Nun träumen wir mal ein bißchen weiter vom Angelsommer in Norwegen. Vom Gebirgssee gehts nun mal runter an die Glomma, südlich von Røros, die meisten Fliegenfischer sind ja in den bekannten Bereichen Koppang oder Atna am Silberelch unterwegs. Die Äsche ist als Hauptfisch aber überall vertreten, da kann jeder sein Anglerglück versuchen.
Es ist schon ein imposanter Fluß mit den unterschiedlichsten Struckturen, mal flach aber auch mal gleich am Ufer mal 3m tief rein.

Wenn man nicht gleich am Parkplatz angeln will, mal nen bißchen am Fluß lang wandern, da kann man die Ruhe am Wasser genießen, nur du und die Natur. Da ist Spaßangeln angesagt für den ders möchte. Sandige Strecken , gefährliche stolprige Geröllabschnitte und auch ruhige Schlammstrecken wechseln sich ab. Gut zu Fuß solltest du schon sein.

mit guten Äschen kannste überallrechnen, ob du sie dann an den Haken bekommst liegt an deinem Geschick, ist ja auch unser Ansporn.

In diesem urigen wenig beangelten Fluß gibts bestimmt auch kapitale Fische, doch die lassen sich nicht so einfach von uns fangen. Eine Bachforelle 50+ ist da bei uns schon ein Ausnahmefisch, wo man mal alles richtig gemacht hat.

Diese ist hier auf einem Glasi von unserem Glasmicha reingefallen von ganz weit draußen,

Andere Forellen gingen auch aufs Haarwaschl, das kennen die hier noch nicht

Die Äschen haben wir auf Blinker, Wobbler und natürlich auf verschiedene Fliegenmuster gefangen am kleinen 4 Gramm Spirolino. Wieso beißen die Äschen auf Blinker oder Wobbler? Wir haben noch keine Äsche dort ausgenommen, die in ihrem Magen mal nen kleinen Fisch hatte ?! Sollte das nur Revierverhalten sein, daß sie Konkurenten verbeißen wollen, und wenn sie denn mal Pech haben hängen sie am Haken. Auf einen 9cm Wobbler hatte ich mal eine 47er Äsche, kleine Köder müssen nicht sein.
Die besten Stellen für die Äschen sind stromab hinter den Rauschen, in den Rauschen waren mehr die Forellen zu Hause.

an ruhigen Abschnitten sind auch Hechte und Barsche vorhanden, da kann man auch mal drauf probieren zur Abwechselung, da dann allerdings mit Stahlvorfach. Mir haben dort die Hechte auch gleich mal ohne Stahl den guten Forellenwobbler beim ersten Wurf aus der neuen Schachtel abgebissen.

Größere Hechte 80+ haben wir dort auch noch gesehen, aber nicht an den Haken bekommen. Sie sind dort in dieser Strecke der Glomma als Gesundheitspolizei gern gesehen. Doch ein paar Kilometer weiter stomauf in der nächsten Angelstrecke ist zu unserer Überraschung dieses Schild zu sehen ?!

dort sollst du diese Fischarten Hecht Barsch vor der Ausbreitung hindern. Da sind sich die Flußeigner nicht so richtig einig , was gut fürn Fluß ist. Deshalb ist es sehr wichtig die Angelkarte und die Bedingungen gut zu studieren und zu verstehen , oft sind die Vorschriften anders.
Es gibt auch gute ordentliche Rastplätze von den Anglern,

auch gute Angelhütten, die gepflegt sind. Letztes Jahr haben wir aber öfter , selbst weit ab in der Wildnis solche Müllkippen gefunden, wie zu Hause.

Da kann man nur mit den Kopf schütteln, wie die Natur verschandelt wird, können die Knaller ihren Müll nicht einfach mit nach Hause nehmen, das liegt dort bis zum nächste Hochwasser und dann strandet es wo anders, wir saufen dort Gänsewein aus dem Fluß, total Abfallfrei.
Es gibt auch mal Tage oder Stunden am Fluß da beißt kaum was an. Ausdauer ist da der Beste Köder und irgendwann haben sie wieder Hunger, da zappelts wieder an der Angel

Die unbegangenen Ufer sind teilweise mit brusthohen Wildpfanzen bewachsen, da weiß man nicht immer wo man hintritt, wenn man sich vorwärtskämpft ohne Trampelpfad, ein senkrechts Biberloch kann dich dann schon mal zu fall bringen. Bei mir waren es total zugewachsene Findlinge, die der Bauer zur Uferbefestigung zum Feld dort platziert hatte vor vielen Jahren. Die Uferkante war total zugewachsen mit Birkengestrüpp und Gras. Das Unkraut war brusthoch, ich bin an der Uferkante lang und dann gings 1,2m tief ins Leere. Da war ein Findling zu Ende und ich knallte mit dem Rücken auf die Steinkante. Da bleibt dir erst mal die Luft weg vor Schmerz und du weist erst mal nicht so richtig was los ist. Dank Handy konnte ich da meine Frau ranklingeln, die schon am Auto war , ich brauchte mal meinen Watstock als Gehhilfe und sie mußte auch mal meine Utensilien zum Auto tragen. Ja, so schnell kanns gehen . So etwas hatte ich vor 2 Jahren im April an der Glomma schon mal durch beim Sturz auf die Eisschollen, der ärztliche Notdienst hatte damals auch nur den Hinweis daß es lange schmerzen wird ( 6 Wochen) und die Schmerztabletten dazu gabs im Supermarkt. Nun hab ich mir die wieder geholt, irgendwie wirds schon gehen. Das Sitzen und Stehen einschließlich Angeln ging sogar ganz gut, war nur nicht mehr so schnell auf den Beinen unterwegs. Aber ins Bett legen oder früh Aufstehen war äußerst schmerzhaft. Naja hauptsache die Angelei geht. Wir wollten dann ja noch 3 Wochen nach Harbak ans Meer.
In den kleineren Zuflüssen zur Glomma ist je nach Wasserstand im Sommer auch eine abwechselungsreiche Angelei möglich in wunderschöner Umgebung, dazu mal noch was später.