Wie komme ich an dem Fisch in Süd-Norwegen

Ich oute mich jetzt auch mal.

Meine Angelkisten sind voll von gekauften superfängigen Montagen. Alles was das Herz begehrt. Muss man ja immer dabeihaben. Egal von welchem Hersteller, Hauptsache es sieht fängig aus.

Dann bin ich im gelobten Land und wir fahren die ersten vielversprechenden Stellen an.

Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase zappeln auch die ersten kleineren Köhler an dem speziell gekauften Grossköhlersystem. Bei fünf Haken plus Pilker und drei Fischen von sagen wir mal 40-50 cm kommt da doch schon mal richtig Stimmung an Board auf.

Jetzt kommts. Alles Gebimmel abhaken und nur noch mit maximal einem Beifänger und leichtem Pilker ( 100gr. ) auf die grossen in dem Getümmel angeln. Und das machen alle fünf Leute so im Boot.

Die Stückzahlen werden geringer, ist ja klar, aber die Exemplare werden grösser. Der Spuck ist an einem sogenannten Hotspot nach circa. 5 bis 10 Minuten vorbei. Was nun los. Fische verschwunden. Da wird halt neu gesucht und gefunden. Natürlich kostet das Zeit, aber es lohnt sich immer wieder.

Was ich damit sagen möchte ist, ihr müsst aktiv sein beim angeln.

Ich hab übrigens dies Jahr nur mit Pilker unterhalb der Schwärme versucht grössere Dorsche zu erwischen. Was soll ich sagen, bei drei guten Angeltagen hab ich nicht einen Dorsch erwischt. Die Köhler waren mir relativ egal. Alles was releast werden konnte, schwimmt wieder.
 
Sven, das alles kann ich nur unterstreichen. Genau auf den Punkt gebracht. :baby:

Ergänzen möchte ich hier noch etwas zu den so hoch gelobten "Hotspots":

Wie entstehen die?

Ein Angler hat einen Anhieb und kämpft, sagen wir mal eine viertel Stunde, um den Fisch ins Boot zu bekommen. Dann freut er sich erst einmal über den Fang, versorgt ihn, macht seine Hände sauber und setzt nun den GPS-Punkt in das Gerät.
Nun meine Frage:
Wie weit ist er wohl vom tatsächlichen Fangpunkt abgetrieben?

Nur mal zum Nachdenken.


Hoddel

Genau, mit diesen anscheinend kleinen Fehlern beginnt der Ärger schon. Ich sehe mir bei fremden HotSpots die Tiefen, Kanten, Untergrund usw. an, ob es wirklich Fisch gibt muß man probieren. An meine eigene Punkten weiß ich genau was ich habe, Jahreszeit, Tageszeit, Tide usw. da weiß ich was ich von zu halten habe. -> Wie Wolfgang sagen würde, ein Jahr trägt mein Apfelbaum im Garten viele Früchte, im nächsten nur sehr sperlich!
 
Wir haben dieses Jahr im Rosfjord Gepilgt was das Zeug hält mit Pilgern zwischen 35 und 200 gr. , bunten Flittervorfächern oder Gummimakks in sämtlichen Größen. Das ergebnis war niederschmetternd, außer ein paar kleinen Makrelen und 3 kleinen Dorschen haben wir mit 4 Leuten in 2 Booten nichts gefangen. Am 3. Tag hab ich dann meine Wasserkugel ausgepackt einen Stopper auf meine 35 Mono aufgezogen und eine Reker auf einen Jighaken gesteckt und in 5m tiefe an einer Untiefenstange mal eben 16 Pollak in guten größen ( 40- 65cm) verhaftet. Nachdem wir alle Angeln umgestellr hatten haben wir in 3 Tagen insgesamt 76 Pollack erbeuten können. Ohne die Tips aus dem NAF wäre ich bestimmt nie auf so eine ausgefallene idee gekommen....
 
ehm, @Hoddel:
Wozu gibt es ´ne MOB-Taste auf meinem GPS???
Top-Beitrag von Pommern-Sven, die ganze Technikgläubigkeit schlägt meist schnell um, wenn an den vor irgendwelchen Guru´s verbreiteten Punkten - auf Grund welcher Umstände auch immer - nichts oder nur wenig gefangen wird.
Zu den Montagen und ihrer Ausgestaltung möcht ich nur eins sagen: unsere Journaille ist da nicht ganz unschuldig dran und der Obervorbeter hat da eine ganz gehörige Aktie ;) :? ;)
Sinngemäßes Zitat aus dem alten Blinker-Sonderheft Norwegen: "... ihr Deutschen angelt immer mit viel zu leichtem Gerät!"< und solche Sätze, in Granit gemeißelt - was anderes sind ja solche Sonderhefte nicht, prägen sich in die Gedankenwelt von Generationen von Angler ein!

Petri & all times tight lines
 
Ich fische meist recht einfach, auch nehme ich nur ein paar selbstgeknübberte Systeme mit.
Der Rest wird vor Ort geknübbert und den Gegebenheiten angepasst.
 
Mönsch Lutz, sehe gerade dein neues Bild !!

Schick, jetzt kann man dich ja erkennen !!;) :D
 
Mensch Sven, mal wieder ein Klasse Beitrag von dir.

Ich kann dir nur beipflichten...
Ich fahre nunmehr seit 7 Jahren ins gleiche Revier ( Flekkefjord / Hidra )

Stellen, die Tage zuvor fängig ware, stellten sich plötzlich als Nullnummer dar, man konnte machen , was man wollte.

Auf dem Echolt Fisch.... naja, können auch Quallen oder tausende von kleinen Rekern sein...

Also, nach Grund und Bodenbeschaffenheit fischen.. und ein gewisses Augenmaß auf die Umgebung richten, dann solls schon klappen.

Ich sage Echolt ja... aber nur zur Sicherstellung des Untergrundes und der Tiefen......:baby: :baby: :baby:
 
Servus,
will auch mal meinen Senf zu geben.
Kann das, was Sven, Wolfgang und die anderen so schreiben bestätigen, wenn ich auch erst ein Paar Süd-Norge Touren hinter mir habe, und mich desswegen nicht zu den Profis zähle.
Jemand hat mal treffend gesagt, die meisten Gedanken über die richtige Köderfarbe macht sich eh nur der Angler, weniger der Fisch. Also das wichtigste ist, erst mal den Fisch zu finden, und da muss man sich eben Gedanken zu machen, und die Karte studieren. So lernt man dan immer schön dazu, was, finde ich, beim Angeln das Salz in der Suppe ist. Danach ist dann auch die Technik ein schönes Hilfs!mittel, um die Punkte aus der Karte auch zu finden, denn auf dem Wasser ist es mit GPS doch etwas einfacher als mit Kompasspeilung. Ups, sorry, Kompass ist natürlich auch immer an Bord, wegen der Sicherheit, Elektronik kann ja auch ausfallen. (Puh, gerade noch die Kurve gekriegt, bevor hier wieder einer was falsch versteht:D )

@Mazte9mib
das kann ich bestätigen, hab das selbe schon erlebt, nach dem Entfernen des ganzen Beifangetüddel`S haben wir auf leichten Einzelpilker grössere Sei und Pollak im Mittelwasser gefangen, und fasst alle beim schnellen Hochdrehen. Leider standen unter den Schwärmen auch keine Dorsche.

Ansonsten hoffe ich, dass in diesem Thread weiter sinnvolle Tips ausgetauscht werden, so wie es eigentlich im gesammten NAF sein sollte. :baby:
 
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