher am Band bleiben.
Leuchtschlauch oder flasher sorgen für optischen Reiz, während kleine Fischfetzen als eigentliche Köder dienen.
Meiner Meinung nach ist die Wahl des Platzes mehr als nur die halbe Miete. Dementsprechend mache ich mir wenig Gedanken bzgl der Fischfetzen. Wichtig ist allerdings sie nicht zu groß zu schneiden. Rotbarsch habe ich schon auf ganze Makrele gefangen, diesbezüglich also kein Grund nicht ordentlich Köder an den Haken zu bringen. Aber das System schnell und effektiv auf Tiefe zu bringen (und zu halten) funktioniert am besten mit kleinen Ködern, nicht zu dicken Schnüren und ordentlichen Stabbleien.
Häufig wird nicht der erste Versuch gleich ein Treffer sein, wenigstens wenn man neue spots befischt.
Die Bisse sind aber gut spürbar und ich versuche durch leichtes Heben den Fisch sicher zu haken um dann möglichst anschließend noch auf weitere Interessenten zu warten. Hat man den Spot voll getroffen, kann es aber auch vorkommen, dass alle Anbissstellen fast zeitgleich besetzt werden.
Ab diesem Zeitpunkt gilt es die stacheligen Leckerbissen mit konstantem Druck an die Oberfläche zu bringen. Geht ein Fisch im oberen Drittel verloren, dann ist die Chance groß, dass er von alleine etwas später zur Oberfläche kommt und eingesammelt werden kann.
Bei der Landung und entfernen des Hakens Vorsicht! Flossen - und Kiemenstacheln können Blutvergiftung und Entzündungen verursachen. Das Auge des Fisches enthält leicht antibiotische Flüssigkeit, die in solchen Fällen als erste Hilfe genutzt werden kann.
Beifänge an Rotbarsch Spots können Goldlachs, Wittling, Haie, Köhler, Lumb und Leng sein.
Da sowohl Köhler, als auch Rotbarsch scharf auf Krill und Fischlarven sind, kann es sein das Köhler an den guten Rotbarschspots in der oberen Etage wohnen. In solchen Fällen kann es ziemlich schwierig sein die Zieltiefe zu erreichen, da die Systeme im Absinken ausgebremst werden.
In der Küche ist der Rotbarsch eine ziemlich eindeutige Sache.
Die gut gepanzerte Haut ist bestens geeignet den Saft im Fleisch zu halten. Ich bereite den Rotbarsch gerne über Nacht gesalzen im ganzen im Ofen zu. Warm geräuchert ist er ebenfalls erstklassig. Als Koteletts in der Pfanne, vom Grill, oder notfalls auch als Filet ist er auch top.
Leider stehen Rotbarschbestände unter Druck. In den vergangenen 50 Jahren sind sie um weit über 90% gesunken.
Den Berufsfischern ist gezielter Fang in norwegischen Gewässern nicht erlaubt. Entsprechend ist es doppelt sinnvoll, wenn wir Angler das Privileg ihn gezielt beangeln zu dürfen mit bedacht nutzen und keine übertriebenen Strecken machen.
Der Rotbarsch ist zwischen September und Mai für gezielte Angelei geschützt. Fängt man dann Rotbarsch (S. marinus), so soll er verwertet werden. Allerdings soll auch der Platz gewechselt werden.
Es gibt zwei Arten, die beide gewöhnlich sind in Norwegen. Der kleine Rotbarsch (S. viviparus) ist dabei nicht geschützt und in geringeren Wassertiefen (ab 10-15 Metern) zu finden.
