Rettungsmittel auf dem Boot

Du sollst ja auch nicht bei 5Meter Tiefe mit einem 4Meter Seil ankern. :D

Mindest doppelt, besser 4fache Länge. Oder anders gesagt je länger je besser.
 
@lumbensammler

Länge der Ankerleine = mindestens 3fache Wassertiefe, bei Welle gerne fünfmal. Dann hat das boot genug Spiel. Die Leine wird trotzdem enorm beansprucht und Spaß macht eine solche Schaukelei auch nicht. Aber das ist allemal besser als auf's offene Meer getrieben zu werden.

Zum Thema Sicherheit noch eine "Lustige"? Geschichte.
Ich hab mir mal in DK ein Boot ausgeliehen, weil wir Besuch bekamen und mein Schlauchboot für mehr Leute zu klein war. Zu dem Boot bekam ich vom Verleiher eine "Sicherheitsausrüstung": Die klotzige Schwimmweste war ok, ich hab trotzdem lieber meine eigene genommen. Der Anker und das Ankerseil waren wirklich solide und eher zwei Nummern überdimensioniert. Aber dann: Der Kompaß? Der stammte wohl aus einem Kaugummiautomaten für Kinder und als er noch nicht völlig verrostet war, konnte man sicher auch mal Buchstaben wie N oder S drauf lesen. Dann die Notmunition: Verfallsdatum nicht mehr lesbar, zumindest war sie hoffentlich ungefährlich, da sie im Ernstfall gar nicht funktioniert hätte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich im Notfall getraut hätte, die zu zünden. Wenn überhaupt wäre sie wahrscheinlich im Boot explodiert!
Den Kram hab' ich gleich dagelassen. Zum Glück hatte ich ja meine eigene Sicherheitsausrüstung dabei (und die ist etwas verläßlicher)

Dem Angestellten des Verleihers, den ich drauf ansprach, war das deutlich peinlich und er entschuldigte sich damit, daß sein Chef in dem Punkt etwas sparsam sei und außerdem wir ja auch nicht so weit hinausfahren sollten (wenn auch nicht Atlantik so doch immerhin großer Belt).

Wie sind da eure Erfahrungen aus Norge?

Viele Grüße aus Kiel
Ralf
 
Man muss hier abwägen, was hab' ich für ein Boot und was will ich damit machen.
Je kleiner das Boot, um so geringer sind die Einsatzmöglichkeiten und auch logischerweise die notwendigen Sicherheitseinrichtungen. In einem 9ft-boot kriegst Du keinen Anker unter. Aber da darf man auch keine Wagnisse eingehen.
Mit so einem Kahn würde ich nie mehr (in Norwegen) aufs Wasser.
Bei einem 18ft-Boot ist das schon anders. Da ist ein Anker vielleicht mal lebensrettend. Es gibt ja nicht nur die Möglichkeit auf den Atlantik hinausgetrieben zu werden, sondern vor allem auch die andere Richtung ist gefährlich.
Wir hatten mal so ein Erlebnis. Der Motor war abgekackt und wir trieben auf die
Felsen zu. Wenn die Trift ordentlich ist, kann man mit einem Bootshaken das Boot nicht von den Felsen halten.

Oder bei den 24ft-Booten, da kann man schon mal eine Tour machen.
Kommt plötzlich ein Sturm auf, kann man an einem der Nothäfen oder empfohlenen Ankerplätzen eben "ankern". Weil festmachen kann man da nirgendwo. Warscheinlich muß man bei dem felsigen Untergrund hinterher die Leine kappen. Das ist aber allemal besser als den Lebensfaden.

Aus dem Thread kann noch was werden
Heinz Jürgen
 
Hi Uli,
genaugenommen, keine, außer Nebelhorn u. dgl.

Jegliche Munition, auch Signalmunition, selbst die die bei uns frei verkäuflich ist, muß bei der Einfuhr nach Norge gemeldet werden.

Ich selbst hab zwar auch immer welche dabei und hatte sie bis jetzt nicht angemeldet und bin bis jetzt nicht erwischt worden. Ich möchte aber nicht wissen was passiert, wenn doch.

Ich weiß allerdings auch nicht wie das Prozedere aussieht bzw. abläuft. die Dinger anzumelden. Vielleicht genügt ja nur der Hinweis an den Zöllner.

Alternativ käme ein Kauf in Norge in Frage. Die Dinger sind nicht so teuer. Du hast dann allerdings im nächsten Jahr wieder das Problem.

Wie ich schon mal gepostet habe, gibt es einige Bootsbesitzer die solche Signalmittel auf ihren Booten haben. Aber auch nur solange bis sie von den Habenmag-Touris geklaut werden.
 
Hab mal folgende eMail an die Botschaft der Norgies geschickt.

Sehr geehrte Damen und Herren,



ich bin im www.norwegen-angelforum.de Moderator und habe eine wichtige Frage. In einer Diskussion über die Sicherheit auf See, kam das Thema der Seenotsignale und deren Mitführung auf. Es gibt dort sehr unterschiedliche Auffassungen was und wie es in Ihren Einfuhrbestimmungen geregelt ist. Ich möchte unsere Mitglieder gern genaue Informationen zukommen lassen. Darum bitte ich Sie, mir folgende Fragen zu beantworten.



1. Welche Signalmittel (Seenotsignale) dürfen nach Norwegen eingeführt werden?

2. Welche Signalmittel dürfen nicht nach Norwegen eingeführt werden?

3. Sind bestimmte Signalmittel anmeldepflichtig?

4. Wie können oder müssen diese Signalmittel angemeldet werden.


Wir haben großes Interesse, alle Norwegenreisenden gut in Punkto Sicherheit auf See zu beraten. Bitte helfen Sie mit, Unfälle zu vermeiden und die Sicherheit aus See zu erhöhen.


Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Neumann

Uli
 
Hey Uli,

S U P E R A K T I O N :baby: :baby: :baby:

Hoffentlich kommt eine vernünftige Antwort zurück.
 
seeeeeehr gut, bin mal gespannt auf deren Reaktion… :baby: :baby: :baby:

Gruss

Udo
 
Da bin ich auch neugierig :) :)
 
Erst mal ein Moin Moin von der Küste.

Ich habe mich gerade angemeldet und bin der Neue.
Habe zu eurem Thema wegen der Einreise in Norwegen zwecks Munition und Signalpistole schon Erfahrungen gemacht.
Leider keine guten. Habe mich beim deutschen Zoll erkundigt und von der Seite bekam ich grünes Licht, das wäre mit der Einreise kein Problem sagte man mir, da Alles ordnungsgemäß registriert ist.
Sie hätten ja Recht behalten, wenn ich auf dem Seeweg mit eigenem Boot eingereist wäre.
Folgendes ist passiert:
Meine Frau und ich hatten uns 3 Wochen Hitra gegönnt.
Ich wußte ein schönes Aluminiumboot mit Steuerstand und 15 PS AB standen für uns zur Verfügung.
Nun kreisten immer die Gedanken durch meinen Kopf >
tolle Fische, schöne Wellen, ablandiger Wind, Motor aus, Boot treibt ab.
Also was kann man für die Sicherheit noch tun.
Deshalb entschloß ich mich, meine Signalpistole von meinem Boot nebst Munition mitzunehmen.
Hatte mich aber vorher erkundigt, ob es da Probleme geben könnte. ( Das Teil ist registriert und die nötigen Papiere, die man in Deutschland braucht, sind vorhanden)
Angekommen in Oslo keine Kontrolle, aber ich wollte ja Alles richtig machen.
Rein zum Zoll, das Teil auf den Tresen gelegt zwecks Anmeldung.
Oh Frank, was hast Du da gemacht.
Die nette Dame in Uniform gab mir in unmissverständlichem Ton zu verstehen, dass ich in ihr Land eingereist bin und somit ihre Landessprache sprechen muss.
Ich versuchte das dann mit englisch ( kann aber auch platt gewesen sein), aber wir kamen auf keinen Nenner.
Was ich rausgehört hatte - ich sollte noch zu einer Behörde in Oslo, aber die hatte zu.
Daraufhin fragte ich, ob nicht die Möglichkeit bestehen würde, dass man die Pistole beim Zoll lässt bis zur Ausreise.
Aber wo kein Wille, da ist auch kein Gebüsch.
Ich kam mir irgendwie bescheuert vor.
Nach ca. 30 Minuten erbarmte sich dann ein Kollege von ihr, dem ihre "nette" Art auch zuviel wurde.
Er nahm die Signalpistole in Verwahrung, sie stellte mir eine Quittung aus, aber setzte noch einen drauf.
Aushändigung erst 15 Minuten vor Abfahrt der Fähre. Das bedeutete Stress.
Mein norwegischer Vermieter hat das dann für mich geregelt, dass ich sie vorher abholen konnte.
Es ist doch noch ein sehr schöner Urlaub geworden, habe meine ersten Dornhaie gefangen.
Nun weiss ich, was man nicht machen sollte.

Gruß Frank

PS: Gibt es hier eine Seite wo die neuen sich vorstellen? Habe nichts gefunden.
Oder ist das so schon O.K.? :]
 
Hallo Frank,

willkommen im NAF, das Du Dich hier vorgestellt ist schon ok. und Danke für Deinen lehrreichen Beitrag. 1994/95 habe ich meine Signalpistole samt Munition ohne Probs durch den Zoll bekommen, aber das ist lange her. Mittlerweile geht das auch über die jeweiligen Vermieter, vorher anrufen und die Norgies besorgen Dir dann entsprechendes Zeug;), zwei drei Bierchen und schon gehts.

Übrigens kann man jetzt unter www.compass24.de sehr günstig zu Automatikwesten kommen, keine 50,--€.

Eine Vorstellungsseite ist auch in Arbeit.
 
Hallo Frank HB,

erstmal willkommen im NAF.
Deine Geschichte ist - finde ich - ein starkes Stück. Was ist denn, wenn man mit einem Boot einreist? Darf man dann auf dem Boot keine Rettungsmittel haben?

Viele Grüße aus Kiel
Ralf
 
Herzlich willkommen Frank Hb.

Wir hatten in unserer Crew auch diskutiert.

Nehmen aber nichts mit.
Wir kriegen das mit der Waffenbesitzkarte nicht mehr zeitig hin.

Petri Heinz Jürgen
 
Moin Moin

rueganer, danke für die Begrüßung und für den Tip mit den Schwimmwesten.
Sind wirklich günstig.
Der Tip mit dem Vermieter ist auch sehr gut.

@ Ralf aus Kiel

Wenn Du mit dem Boot einreist auf dem Wasserweg, dann ist das Alles genehmigt.
Wenn Du aber Dein Boot auf dem Trailer hast, dann sieht die Sache wieder so aus wie beschrieben.
Dann müsstest Du rein rechtlich die Signalpistole anmelden.
( müsstest.......)


@ Heinz Jürgen

Das kann ich erst mal gut verstehen, man will ja auch keinen Ärger.
Aber ich persönlich würde auf jeden Fall meine Signalpistole mit Munition mitnehmen und natürlich nicht anmelden.

Denn wenn man wirklich mal in Seenot kommt und man kann dadurch gerettet werden, fragt garantiert kein Mensch mehr, ob man die Pistole angemeldet hatte oder nicht.


Gruß Frank

PS: Auf euer schönes Forum bin ich aufmerksam geworden durch

Joschi, den alten Angelhakenverkäufer aus Ganderkesee. ( nee nee, ist schon ein toller Laden)
War ein guter Tip, tolles Forum. ( Moin moin Achim) :)
 
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