Letztendlich kosteten die Datenerhebungen Geld, und die Frage: ist wer bezahlt das?
Ein gutes Monitoring ist technisch auf jeden Fall möglich, entweder durch Kamera-technik oder Zählungen durch Taucher an den Laichplätzen.
In Norwegen wurden in den letzten Jahrzehnten erhebliche Summen für die Forschung des Einfluss der Lachsläuse auf die Lachsbestände ausgegeben. Demzufolge richtet sich die Forschung auch intensiv auf diese Thematik.
Der Einfluss der Lachsläuse und die genetische Einmischung ausgebrochener Zuchtfische wurde als Hauptursache für die abnehmende Bestände dargestellt und darauf fokussierte sich alles.
In den letzten Jahren wird immer mehr deutlich dass viele Flüsse in Europa inkl. Norwegen in deren Nähe überhaupt keine oder nur sehr gering Aquakultur betrieben wird, ebenfalls stark reduzierte Zahlen bei den Rückkehrern zeigen.
Inzwischen wird von den Forschern der Einfluss entflohener Zuchtlachse auf die genetische Vielfalt der Bestände als bedeutende geringer eingeschätzt wie noch vor 10 Jahren. Auch der Umfang des Einflusses der Lachsläuse auf die Lachsbestände wird Mittlerweile unter den Forschern diskutiert. Da geht es weitestgehend darum inwieweit die angewendete Modelle und Methodik wirklich geeignet ist, um tatsächlich relativ realistische Ergebnisse zu liefern.
In den letzte fünf Jahren haben sich nun auch immer mehr Fachleute dahingehend geäußert, man müssten als mögliche Ursachen für den Rückgang der Bestände wohl auch eine ganze Reihe anderer Ursachen mit in Betracht ziehen.
Endlich rücken da auch ander Faktoren mehr in den Fokus:
- Übersäuerung der Gewässer in den achziger Jahren (saurer Regen),
- Auswirkung der Wasserkraftwerke (trockenlegen von Flüssen, Änderungen der Wasserstände, Fein Partikel-Freisetzung, Totalgassübersättigung usw),
- Reduzierung des Nahrungszugangs im Meer,
- Überfischung der Laichfische beruhend auf falsche oder nicht Vorhandene Verwaltung der Flüsse
- und nicht zuletzt das Fehlen künstlicher Stützung der Bestände durch das Beenden des Aussetzen von Lachsjungfischen und Rogen, wie es seit den 60iger Jahren in bedeutenden Mengen in fast jedem Lachsfluss praktiziert wurde.
Jeder Fluss hat seine eigene Historie und die Kombination verschiedener Einflüsse resultiert im Zustand des jeweiligen Lachsbestandes.
Ziemlich interessant finde ich dazu die «Fluss-Bibliothek (elve-bibliotek) des Salmontracking Projektes wo man in einer Zeitachse historische Fachartikel der einzelne Flüsse zusammengetragen hat und diese Ereignisse in Zusammenhang mit den Lachsfängen und Bestandsentwicklungen in Diagrammen darstellt.
Elve-biblioteket er ment å gi en enkel grafisk fremstilling av ulike hendelser i elver på Vestlandet. Ulike kilder som aviser, tidsskrifter, rapporter og undersøkelser i elvene er henvist til, men feil kan forekomme. De eksakte tallene som nyttes i grafene er hentet fra rapporterte fangster...
www.salmontracking.no
Dieses Prinzip der Forschung ist meiner Meinung nach der bessere Weg, als einseitigen Fokus auf die
eine mögliche Ursache zu richten, dessen Forschungsprojekte letztendlich die meisten Gelder für die Wissenschaft generiert. Am Ende bringt dies für die Lachse nur sehr wenig.
Gruss
Smolt