Hallo Leute,
wir sind letzte Woche Montag morgen von Soroya per Wideroe nach Tromsö gekommen. Zuerst war nirgends was zu sehen. Nach einiger Zeit schlenderten in aller Ruhe zwei Zöllnerinnen durch die Halle, kamen zu uns, fragten uns seehr höflich von wo wir kommen, was wir machten, ob wir Fisch mithaben, in welchen Gepäckstücken diese sind. Nach kurzer Beratung, sagten die beiden Damen, sie möchten bitte den Fisch begutachten und ob wir bitte mitkommen möchten. Wir, zu dritt, waren von Anfang an seeehr freundlich und zuvorkommend und so begleiteten wir die Damen mit zu dem Zollraum wo die auch einen großen Gepäckscanner haben.
Dann nochmal: Wo ist der Fisch drinnen? Wir sagten in welchen Koffern, und somit wurden alle anderen Gepäckstücke ausser dem Rutenrohr durch den Scanner geschickt und auf Fisch kontrolliert. Wer also meint, schlauer als schlau zu sein und den Zoll also auf diese Weise bescheissen zu können, dass die in den anderen Koffern nicht nachschauen...Nö, das haben sicher schon gaaanz gscheite probiert.
OK, die Koffer waren fischfrei also bitte die Fischboxen öffnen, alle Filets pro Person raus in eine Box und ab auf die Waage. Unser Resultat: 1. 14,98kg, 2. 15,90kg, 3. 16,50kg
Die 16,50 waren mein Fisch. Puh, da habe ich mal ein wenig geschluckt und man merkte wie die Zöllner, mittlerweile zu viert, zu diskutieren begannen. Da hatten wir drei im Quartier beim Aufteilen einen Fehler gemacht und ungleich aufgeteilt. Weiters hatten wir drei Kofferwaagen mit dabei und wir bekamen drei verschiedene Gewichtsanzeigen als wir selbst vor dem Packen die Boxen abwogen. Mit einer Toleranz von fast einem Kilo!! Also eine gewisse Unsicherheit war da schon klar.
Fazit: Wir durften unseren Fisch behalten!
Wir haben deren Diskussion so gedeutet, soweit wir das mitverstanden haben, dass sie die Zolldokumente genau kontrolliert haben und die waren in Ordnung. In unseren anderen Koffern war auch nix und bei den Gewichten hatten sie bei 14,98 und 15,90kg gar nichts gesagt, lediglich die 16,50kg dürften ausserhalb einer gewissen, kleinen Toleranz gelegen haben. Ausserdem waren wir möglichst nett und hilfsbereit, auch kein interner blöder Kommentar auf Deutsch (wer weiß ob da nicht jemand von denen auch Deutsch kann..)
Die dürften das alles berücksichtigt haben, evtl. die drei Gewichte durch drei dividiert und aufgeteilt haben und dann waren wir innerhalb derer Toleranz, welche wir mit 1kg annehmen.
Somit haben wir uns sehr herzlich bedankt, alles wieder verpackt und wünschten uns gegenseitig noch einen schönen Tag.
Ich fragte die Chefin der Zöllner dort, inwiefern die Angler denn mit den neuen Bestimmungen nun disziplinierter wären. Antwort: NO! 25 oder 30kg sind häufig zu finden!!
Da darf man sich also nicht wundern wenn der Zoll handelt wie er handelt!
Ich fragte noch nach der Strafhöhe. Wenn ich es richtig behalten habe: grundsätzliche Strafe von NOK 8300,-, dann pro überschüssigem KG auch rund 800NOK und der gesamte Fisch weg.
Da wir danach noch viel darüber diskutierten untereinander, habe ich jetzt die genauen Zahlen nicht mehr so genau im Kopf.
Auf jeden Fall ist für uns die Lehre daraus, in Zukunft eine Waage mitzuhaben die genau wiegt, ausser im Quartier wird es bald eine geeichte Waage geben damit diese Unklarheit beseitigt ist. Und allgemein hatten wir also nochmal Glück den Fisch behalten zu können auf der Basis unseres Verhaltens, den korrekten Zollpapieren etc.
Vielleicht ist dies für den einen oder anderen eine kleine Hilfe bei zukünftigen Reisen.
Liebe Grüße aus Österreich
Albert