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Live is Life - Titran, Frøya

Háček

hacek
Registriert
17 August 2025
Beiträge
41
Pünktlich zum ersten Tag in Titran wird der Wind durch echtes Traumwetter verdrängt und so konnte es gleich losgehen. Der exzellente Wetterbericht für die nächsten Tage stimmt uns schon leicht demütig. Hier sind Leute abgereist die bei dem Wind letzte Woche kaum angeln konnten und jetzt sowas.

Nachdem wir vor Slettringen zügig ein paar Makrelen als Köder gefangen haben ging es raus nach Brannsbakken. Dort waren zwar alle Berge mit Köhlerschwärmen besetzt, nur fanden wir darunter keine Dorsche. Es war wie verhext. Der Vermieter hatte noch den Tip gegeben, dass momentan ohne Fetzen auf egal welchem Haken nicht viel funktioniert (was ich eigenartig finde). Mit Fetzen und Köderfisch waren allerdings ruck zuck die Haie zur Stelle, egal auf welcher Tiefe. Macht keinen Spaß.

Also ging es weiter in Richtung Synstflua auf die flachen Berge. Die Pollacks waren auf Krawall aus und sämtliche Sorgen verglühten im Gekreische der Bremsen. Mit leichten Sandaalen konnten wir zahlreiche Fische aus der Reserve locken. Ein paar Hammer waren auch dabei. Der Reigen nahm leider ein jähes Ende als ein anderes Boot mitten über den ergiebigen Berg bretterte.

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Da auch die Drift einschlief starteten wir einen Versuch auf Rotbarsch, was leider erfolglos blieb. Kennen uns als Freunde des Flachwassers auch nicht sonderlich aus. Vielleicht ist jemand so freundlich und kann uns ein paar Stellen für Rotbarsch empfehlen=)

Anschließend ging es an Land. Hatten für den Anfang genug in der Kiste. Jetzt noch Bob Marley verarzten (für die roten Augen ist er allerdings selbst verantwortlich) und dann gucken wir mit den Norwegern nebenan das Spiel. 20260711_192610.webp

Jetzt Sonne Bier und Fußball, morgen wird wieder angegriffen. Gruss Hacek
 
Fettes Petri Heil!
Schön von eurem Törn zu lesen. 👍
Gruß Carsten
 
Petri! Super Einstand!
 
Nachdem die Norweger entgegen aller Erwartungen den Frust nicht in Hochprozentigem ertränken wollten, sondern eher die stille Trauerbewältigung vorzogen, ging es sogar noch Vormittags bei Top Wetter aufs Wasser.

Wie am Vortag lief der Start sehr zäh. Haben die tiefen Berge abgeklappert und nach Dorsch gesucht. Einer mit Pilker, einer mit Köderfisch und der Dritte hat gekurbelt. Hinter Brannsbakken hatten wir auf 100m einen riesigen Schwarm kleiner Köhler gefunden und dann kam das Unausweichliche. Mit einen Köhler am Circlehook wollte ich gerade die Tiefe korrigieren und ließ zum Grund ab. Als die Montage stoppte merkte ich beim Kurbeln einen Widerstand, dachte an einen Hänger, zog etwas stärker an um den Hänger zu lösen und auf einmal kam Leben in die Bude. Leider war der Spuk schnell vorbei, der Fisch hatte den Köhler noch nicht richtig gepackt. Muss ihn direkt beim Absinken geschnappt haben. Ärgerlich, wenn es eh schon nicht läuft. Was sagt ihr, Heilbutt oder Dorsch?
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Gefangen haben wir nur ein paar halbstarke Dorsche und Leng. Werden das Ganze wohl mehr auf die Morgen- und Abendstunden verschieben müssen so lange die Sonne tagsüber knallt.

Der Bereich zwischen 20 und 90m ist bisher komplett tot. Gilt nur nicht für die Haie, die Biester zerlegen sogar Kunstköder.
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Auch kurios: Unser 2. Boot fing einen Dorsch mit Loch in der Bauchdecke. Die Besatzung schwört Stein und Bein dass der Dorsch im Drill nicht attackiert wurde, muss schon vorher so rumgeschwommen sein. Und dann ist er noch in der Lage zu jagen. Erinnert an Hollywood wo sie mit zig Kugeln im Bauch noch zurückfeuern. Oder an 50 Cent.
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Gestern Nacht ging es noch mal raus auf Synstflua in der Hoffnung die Pollacks auf frischer Tat zur Rechenschaft zu ziehen. Haben vor Abfahrt am Steg extra eine Elster vor dem Ertrinken gerettet um die Gunst von Mutter Natur zu erschleichen. Es kamen dann auch schöne Fische, Dorsch und Pollack bis Anfang 80, allerdings kein großer Fressrausch sondern immer hier und da mal ein Fisch. Jetzt haben wir die Mittagssonne ausgesessen und es geht wieder raus.

Unser zweites Boot hat sich am Vormittag mangels Dorsch mit Seelachssen begnügt. Größere Fische kamen ausschließlich bei ca 100m am Grund auf Fetzen.
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Abends ging es auf Örneklakken mit dem Ziel Heilbutt und Dorsch. Die Bedingungen waren perfekt, super Drift, auflaufendes Wasser..

Bei der ersten Drift durch eine Rinne passierte nichts und bei der 2. Drift von einem Berg ins Tiefe kam dann der ersehnte Hammerbiss auf toten Köhler. Die Rute krümmt sich, die Bremse singt und der Fisch legt eine atemberaubende Flucht hin. Allerdings eher waagerecht - was ist da los?! Irgendwann ließ sich der Fisch dann bändigen. Wir waren uns sicher dass es ein kapitaler Köhler sein muss der dem Kannibalismus verfallen ist doch am Boot kam die große Überraschung... ein Heringshai ca. 1m oder leicht darüber. Das 110er Monovorfach war zwar stark beschädigt aber es hat gehalten.
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Anschließen hatten wir die Schnauze voll von Haien und beackerten die flachen Berge mit der Spinnrute. Zu unserer Ernüchterung vollkommen erfolglos. Also zurück zur Pilkrute, haben so ziemlich alles versucht um dem Riff noch schöne Fische zu entlocken aber es hat nichts funktioniert. Eine Armada aus 4 Booten verfolgte uns dabei auf Schritt und Tritt.

Irgendwann sagte ich mir, nur ein richtiger Kracher kann die Ausfahrt noch retten und montierte einen Köhler am neuen CH Vorfach. Als wir gerade umsetzten wollten hatte ich die Montage gerade hochgeholt und sie hing am Boot im Wasser. Da schoss ein 2 Nummern größerer Heringshai unter dem Boot hervor, schnappte sich den Köhler, sprang dabei halb aus dem Wasser und los ging die wilde Fahrt.

Während der erste Hai noch aussah wie ein zu heiß gewaschener Surferschreck war der zweite tatsächlich furchteinflößend. Mindestens 1,50m groß, ungefähr so wie ein großer Schweinswal. Die Schnur flog nur so von der Rolle. Haben noch die Verfolgung aufgenommen doch dann riss das Vorfach die Hufe in die Luft.

Hatte was mystisches, regnerische Nacht mitten auf dem Atlantik und ein Hai zieht die Kutsche. Aus anglerischer Sicht ein Fiasko aber irgendwie auch kultig.
 
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