Köderführung allgemein und spezifisch

9cheater9

Stammnaffe
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Hallo zusammen,

Ich habe mich in letzter Zeit viel hier im Forum belesen und habe festgestellt, dass mir insbesondere konkrete Tipps für die Köderführung von verschiedenen Ködern zu weit verstreut sind. Sicher gibt es in vielen Themen Tipps dazu, nur sind diese sehr mühsam zusammenzubringen.

Worum geht es konkret: Ich war bisher 3x in Norwegen, immer etwas Nördlich von Bergen. Wir haben dort bisher hauptsächlich schwerpunktmäßig Naturköderangeln betrieben (warum - keine Ahnung, funktioniert im Zweifel irgendwie). Ich habe auch mit Süßwasserangeln keinerlei Erfahrung - ist einfach nichts für mich.

Die Letzten Monate habe ich viel über verschiedene Kunstköder gelesen und es kristallisieren sich schon relativ häufig einige konkrete Köder heraus (Sandaal, Speedy, Bergmann, S-Jigger, Cutbait... und viele mehr). Die würde ich zum Teil dieses Jahr im Juni testen. Mir bringt es aber nichts, wenn ich jetzt einige Euronen investiere, dann aber nicht weiß wie damit umzugehen ist.

Zum Thema Ruten und Rollen und Schnüre habe ich mich bereits eingelesen und bin denke ich ausreichend versorgt.

Ich würde mich freuen, wenn einige von euch ihre unbezahlbaren Erfahrungen mit den verschiedenen Ködern und deren Führung für mich und evtl. auch andere unbedarfte Nutzer teilen könnten, als gesammelten Thread, zumal es sicherlich auch unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen gibt (ich denke der Erfolg gibt jedem Meinungsgeber Recht).

Ich würde gerne etwas dazu beisteuern, habe aber jedes mal wenn ich die Foren durchforste das Gefühl, je mehr ich lerne, desto mehr werde ich meiner Unwissenheit gewahr.

Evtl. könnte man mal ganz allgemein damit beginnen, seine 3-4 Lieblingsköder zu benennen und die Art zu Fischen zu beschreiben. Falls es ein Thema dazu schon gibt und ich nur nicht gut genug gesucht habe, bitte bescheid geben, dann beenden wir das hier.

Danke und schöne Grüße aus Stuttgart

Timo
 
Da gibst keine Köder Führungs Gebrauchsanweisung, das muß jeder für sich selbst austesten!
Das Beisverhalten wechselt ständig, mal langsam, mal schnelle Köderführung, mal Eisen mal Gummi!
Mal tief mal flach, mal ruckartig und auch mal ohne Bewegung.
Außerdem hat jede Rute ein Eigenleben und arbeitet mit den Ködern unterschiedlich.
Heißt Neu Deutsch: Lerning by Duing, oder! Probieren geht über Studieren, Schauen wie es beim Nachbar läuft.
Das ist jetzt keine Spitzfindigkeit sonder ein gut gemeinter Rat
 
Hallo Joachim,

Vielen Dank erstmal für die Erläuterung. Das sehe ich absolut nicht als Spitzfindigkeit, die Aussage ist durchaus nachvollziehbar und fundiert.
Ich hatte eher gehofft, dass es doch einen gewissen Standard gibt, wo man was zu beachten hat. Sein persönliches Optimum muss natürlich jeder selber finden. Ich habe nur den den verschiedenen Themen, z. B. Zu den speedys viele konkrete Hinweise gelesen und fand das super. Mit den zum Teil sehr detaillierten Beschreibungen kann ich mir ein Bild machen und zumindest nicht ganz blind Fischen. Bei vielen anderen Ködern, die hier empfohlen werden, habe ich das nicht so konkret finden können.
Wenn es da aber keine "Anleitung" zu gibt, werde ich mich dieses Jahr in Norwegen ausprobieren und ggfs. Anschließend konkrete Fragen stellen können, wenn Unklarheiten aufkommen.

Ich würde mich vermutlich auf 2 bis 3 neue Köder konzentrieren, da man in einer Woche ja durchaus begrenzt ist. Ich halte auch nichts davon, alle 10 Minuten den spot oder den Köder zu wechseln, wenn man nicht direkt Erfolg hat.

Da fand ich das Thema "Wenn Ihr nur 3 Köder mitnehmen könntet..." extrem hilfreich. Das hilft durchaus bei der Selektierung. Wobei die Wahl nach 3 Köder ja noch einen ganzen Rattenschwanz mit sich bringt, dann steht man immer noch vor der Wahl der gewichte und der Farben...

Gruß Timo
 
Nur mal eben losgelöst vom Thema Köderführung, meine Einschätzung
was noch wichtig ist zu beachten !
Denke, euer Reiseziel ist festgelegt ! ?
Somit sollte man wissen, welche Fischarten kommen dort gehäuft vor
und welche gedenkt man zu fangen !
Denn danach würde ich meine Kunstköder zusammen stellen !
Mal als Beispiel, gibt es in "meinem" Revier selten große Dorsche
und Heilbutt lohnt ein gezieltes Angeln darauf nicht.
Grade bei einer Woche Aufenthalt.
Somit würde ich keine riesigen Gummifische, wie etwa Cutbait , und auch
keine schweren Pilker, wie S-Jigger und Bergmann mitnehmen.

Gib´s in diesem Revier vermehrt Seelachs und Pollack, brauch man eher
kleinere Gummiköder und leichtere Pilker.
Da sich die Angelei beinahe ausschließlich im Mittelwasser abspielt !

Ich hoffe, du verstehst worauf ich hinaus will ! ?
Somit gib doch mal preis, wo es genau hingeht und welche Fischarten gefangen
werden sollen !
Dann kommen hier vielleicht noch zielgerichtete Tipps, welche Köder geeignet sind !
Und womöglich sogar noch was zur Köderführung ! ?? :wink:
 
Gerne.

Wir sind mitte Juni im Afjorden, nebenfjord vom Sognefjorden. Das ist etwas historisch bedingt. Bekannte von mir fahren dort alle zwei Jahre hin, schon seit über 20 Jahren. Immer dieselbe Hütte. Wir haben uns mit einer Gruppe angeschlossen, deshalb war der Ort selber quasi gesetzt.
Ich habe da schon geangelt, es sind nicht unbedingt die besten Bedingungen, da der Fjord an sich an den meisten Stellen sehr tief ist und oft eine starke Strömung anliegt.
Köhler gibt's dort eig immer zuhauf, auch gute bis zu 7kg (denke für die Region nicht so schlecht). Wenn man Glück hat auch Makrelen, die kommen aber vermehrt im August in der Region.
Die Hauptfänge sind aber Leng und Lump. Schellfisch gibt's auch und Rotbarsch. Hin und wieder Schollen und vereinzelt Steinbeißer. Dorsch war wohl weniger, was aber auch an der Art zu angeln liegen kann. Wie gesagt, bisher wurde hauptsächlich mit Naturköder geangelt.

Vor 4 Jahren war ich bereits da und habe es auch mit Gummifisch probiert, hatte jedoch absolut keinen Erfolg. Was mich darauf schießen lässt, dss ich entweder die Führung oder die Größe und Gewicht falsch ausgelegt habe.
 
Gerne.
Vor 4 Jahren war ich bereits da und habe es auch mit Gummifisch probiert, hatte jedoch absolut keinen Erfolg. Was mich darauf schießen lässt, dss ich entweder die Führung oder die Größe und Gewicht falsch ausgelegt habe.
Oder die Angelstelle ! :biglaugh:

Afjorden so oder so Åfjorden geschrieben ??
 
Wenn es dort tief ist und starke Strömung vorherrscht, dann würde ich mit 400-Gramm Bergmannpilker (wenn es um Köhler geht) angeln. Bis kurz über Grund ablassen, dann mal langsam, dann mal schnell hochdrehen. Bei uns haben auf Senja die Köhler immer beim Einholen des Pilkers gebissen. Dort war es ca. 120-Meter tief. Gebissen haben die Jungs zwischen 60 und 80 Metern. Und wenn man die Tiefe weißt, wo die wohnen, dann beim nächsten Ablassen nur noch 10 Meter darunter gehen.
Echolot richtig einstellen und (jetzt bekomme ich bestimmt wieder Gegenwind) einen Schnurzähler montieren.
Gruß aus dem sonnigen Itzehoe,
Heiko
 
Wenn es dort tief ist und starke Strömung vorherrscht, dann würde ich mit 400-Gramm Bergmannpilker (wenn es um Köhler geht) angeln. Bis kurz über Grund ablassen, dann mal langsam, dann mal schnell hochdrehen. Bei uns haben auf Senja die Köhler immer beim Einholen des Pilkers gebissen. Dort war es ca. 120-Meter tief. Gebissen haben die Jungs zwischen 60 und 80 Metern. Und wenn man die Tiefe weißt, wo die wohnen, dann beim nächsten Ablassen nur noch 10 Meter darunter gehen.
Kann man so machen !
Muß man aber nicht ! :tongue:
 
Åfjorden ist es, bei Hyllestad, etwas nördlich von Bergen. Die Angelstelle ist wie gesagt nicht optimal, für dieses Jahr aber leider gesetzt. In Zukunft würde ich mich gerne auch weiter nördlich orientieren.
Kann man so machen !
Muß man aber nicht ! :tongue:
Was wäre denn deine Empfehlung? Gerade bei Bergmann meine ich gelesen zu haben, dass die bei starker Strömung nicht so gut funktionieren. Andererseits scheint es eine allzweckwaffe zu sein.
 
Meine Erfahrung war bisher bei den Köhlern, wenn man sie gefunden hat, ist es so ziemlich egal, was an der schnur hängt, die beißen immer.
Allerdings fährt man dann hauptsächlich mit Köhler nach Hause und hat wenig von der Vielfalt gesehen.
 
Åfjorden ist es, bei Hyllestad, etwas nördlich von Bergen. Die Angelstelle ist wie gesagt nicht optimal...
Okay, ich hab´s gefunden !
Allerdings sieht für mich beim Blick auf die Seekarte der Fjord durchaus interessant aus !
Es gibt Flachwassergebiete, Steilufer und mittendrin ist es gar nicht mal so tief.
Genau wie ich es mag zum Speedpilken !
Da könnten dann "deine" Speedys zum Einsatz kommen ( ich mag die Dinger nicht !) ! ??

Oder anders ausgedrückt, über tiefen Wasser auf Seelachse mit Pilkern bis 100g !
Versuche mal die schweren Eisen, etwa 400g Bergmänner 😬 höllisch schnell ein zu kurbeln !
Wenn du das ein paar Tage schaffen solltest, siehste aus wie Popeye !
Isch schwör !! :biglaugh:

Nur Seelachs mit nach Hause zu nehmen, wäre mir auch nicht ganz recht !
Aber warum sollten in deinem Fjord eigentlich im flachen Wasser keine Pollacken rumschwimmen ! ??
Oder an den Steilwänden ??
 
Ich gehe durchaus davon aus, dass sie vorhanden sind, nur sagt ihnen wohl recht selten das angebotene Menü zu...

Leng und Lump gab's ja auch immer, aber Naturköderangeln ist halt keine Spaßangelei sondern rein zweckmäßig (meine subjektive Meinung). Und wenn man 2 bis 3 Tage lang mit gummi nicht mal das Gefühl hat, dass irgendein Fisch interessiert ist, kommt man ins grübeln.
 
Das Kurbeln sehe ich nicht so als Problem. Ist bei Naturköder ja zwangsläufig vorprogrammiert. Mit Gewicht um die 500g und tiefen bis zu 250m. Ich habe dafür eine jx 4.6. Damit geht das schon.
 
Das ganze Thema "Köderführung" ist eine Wissenschaft für sich.
Da gibt es viele Variablen, warum ein Fisch einen Köder überhaupt attackiert. Neugier, Fresssucht, Hunger, Gier, Verteidigung, usw.
Dann das Gebiet, die Zeit für Nahrungsaufnahme, die Populationen und das Futterangebot.
Und nicht zuletzt bestzimmt der Köder selbst, was er imitieren, auslösen und wie er dafür idealerweise geführt werden sollte, sofern dessen Aufbau das überhaupt hergibt (einen Pilker kann man führen, das ist aber eher die seltenere Methode und einen Gufi twichen, aber auch das ist eher zweckentfremdet).
Die Köderwahl ist also oft entscheidend, wenn man mit einen gewissen Stil angelt (manche können nicht pilken, andere nicht mit einem Gufi umgehen),
aber die wichtigste Voraussetzung ist, dass der Köder im Wasser ist. :biglaugh:
 
Und nicht zuletzt bestzimmt der Köder selbst, was er imitieren, auslösen und wie er dafür idealerweise geführt werden sollte, sofern dessen Aufbau das überhaupt hergibt (einen Pilker kann man führen, das ist aber eher die seltenere Methode und einen Gufi twichen, aber auch das ist eher zweckentfremdet).
Das heißt wenn ich im Zweifel einen Pilker mit den klassischen Pilkbewegungen pilke, unabhängig der Art, und einen Gummifisch oder Sandaal langsam oder auch schneller durch die Wassersäule leier, ist man schon mal auf einen guten Weg?
 
Das heißt wenn ich im Zweifel einen Pilker mit den klassischen Pilkbewegungen pilke, unabhängig der Art, und einen Gummifisch oder Sandaal langsam oder auch schneller durch die Wassersäule leier, ist man schon mal auf einen guten Weg?
Klares Ja. Wer angelt -> fängt. Köderführung ergibt sich aus der Praxis.
 
Auch im Tiefen kann man, bei passender Drift, leicht angeln.
Dann ist auch das Angeln auf Leng mit Drillen und nicht nur mit Pumpen möglich.
Habe letztes Jahr mit einer Slow Jigge und 100 gr. Pilker in 230 m Wassertiefe einen 1,36 m Leng wunderbar ausdrillen können. Funktioniert aber eben auch nur bei passender Drift.
Köderführung ist Gefühlssache. Ergibt sich halt auch aus Tiefe, Ködergewicht, Tackle, Drift, Strömung, Köderverhalten, Köderart und und und.
Ausprobieren und flexibel sein hilft immer.
Jede Angelmethode ist ja irgendwann mal aus Zufall und beim Ausprobieren entdeckt worden.
Vielleicht findest Du ja dadurch Deine eigene erfolgreiche Methode für Dein Gebiet raus.
Habe schon öfter Norwegenneulinge erfolgreich mit „Ihren“ Methoden fischen sehen, wo die alten Hasen mit „Ihren“ bewährten Methoden daneben standen und nur staunen konnten, was der Neuling da für Fische hoch holte.

👋🏻🎣🇳🇴
 
Vielen Dank für die produktiven Beiträge, das hilft mir auf jeden Fall weiter.

Gibt es evtl. Für meine Zwecke spezifisch Empfehlungen, mit welchen Ködern in welchen gewichten ich für den Anfang mein Glück versuchen sollte?
 
Kommt doch drauf an, welchen Fisch du fangen möchtest. Macht beispielsweise keinen Sinn, einen 100 Gramm Gummifisch auf 230 Meter Tiefe abzulassen, um einen Leng oder Lumb zu fangen. Dann musst du bei starker Strömung wahrscheinlich 400 Meter Schnur einplanen, um den Grund zu erreichen. Außerdem hast du dann wahrscheinlich Haker ohne Ende.
 
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