Tigerhai79
Stammnaffe
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Torsvåg 2026 – eine Woche zwischen Wind, Walen und verspäteten Heilbutten
Reisezeit: 10.06.–17.06.2026
Teilnehmer: 5 Personen
Unsere Gruppe reiste auf zwei verschiedenen Wegen in den hohen Norden: Zwei Kollegen machten die gemütliche Variante mit Auto, Color Line, Trondheim und den Lofoten. Die anderen drei flogen mit Lufthansa von Basel via Frankfurt nach Tromsø und holten dort den Mietwagen ab. Die Anreise verlief bei allen völlig problemlos – kein Stress mit Gepäck, Zoll oder sonstigen Überraschungen.
Unterkunft
Wir wohnten im Leuchtturm von Torsvåg. Die Unterkunft liegt etwas erhöht über dem Ort und hat eine fantastische Aussicht in praktisch alle Richtungen. Das Haus ist zwar nicht mehr taufrisch, hat dafür aber jede Menge Charme und ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Alles Wichtige war vorhanden und wir haben uns sofort wohlgefühlt.
Der einzige kleine Nachteil: Der Weg zum Hafen und zur Filetierstation ist etwas länger. Deshalb kam das Auto häufiger zum Einsatz als ursprünglich gedacht. Faulheit siegt eben manchmal über Bewegung. 😊
Boote
Wir hatten zwei Arvor 230 mit 150-PS-Diesel.
Die Boote sind sicher nicht neu, aber gut gepflegt und für die Offshore-Bedingungen absolut passend. Bis auf ein paar kleinere Schönheitsfehler (hier und da eine lockere Reling) gab es nichts zu beanstanden. Plotter und Echolot funktionierten einwandfrei, Rutenhalter waren genügend vorhanden und vor allem machten die Boote jederzeit einen sicheren Eindruck. Wir haben am Ende ziemlich genau 100l Diesel pro Boot verbraucht.
Anlage und Service
Das Filetierhaus ist gross und zweckmässig eingerichtet. Direkt daneben befindet sich ein Kühlraum mit -35 °C – perfekt für den Fang.
Wenn allerdings alle Boote gleichzeitig zurückkommen, kann es beim Filetieren schon mal etwas Wartezeit geben. Die Fischabfälle werden von der Anlage entsorgt, was sehr angenehm ist. Das Ganze hat mit dem Förderband für die Fischreste fast etwas von einer kleinen Fischfabrik – allerdings einer sauberen und gut organisierten.
Waage, Messerschärfer und alles andere Nötige waren vorhanden.
Besonders positiv fanden wir die Betreuung durch Sonja, Ronny und das Team. Sehr freundlich, hilfsbereit und angenehm zurückhaltend. Ausserdem wird grosser Wert auf Sicherheit gelegt. Vor jeder Ausfahrt musste man sich per SMS abmelden und bei der Rückkehr wieder melden. Zudem gibt es klare Regeln, welche Gebiete bei welchen Windstärken befischt werden dürfen. Für einen unbekannten Offshore-Spot gibt das enorm viel Sicherheit.
Das Fischen
Tag 1 – Einstand mit Schaukelfaktor
9–10 m/s Westwind und ordentliche Wellen.
Nach Rücksprache mit Ronny gingen wir trotzdem hinaus und versuchten unser Glück bei Flesa. Die Ausbeute waren einige schöne Dorsche und sogar ein guter Heilbuttbiss.
Angenehm war es allerdings nicht. Nicht gefährlich, aber man musste sich ständig irgendwo festhalten. Für den ersten Tag reichte es trotzdem locker – das Abendessen war gesichert.
Tag 2 – Bilderbuchtag
Kaiserwetter.
Wir fuhren die Offshore-Plateaus und einige Rotbarschstellen an und konnten schöne Dorsche, Rotbarsche und Seelachse fangen.
Heilbutt? Fehlanzeige.
Dafür wurden wir mit einem Buckelwal-Pärchen direkt neben dem Boot entschädigt. Dazu Schweinswale und immer wieder Papageientaucher. Einer dieser Tage, an denen man sich kneifen muss, um zu glauben, dass man wirklich dort ist.
Tag 3 – Wo bleiben die Heilbutte?
7–8 m/s Ostwind.
Wir blieben im Inshore-Bereich und befischten verschiedene Plateaus und Kanäle. Die Dorsche bissen zuverlässig, dazu kamen schöne Schellfische.
Heilbutt? Wieder keiner.
Da allerdings niemand in der gesamten Anlage einen fing, wussten wir zumindest, dass es nicht ausschliesslich an uns lag.
Tag 4 – Schellfischfestival
9–12 m/s Ostwind.
Wir gingen tief in den geschützten Inshore-Bereich und befischten mehrere Untiefen. Das Ergebnis waren sehr viele Schellfische und Seelachse.
Spass gemacht hat das Fangen, Spass gemacht hat das Wetter eher weniger. Deshalb fiel der Angeltag recht kurz aus.
Tag 5 – Ruhetag
11–13 m/s Ostwind.
Selbst eingefleischte Angler müssen irgendwann einsehen, wenn die Natur gewinnt.
Also wurde kurzerhand auf Shopping in Tromsø umgestellt. Die Fische durften einen Tag durchatmen.
Tag 6 – Heilbutt-Show zum Abschluss
Der Wind liess auf 6–8 m/s nach.
Wir befischten zunächst die Nordküste von Vannøya und fingen wieder viele Dorsche und Seelachse. Als der Wind später zunahm, ging es nochmals Richtung Flesa.
Und dann kam es, wie es kommen musste:
Die ganze Woche keinen einzigen Heilbutt gefangen – und plötzlich innerhalb kurzer Zeit drei Bisse.
Zwei Fische konnten wir landen:
Trotzdem waren alle glücklich. Besser kann ein letzter Angeltag kaum enden.
Danach hiess es Boote reinigen, filetieren und den Urlaub bei einem hervorragenden Abschlussessen im Camp ausklingen lassen. Sonja hat uns dabei kulinarisch nochmals verwöhnt.
Heimreise
Auch die Rückreise verlief völlig problemlos.
Drei Teilnehmer flogen zurück. Zwei machten die entspannte Nordland-Variante über Kolari, den Nachtzug nach Helsinki und anschliessend mit Finnlines nach Travemünde.
Erstaunlich, wie schnell und stressfrei man auf diese Weise wieder Richtung Mitteleuropa kommt. Die mit Abstand anstrengendste Etappe der gesamten Reise war am Ende tatsächlich die Strecke von Travemünde zurück in die Schweiz. 😊
Fazit
Für uns hat in dieser Woche praktisch alles gepasst.
Torsvåg bietet fantastische Fischgründe, beeindruckende Natur, professionelle Betreuung und ein gutes Sicherheitskonzept. Dazu kommen Begegnungen mit Walen, Schweinswalen und Papageientauchern, die man nicht vergisst.
Würden wir wiederkommen?
Eigentlich sofort.
Wer uns kennt, weiss allerdings, dass wir als Gruppe nie zweimal an denselben Ort reisen, sondern immer wieder neue Ecken der Welt entdecken wollen.
Darum wird es vermutlich bei diesem einen Besuch bleiben.
Aber was für einer.
Es waren schlichtweg hammermässige Fischerferien im hohen Norden.





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Reisezeit: 10.06.–17.06.2026
Teilnehmer: 5 Personen
Unsere Gruppe reiste auf zwei verschiedenen Wegen in den hohen Norden: Zwei Kollegen machten die gemütliche Variante mit Auto, Color Line, Trondheim und den Lofoten. Die anderen drei flogen mit Lufthansa von Basel via Frankfurt nach Tromsø und holten dort den Mietwagen ab. Die Anreise verlief bei allen völlig problemlos – kein Stress mit Gepäck, Zoll oder sonstigen Überraschungen.
Unterkunft
Wir wohnten im Leuchtturm von Torsvåg. Die Unterkunft liegt etwas erhöht über dem Ort und hat eine fantastische Aussicht in praktisch alle Richtungen. Das Haus ist zwar nicht mehr taufrisch, hat dafür aber jede Menge Charme und ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Alles Wichtige war vorhanden und wir haben uns sofort wohlgefühlt.
Der einzige kleine Nachteil: Der Weg zum Hafen und zur Filetierstation ist etwas länger. Deshalb kam das Auto häufiger zum Einsatz als ursprünglich gedacht. Faulheit siegt eben manchmal über Bewegung. 😊
Boote
Wir hatten zwei Arvor 230 mit 150-PS-Diesel.
Die Boote sind sicher nicht neu, aber gut gepflegt und für die Offshore-Bedingungen absolut passend. Bis auf ein paar kleinere Schönheitsfehler (hier und da eine lockere Reling) gab es nichts zu beanstanden. Plotter und Echolot funktionierten einwandfrei, Rutenhalter waren genügend vorhanden und vor allem machten die Boote jederzeit einen sicheren Eindruck. Wir haben am Ende ziemlich genau 100l Diesel pro Boot verbraucht.
Anlage und Service
Das Filetierhaus ist gross und zweckmässig eingerichtet. Direkt daneben befindet sich ein Kühlraum mit -35 °C – perfekt für den Fang.
Wenn allerdings alle Boote gleichzeitig zurückkommen, kann es beim Filetieren schon mal etwas Wartezeit geben. Die Fischabfälle werden von der Anlage entsorgt, was sehr angenehm ist. Das Ganze hat mit dem Förderband für die Fischreste fast etwas von einer kleinen Fischfabrik – allerdings einer sauberen und gut organisierten.
Waage, Messerschärfer und alles andere Nötige waren vorhanden.
Besonders positiv fanden wir die Betreuung durch Sonja, Ronny und das Team. Sehr freundlich, hilfsbereit und angenehm zurückhaltend. Ausserdem wird grosser Wert auf Sicherheit gelegt. Vor jeder Ausfahrt musste man sich per SMS abmelden und bei der Rückkehr wieder melden. Zudem gibt es klare Regeln, welche Gebiete bei welchen Windstärken befischt werden dürfen. Für einen unbekannten Offshore-Spot gibt das enorm viel Sicherheit.
Das Fischen
Tag 1 – Einstand mit Schaukelfaktor
9–10 m/s Westwind und ordentliche Wellen.
Nach Rücksprache mit Ronny gingen wir trotzdem hinaus und versuchten unser Glück bei Flesa. Die Ausbeute waren einige schöne Dorsche und sogar ein guter Heilbuttbiss.
Angenehm war es allerdings nicht. Nicht gefährlich, aber man musste sich ständig irgendwo festhalten. Für den ersten Tag reichte es trotzdem locker – das Abendessen war gesichert.
Tag 2 – Bilderbuchtag
Kaiserwetter.
Wir fuhren die Offshore-Plateaus und einige Rotbarschstellen an und konnten schöne Dorsche, Rotbarsche und Seelachse fangen.
Heilbutt? Fehlanzeige.
Dafür wurden wir mit einem Buckelwal-Pärchen direkt neben dem Boot entschädigt. Dazu Schweinswale und immer wieder Papageientaucher. Einer dieser Tage, an denen man sich kneifen muss, um zu glauben, dass man wirklich dort ist.
Tag 3 – Wo bleiben die Heilbutte?
7–8 m/s Ostwind.
Wir blieben im Inshore-Bereich und befischten verschiedene Plateaus und Kanäle. Die Dorsche bissen zuverlässig, dazu kamen schöne Schellfische.
Heilbutt? Wieder keiner.
Da allerdings niemand in der gesamten Anlage einen fing, wussten wir zumindest, dass es nicht ausschliesslich an uns lag.
Tag 4 – Schellfischfestival
9–12 m/s Ostwind.
Wir gingen tief in den geschützten Inshore-Bereich und befischten mehrere Untiefen. Das Ergebnis waren sehr viele Schellfische und Seelachse.
Spass gemacht hat das Fangen, Spass gemacht hat das Wetter eher weniger. Deshalb fiel der Angeltag recht kurz aus.
Tag 5 – Ruhetag
11–13 m/s Ostwind.
Selbst eingefleischte Angler müssen irgendwann einsehen, wenn die Natur gewinnt.
Also wurde kurzerhand auf Shopping in Tromsø umgestellt. Die Fische durften einen Tag durchatmen.
Tag 6 – Heilbutt-Show zum Abschluss
Der Wind liess auf 6–8 m/s nach.
Wir befischten zunächst die Nordküste von Vannøya und fingen wieder viele Dorsche und Seelachse. Als der Wind später zunahm, ging es nochmals Richtung Flesa.
Und dann kam es, wie es kommen musste:
Die ganze Woche keinen einzigen Heilbutt gefangen – und plötzlich innerhalb kurzer Zeit drei Bisse.
Zwei Fische konnten wir landen:
- 90 cm
- 120 cm
Trotzdem waren alle glücklich. Besser kann ein letzter Angeltag kaum enden.
Danach hiess es Boote reinigen, filetieren und den Urlaub bei einem hervorragenden Abschlussessen im Camp ausklingen lassen. Sonja hat uns dabei kulinarisch nochmals verwöhnt.
Heimreise
Auch die Rückreise verlief völlig problemlos.
Drei Teilnehmer flogen zurück. Zwei machten die entspannte Nordland-Variante über Kolari, den Nachtzug nach Helsinki und anschliessend mit Finnlines nach Travemünde.
Erstaunlich, wie schnell und stressfrei man auf diese Weise wieder Richtung Mitteleuropa kommt. Die mit Abstand anstrengendste Etappe der gesamten Reise war am Ende tatsächlich die Strecke von Travemünde zurück in die Schweiz. 😊
Fazit
Für uns hat in dieser Woche praktisch alles gepasst.
Torsvåg bietet fantastische Fischgründe, beeindruckende Natur, professionelle Betreuung und ein gutes Sicherheitskonzept. Dazu kommen Begegnungen mit Walen, Schweinswalen und Papageientauchern, die man nicht vergisst.
Würden wir wiederkommen?
Eigentlich sofort.
Wer uns kennt, weiss allerdings, dass wir als Gruppe nie zweimal an denselben Ort reisen, sondern immer wieder neue Ecken der Welt entdecken wollen.
Darum wird es vermutlich bei diesem einen Besuch bleiben.
Aber was für einer.
Es waren schlichtweg hammermässige Fischerferien im hohen Norden.





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