Danke euch für die Tipps. :)
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#Tag 4 die Zweite. Oder auch... endlich den Pizza-Fisch
Um knapp 16 Uhr hat der Regen wie angekündigt aufgehört und ich bin runter, um zu schauen wie das Wetter so ist.
Der Wind sah aber übel aus und die Boote waren hart am Schunkeln. Während der Rest noch geschlummert hat, bin ich alleine zum Steg und wurde kreativ.
Anstatt alles perfekt zu machen... Einfach Mal machen! Man kann eben auch alles zerdenken, anstatt zu experimentieren. 🤷
Also habe ich mir einen Pilker genommen, den Drilling entfernt und unten einen Beifänger (zwei einzelne Haken an Stoffleine) montiert. Auf jeden Haken wurde dann ein länglicher Fetzen Köhler montiert. Mit einer Pilkrute wurde die Montage mittels Gewaltwurf ins Wasser gepfeffert.
Die Rute habe ich dann im Steg geklemmt, hingestellt und dabei die Bremse der Stationärrolle offen gedreht. Sah aus wie so eine stehende Brandungsrute. Nur ohne Brandungsrute und irgendwie falsch. 🤣
Es dauerte keine Fünf Minuten, da bog sich die Rute und ein schöner Küchendorsch war gelandet. Satans, damit hätte ich nicht gerechnet. 😲
Hach... ein herrliches Gefühl, wenn die eigenen Ideen und Experimente tatsächlich klappen. 😍
Kaum gelandet, rief Torben an. Ob wir raus wollen. 🚣 Die Boote waren noch kräftig am Schunkeln. Eine Tour vor der Haustüre in der Bucht war aber kein Ding und auch kein Risiko. Und auch Wegi und Niklas waren mit an Board und es ging auf zur Runde 2. 💪
Das Ende der Bucht wurde angesteuert, um von dort in Richtung Camp zu Driften. Torben hatte dort eine spannende Stelle gefunden, wo er ein paar gute Fische sah und über die er Driften wollte. Doch der Wind und vor allem die Böen haben ihr eigenes Ding gemacht und wir wurden bei zwei Driften immer wieder anders und aufs Ufer gedrückt, ohne dass die Stelle getroffen worden ist. 💨
Vor allem die Böen... die konnte man von Weitem ankommen sehen. Als würden sie Apokalyptischen Reiter das Wasser aufwirbeln, ehe einem gefühlt die Brille von der Nase gewehr worden ist.
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Eine dritte Drift wurde dann angesetzt. Doch so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt. Ab dem Moment haben wir zwei bis drei Stunden mit einer einzigen Drift verbracht, die uns die komplette Bucht entlang des Ufers gedriftet hat. Auch um Kurven und Hindernissen entlang. Und das immer mit dem perfekten Abstand zum Ufer, bei einer Tiefe von 20 bis 40 Meter.
Das an sich klingt ja nicht ungewöhnlich. Aber die Tatsache, dass der Wind bei jedem Steg, Hindernisse und jeder Ecke gedreht hat und uns selbst am Ende der Bucht um 90 Grad Richtung Camp, komplett bis zum Steg gedriftet hat, ist komplett unglaubwürdig. 😳 Aber ein Träumchen.
Ein Traum war auch die folgende Situation...
Jeder hatte eine Heilbutt Montage draußen. Parallel haben wir entweder mit Gummi geworfen oder Plattfisch Montagen und Reker auf Scholle und c.o. geangelt. Ich habe irgendwann die komische Montage, mit der ich am Steg den Dorsch fing, verwendet. Die Beiden Fischfetzen und den Pilker wollte ich über den Boden Streifen lassen.
Kaum ausgeworfen, hieß es schon das ich einen Biss auf die Heilbutt Rute hätte. Aufgrund der letzten Tage, habe ich das nicht so ernst genommen und erst recht nicht mit einem richtigen Biss und einem hängenden Fisch gerechnet. Aber als ich dann sah, wie die Rutenspitze schon ins Wasser ragte, musste Kameramann Niklas erst einmal meine zweite ausgelegten Montage einholen, damit ich die Buttrute aus dem Ständer nehmen kann. Was bin ich froh mir den Reelax Rutenständer gegönnt zu haben. Bei der Kraft wäre jeder andere verbogen.
Der Fisch am anderen Ende zog so kräftig an der Schnur, dass ich die Rute erst gar nicht aus dem Ständer ziehen konnte. So ein Kraftbrocken.
Und dann ging der Ritt los und die Apokalyptischen Reiter liefen nun nicht mehr übers Wasser, sondern zogen meine Rute unters Wasser.
Diese brachiale Urgewalt hat mir alles abverlangt. Aber im Gegensatz zu meinem letzten großen Heilbutt von vor zwei Jahren, nach dessen Kampf ich dermaßen erschöpft war, habe ich es dieses Mal entspannt angehen lassen. Und auch wenn das ein enormer Kraftakt für mich war... der Drill lief reibungslos und (den Umständen entsprechend) entspannt für mich ab.
Irgendwann war der Kollege Plattschuh auch oben. Und wer Wegi kennt, der weiß, der macht keine Gefangenen.
Gaff rein, Heilbutt raus und ins Boot. Und das alles mit einer kurzen Handbewegung, so als hätte man seinen Kugelschreiber aus der Tasche geholt. Eine Maschine der Kerl. 😍
Und dann lag da nun diese Platte vor mir.
Endlich hat es geklappt und der Bann dieser Reise war für uns gebrochen. Endlich dürfen wir uns auf die Pizza freue, da der Heilbutt dazu gefangen worden ist. 🍕
Und Torben hat es wieder einmal bewiesen, ein Händchen für gute Fotos zu haben. Ich freue mich.
Aber natürlich nicht ohne auch das Gesichtselfmeter einzufangen. 🙈
Über den Fang freue ich mich ja ungemein.
Aber noch mehr freue ich mich darüber, wie sehr die Jungs sich für mich und für uns gefreut haben. Diese Herzlichkeit und echte Freude in deren Augen. Unbezahlbar. ❤️
Da war nichts von Fischneid oder anderes, wie man es bei Angeleen häufig erlebt. Hier gab es nur vier Freunde, die als Gruppe zusammen Erfolgreich waren und bei denen jeder Schritt in Teamarbeit saß. Ein perfektes Erlebnis.
Aber das ist nicht die einzige Freude. Zuvor hatte ich richtige Sorgen und Angst vor der körperlichen Auseinandersetzung. Ich hatte wirklich Angst davor einen starken Drill zu erleben, der mich körperlich derart verausgabt, dass ich danach erneut nicht mehr dazu in der Lage wäre, weiter zu angeln. Seid dem Herzinfarkt vor ein paar Jahren und anderen weiteren Problemen, die in den letzten Monaten dazu kamen, habe ich nicht damit gerechnet, so gut damit zurecht zu kommen.
Ruhe bewahren war letzten Endes der Schlüssel. Und diese Entspannung, die ich nach diesem Erlebnis gerade erlebe, ist unbezahlbar. 😍
Aber genug von der ganzen Gefühlsduselei...
Es wurde danach noch weiter geangelt. Und tatsächlich war die Kiste am Ende voll. Weitere Dorsche, Schollen und auch Schellfische haben den Weg ins Boot durch die Beiden gefunden. Und einen echt großen Wittlingen, dessen genaue Art wir in dem Moment nicht bestimmen konnten und daher zurück gesetzt haben, wurde von Wegi gefangen.
Ein wirklich toller Abschluss für einen ansonsten katastrophalen Tag.
Zum Abendessen gab es dann Dorsch, Schellfisch und feine Heilbutt Bäckchen. Letztere haben wir noch nie gegessen und uns darauf besonders gefreut. Dazu Kartoffelbrei und Pfeffer Rahmsoße. Ein Gedicht. 😋
Und jetzt haben wir es 1 Uhr (nope, mittlerweile 2 Uhr), ich schreibe seit über ner Stunden (ney, jetzt zwei) an den Beitrag (am Handy) und bin gerade sehr zufrieden. Morgen steht dann erneut Ausschlafen auf dem Plan...wenn es denn wirklich Mal klappt... Und dann geht es auf zur nächsten Tour. Dieses Mal aber mit doppelter Motivation.
Abschließen noch ein paar Bewegtbilder von nach dem Fang, die man bitte nicht zu ernst nehmen sollte. 🤣
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