Hallo Leute,
zu dieser Diskussion möchte ich auch noch meinen Senf beitragen. Ich finde auch, dass man mit dem Wort „Kühltruhenangler“ etwas vorsichtig umgehen sollte. Eine kleine Geschichte dazu:
1995 war ich zusammen mit 8 Kumpels für zwei Wochen auf der Insel Ulvoya bei Hitra. Wir hatten auf einem PKW-Anhänger zwei Gefriertruhen mit jeweils 180 Liter Fassungsvermögen mit. Also Stauraum für insgesamt 360 Liter für 9 Personen. Der Anhänger wurde von einem PKW gezogen, in dem 3 unserer 9-köpfigen Gruppe saßen. In der heutigen Zeit könnte man sich auf keinem Fährparkplatz so mehr sehen lassen ohne Sprüche wie „schau mal, schon wieder 3 Raubfischer“ von Leuten zu riskieren, die nicht wissen, dass die Truhen für 9 Personen sind, die aber in 3 PKW's unterwegs sind. Auch soll mir mal einer erklären, wo der Unterschied zwischen Gefriertruhen und Kühlboxen ist. Wir haben uns damals für Gefriertruhen entschieden, weil wir nicht wussten wie groß die Gefriertruhe in unserem Ferienhaus ist . Da wollten wir bei 9 Anglern und 2 Wochen Aufenthalt kein Risiko eingehen. Aber
uns deswegen als Raubfischer abzuqualifiziern würde mich böse beleidigen. Von den bisherigen 12 Norwegenbesuchen haben wir pro Person jedes Jahr so 10-20 kg Filet mitgenommen. Nicht, dass wir nicht mehr hätten fangen können. Gerade letztes Jahr am Romsdalfjord hätten wir uns jeden Tag das Boot mit großen Köhlern versenken können. Aber es ist ja Angelurlaub und nicht Arbeit.
Des weiteren ist mir völlig entgangen, dass mich die Norweger anders behandeln, seitdem ich meinen blau-gelben Abu-Floater habe. Führer war ich auf dem Nordmeer mit einem scheußlich proletenhaften grünen Gore-tex Regenanzug unterwegs.Auch mit unseren norwegischen Vermietern haben wir uns immer bestens verstanden, obwohl ich nur ein paar Brocken Norwegisch kann.
Ich will damit sagen, dass man keine dieser Sachsen, die momentan so heiß diskutiert werden verallgemeinern kann. Es kommt immer auf die Personen an. Ein Ar..... wird auch in einem farbigen Regenanzug ein solches bleiben und ein Angler, der sich zu benehmen weiß, wird durch einen grünen Regenanzug (auch von der Bundeswehr) nicht zu einem versoffenen Proleten. Und wenn ich weiß, wie man mit Leuten in fremden Ländern umzugehen hat, dann muss dies nicht unbedingt in deren Heimatsprache sein. Auch mit Englisch kann man mit Norwegern prima und lange schwatzen.
Fazit:
Ich werde niemals Personen vorverurteilen, weil sie Gefriertruhen dabei haben, BW Klamotten tragen, kein Norwegisch können oder in der Fischkiste mal den einen oder anderen kleinen Köhler, Leng, Lump oder sonstigen Fisch dabeihaben. Könnte ja sein, das der Fisch schwer verletzt und nicht mehr zum Zurücksetzen war. Auch bei uns in Deutschland ist das Zurücksetzen von nicht mehr lebensfähigen Fischen per Gesetz verboten. Verurteilen kann ich Personen, die sich schwer daneben benehmen und das sind nicht immer die, die vielleicht danach ausschauen.