Austausch über Lachs+Mefo Angeln - in Flüssen und Fjord

Fette Meerforelle! 🤩

Informativer Bericht und klasse Bilder. 👍

und Danke für deine Quellen die hatte ich auch. Demnach stellt sich die Situation, zumindest im Vestland und Südnorwegen nicht ganz so drastisch dar. Die Fänge waren zumindest auf gleichem Niveau wie 2025.

Gruss
Smolt
 
Fette Meerforelle! 🤩

Informativer Bericht und klasse Bilder. 👍

und Danke für deine Quellen die hatte ich auch. Demnach stellt sich die Situation, zumindest im Vestland und Südnorwegen nicht ganz so drastisch dar. Die Fänge waren zumindest auf gleichem Niveau wie 2025.

Gruss
Smolt

… schön zu hören, dass es im Süden und unteren Westen nicht so schlecht war😀👍 Ich schaue mir nur Flüsse an, die ich auch kenne.
Einer der größeren ist der Numedalslagen, an dem ein Bekannter einen Beat hat. Dieses Jahr waren es 5 Tonnen nach 4,5 Tonnen
2025, 7 Tonnen 2024, aber 14-17 Tonnen von 2021-2023, über 20 Tonnen in 2019. Ist jetzt nur einer, aber einer der größten. Die Frage ist immer, mit welchen Jahren man vergleicht…
 
Der Nummedalslågen ist diesbezüglich ein ziemlich interessanter Fluss.
Zumindest müssen dort die abwandernden Smolts nicht an Lachs-aquakultur-anlagen vorbei, - somit ist der Einfluss von Lachsläusen auf den Bestand zu vernachlässigen.
Auf der anderen Seite wird dort intensiv Energie durch Wasserkraft produziert, was natürlich Auswirkungen auf den Lachsbestand hat.

Ich bin momentan auch nicht ganz auf dem Laufenden wie das Bersatz-Porgram im Nummedalslågen sich in den letzten Jahern entwicklet hat, weiss nur das dort in den Jahren vor 2020 massiv mit kultivierten Junglaschsen besetzt wurde um den Bestand zu stützen. Evtl. wurden diese Besatzmassnahmen reduziert, eingestellt, verändert, so das sich dies auch negativ auf die Anzahl der Rückkehrer auswirkt?

Viele Grüsse
Smolt
 
Der Nummedalslågen ist diesbezüglich ein ziemlich interessanter Fluss.
Zumindest müssen dort die abwandernden Smolts nicht an Lachs-aquakultur-anlagen vorbei, - somit ist der Einfluss von Lachsläusen auf den Bestand zu vernachlässigen.
Auf der anderen Seite wird dort intensiv Energie durch Wasserkraft produziert, was natürlich Auswirkungen auf den Lachsbestand hat.

Ich bin momentan auch nicht ganz auf dem Laufenden wie das Bersatz-Porgram im Nummedalslågen sich in den letzten Jahern entwicklet hat, weiss nur das dort in den Jahren vor 2020 massiv mit kultivierten Junglaschsen besetzt wurde um den Bestand zu stützen. Evtl. wurden diese Besatzmassnahmen reduziert, eingestellt, verändert, so das sich dies auch negativ auf die Anzahl der Rückkehrer auswirkt?

Viele Grüsse
Smolt

... ich denke auch an dem Beispiel Numedalslagen, dass die Wissenschaft da ziemlich vorsintflutlich auf der Stelle tritt. Die Wasserkraft spielt leider an vielen Flüssen eine gravierende Rolle, die auch schlecht überprüft ist. Wie viel Wasser wird im Winter durchgelassen, überleben das die Smolts? Ohne vernünftiges Monitoring
ist das halt im Nebel stochern. Man hat zwar die Statistiken von gefangenen und zurück gesetzten Fischen, die sollten im Verhältnis zu Anzahl
Angler/Angeltage stehen. Wenn es an vielen Flüssen nur noch 1/3 Angler im Vergleich zu Vorjahren gibt, werden sicher auch weniger Fische gefangen.
Auch führen die verschärften Regeln ganz sicher zu mehr Mißbrauch, es werden also weniger Fische gemeldet.

Dann fehlen in den meisten Flüssen intelligente Zählmethoden. Kameras und intelligente Software, die Fische erkennt. So war in meiner Gegend an einem
Fluss 2025 ein Kamerasystem (dass man vor dem Winter nicht entfernt hat, jetzt liegt es im Fjord), das vor einem Wasserfall die Fische erfaßt hatte.
Die Statistik 2025 hatte den Auftstieg von über 700 Buckellachsen erfaßt. In der Praxis wurde keiner davon gefangen. Es gab aber 1 oder 2 Paare, die
gerne ins Fernsehen kommen und an der Kamera halt ein paar hundert mal vorwärts und rückwärts geschwommen sind, weil sie nicht über den Wasserfall
kommen oder wollen... 😀 ... kein Klamauk, leider Realität. In der heutigen Zeit mit Methoden der Gesichtserkennung sollte da mehr machbar sein...

Dann werden Zählungen und/oder Kamerasysteme zu spät angebracht und zu früh entfernt. In dem Jahr sind z. B. deutlich vor dem 01.06. in unseren
Hauptfluss viele größere Lachse hoch, die man in oberen Pools ohne Lachsläuse gefangen hat, also schon länger im Fluss waren.
Auf der anderen Seite kenne ich selber genug Fänge im Oktober, in dem wir ganz blanke Lachse in Straumen gefangen haben. Evtl. geht schon ein
Teil wegen Trockenperioden später den Fluss hoch?!

Was ich dann überhaupt nicht verstehen kann ist, dass man die kommerzielle Netzfischerei auf Lachs als traditionelles Relikt nicht antastet. Im
Namsen wurden irgendwann im Juli die Netzfischerei bei 40 Tonnen Fängen eingestellt, als man im Fluss gerade mal 5 Tonnen gefangen hatte.
Das versteht in der aktuellen Lage kein Mensch...☹️ Ich weiß nicht, in welchen Flussmündungen das noch passiert?!
 
Zuletzt bearbeitet:
Letztendlich kosteten die Datenerhebungen Geld, und die Frage: ist wer bezahlt das?
Ein gutes Monitoring ist technisch auf jeden Fall möglich, entweder durch Kamera-technik oder Zählungen durch Taucher an den Laichplätzen.

In Norwegen wurden in den letzten Jahrzehnten erhebliche Summen für die Forschung des Einfluss der Lachsläuse auf die Lachsbestände ausgegeben. Demzufolge richtet sich die Forschung auch intensiv auf diese Thematik.
Der Einfluss der Lachsläuse und die genetische Einmischung ausgebrochener Zuchtfische wurde als Hauptursache für die abnehmende Bestände dargestellt und darauf fokussierte sich alles.

In den letzten Jahren wird immer mehr deutlich dass viele Flüsse in Europa inkl. Norwegen in deren Nähe überhaupt keine oder nur sehr gering Aquakultur betrieben wird, ebenfalls stark reduzierte Zahlen bei den Rückkehrern zeigen.
Inzwischen wird von den Forschern der Einfluss entflohener Zuchtlachse auf die genetische Vielfalt der Bestände als bedeutende geringer eingeschätzt wie noch vor 10 Jahren. Auch der Umfang des Einflusses der Lachsläuse auf die Lachsbestände wird Mittlerweile unter den Forschern diskutiert. Da geht es weitestgehend darum inwieweit die angewendete Modelle und Methodik wirklich geeignet ist, um tatsächlich relativ realistische Ergebnisse zu liefern.

In den letzte fünf Jahren haben sich nun auch immer mehr Fachleute dahingehend geäußert, man müssten als mögliche Ursachen für den Rückgang der Bestände wohl auch eine ganze Reihe anderer Ursachen mit in Betracht ziehen.

Endlich rücken da auch ander Faktoren mehr in den Fokus:

- Übersäuerung der Gewässer in den achziger Jahren (saurer Regen),
- Auswirkung der Wasserkraftwerke (trockenlegen von Flüssen, Änderungen der Wasserstände, Fein Partikel-Freisetzung, Totalgassübersättigung usw),
- Reduzierung des Nahrungszugangs im Meer,
- Überfischung der Laichfische beruhend auf falsche oder nicht Vorhandene Verwaltung der Flüsse
- und nicht zuletzt das Fehlen künstlicher Stützung der Bestände durch das Beenden des Aussetzen von Lachsjungfischen und Rogen, wie es seit den 60iger Jahren in bedeutenden Mengen in fast jedem Lachsfluss praktiziert wurde.

Jeder Fluss hat seine eigene Historie und die Kombination verschiedener Einflüsse resultiert im Zustand des jeweiligen Lachsbestandes.

Ziemlich interessant finde ich dazu die «Fluss-Bibliothek (elve-bibliotek) des Salmontracking Projektes wo man in einer Zeitachse historische Fachartikel der einzelne Flüsse zusammengetragen hat und diese Ereignisse in Zusammenhang mit den Lachsfängen und Bestandsentwicklungen in Diagrammen darstellt.


Dieses Prinzip der Forschung ist meiner Meinung nach der bessere Weg, als einseitigen Fokus auf die eine mögliche Ursache zu richten, dessen Forschungsprojekte letztendlich die meisten Gelder für die Wissenschaft generiert. Am Ende bringt dies für die Lachse nur sehr wenig.

Gruss
Smolt
 
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