Ostfriesen am Björnafjord 6

Moin liebe Mitleser!

Gestern war die Ansage, dass heute auch ein Ausfalltag wird. Daher hatten wir bis in die Nacht geangelt, waren spät im Bett und Frühstück war für 9 Uhr angesetzt. Damit hatten Schlummer und ich das Glück, Frühstück an einem Ausschlaftag zu machen.

Pünktlich wie die Maurer saßen wir alle am Esstisch und stellten fest: Sonne scheint, der Wind ist lau und die Wellen rollten sanft in den Hafen.

Damit war der Ausfalltag ausgefallen und wir beluden flott unsere persönliche Fischereiflotte.

Die Makrelen wurden ab 10 Uhr bejagt, waren jedoch rar wie am ersten Tag. Erst nach zwei Stunden hatten wir die 14 Stück für uns sechs Angler beisammen.

Doch die Sucherei sollte nicht enden.

Wir versuchten es erst gemeinsam bei der Seehecht-Ecke vom letzten Jahr bei allen Tiefen und Höhen, doch da der Erfolg ausblieb, teilten wir uns auf.

Das andere Boot mit Präsi, Smutje und Schlummer befischten den Eingang zum Sund und wir waren an einer Stelle, wo wir schon mehrfach Leng gefangen hatten. Mit Funk hätten wir uns über Fänge informieren können, doch dafür hätte es Fänge gebraucht.

Im Laufe des Tages probierten wir viel aus. Flattermakrele, Paternoster mit Fetzen, Speedpilken, was einen einzelnen Küchenköhler brachte, und selbst aktives Angeln bis 60 Meter wurde erprobt.

Dabei war das Wetter wechselhaft. Wir hatten zwischen Sonne und wenig Wind bis Regenschauer und extremen Böen alles, wobei letztere über Tag deutlich stärker wurden.

Später wollte der Präsi an die Köhlerecke, doch auch da war kein Köhler. Dafür krümmte ein anderer Fisch eine Rute auf dem anderen Boot. Ein Leng wurde verhaftet, der nicht nur alle Vorfächer auf dem Boot miteinander verhedderte, sondern auch gefährlich dicht an die Metermarke kratzte. Zumindest von unserem Boot aus gesehen.

Gefangen wurde der Fisch von der letzten "Fjord-Jungfrau": Smutje!

Natürlich flogen direkt die ersten Sprüche. Zwischen "Endlich ein anständiger Fisch" und "nehmt ihm die Schere ab, der kürzt sonst die Flosse" war alles dabei.

Hier vielleicht kurz zum Verständnis für alle, die "Ostfriesen am Björnafjord 1-5" nicht kennen: Wer metert, muss in den Fjord. Eine feste Regel in unserer Gruppe, der bis auf einen bereits alle zum Opfer wurden.

Natürlich wird diese Regel immer mit netten Sprüchen begleitet! Mehr oder weniger nett zumindest ;-)

Danach biss bei uns noch ein schöner Schellfisch, wodurch auch unser Boot kein Schneider mehr war.

Wir probierten es gegen 5 noch an einer Stelle, die wir vor einigen Jahren "HaTas tiefes dunkles Loch" getauft hatten, aber selbst da zuckte keine Rute. Das andere Boot war schon wieder im Hafen, als wir noch eine letzte, wenn auch erfolglose Drift bei unserem Haus probierten.

Damit war auch heute kein legendärer Angeltag, aber für einen Ausfalltag hatten wir trotzdem viel gefischt und bei feinem Wetter die Landschaft und Atmosphäre genossen.

Beim Anlegen stellten wir die Frage, die sich mit dem Wort "Und?" abkürzen ließ. Natürlich wussten direkt alle, was gemeint war und so hörten wir von einem breit grinsenden Schlummer die Worte: 1,10m.

Er war reif für das Wasser.

Doch vorerst wollten die Fische versorgt werden, was schnell erledigt war. Es gab ja nicht viele.

So zog sich der Smutje die Badehose an und stapfte runter. Natürlich schloss ich mich der Abkühlung an und mit einem Regenschauer und vielen Kommentaren ließ sich unser Chefkoch ins kühle nass. Zumindest einige Sekunden hielt er es aus, was bei der Kälte nur zu verständlich war.

Nachdem wir erfrischt bei der Hütte zurück waren, gab es eine schnelle, aber wärmende Dusche für uns und danach eine leckere Bolognese, die restlos vernichtet wurde.

Jetzt sammel ich wieder Fotos, die später folgen werden.

Bis dahin werden noch Karten gespielt, Feierabendbiere getrunken und Schlachtpläne für morgen geschmiedet. Mal schauen, ob wir zum Grunna fahren oder noch einmal die Seelachsstelle befischen. Ein bisschen mehr Fisch wäre nett.

Falls sonst jemand einen aktuellen Fangtipp hat, würden wir uns freuen, Wir kennen die Gegend nach 6 Jahren zwar gut, aber bislang läuft es noch nicht mit.


@Beppe: Gefischt wir bei uns immer und zumindest die Stimmung wird gefangen ;-)

@marcimarc: Badman trifft es eher ;-P
 
Ihr kennt euch ja in dem Gebiet gut aus und werdet evtl. auch schon die meisten Sachen probiert haben, - falls ihr dieses Jahr noch nicht dort wart, probier vielleicht mal "Kallerasen", bei ca. 60 m, dort sind oft Köhler. - Auf dem Echolot nach Fischen Ausschau halten, wenn keine da sind gleich weiter zum nächsten Plateau.
Ist die Drift zu stark, macht's keinen Sinn, wenn's passt kleine Pilker (60g) und tyttebær-(Preiselbeere-) Vorfach falls die Köhler nur Plankon (Calanus) fressen.

Makrelen gibt's eigentlich immer einigermassen gut in der Femangerbucht (weit in die Bucht reinfahren, bis zur Mündung). Die Schwärme ziehen oft direkt an der Oberfläche lang. Augen offen halten, rannfahren und direkt mit Mini-Pilkern (evtl. leichtes Makrelen- Heringsvorfach) anwerfen. Zieht der Schwarm weg, langsam hinterher und immer werfen.

Viele Grüsse
Smolt
 
Vielen Dank für die Tipps Smolt!
Den Kallerasen hatten wir auch auf der Liste an Optionen, aber die Tyttebaer kannten wir nicht.
Zwar haben wir noch keine, aber die kommen auf die Einkaufsliste.
Die Bucht fahren wir morgen wohl auch an.
Natürlich immer nur, wenn das Wetter passt.
Ich werde berichten :-)

Ansonsten die Bilder:

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