Sodann..... Der Pollack!
Es ist vermutlich heutzutage der Zielfisch, der am häufigsten gezielt nach Flatanger kommen.
Und auch für mich hat dieser Fisch mit den größten Suchtfaktor. Die Angelei auf ihn verbinde ich mit Sommer, glatter See, Kelpwälder vor der Küste, leichtes Gerät, Köder schlagen ins Wasser, leicht in Bewegung führen..... Dann der Einschlag und wilde Fluchten bis direkt ans Boot.
Aber natürlich lässt sich auch der Pollack auf vieler Art, in allen Tiefen und Jahreszeiten erbeuten.
Früh in der Saison stehen die sportlichen Bronzebarren an steilen Riffkanten, häufig bei 40-80 und ich großen Gruppen. Hat man den Spot lokalisiert ist die Angelei mit vertikal gekurbelten Shads oft sehr effektiv.... So effektiv, dass man sich zu gegebener Zeit zum Maß halten durchringen sollte. Denn, anders als im Sommer an den flachen Standorten, kann man die Fische aus diesen Tiefen nicht sicher zurücksetzen.
Häufig werden jetzt auch große Fische und auf große Köder gefangen.
Generell stellt die Metermarke beim Pollack eine ziemliche Schallmauer dar. Bei uns im Revier kommen doch ziemlich häufig Exemplare über 80 und auch regelmäßig Fische über 90. Die Metermarke wird auch immer wieder geknackt. 110+ kommt hingegen nur selten und 115+ konnten wir im Laufe der Jahre nur ab und an knacken.

Wie gesagt kommen die Pollack ab Mai/Juni in sehr flache Zonen. Jetzt kann man sie wunderbar "werfen". Kleine Gummifische in variablen Formen und Farben sind jetzt die Köder der Wahl.
Langsam geführt sind sie oft am fängigsten.
Möchte man (auch) releasen, dann sollte der Anhieb direkt erfolgen. Zwangsläufig wird es dabei zu Fehlbissen kommen. Wird Verwertung angestrebt, dann kann man die ersten "Testbisse" ignorieren und die Anhieb erst setzten, wenn Zug in die Schnur kommt.
Es wird auch Tage geben an denen das Echolot große Sicheln auf dem Riff anzeigt, aber Bisse ausbleiben.
Sehr klarer Himmel kann nachteilig sein. Während der Mitternachtssonne sind die Abend- und Nachtstunden häufig herausragend.
Wie schon erwähnt kann man Pollack aber auch beim Rotbarschangeln in 150 Metern Tiefe fangen. Ich hatte sie im Winter an der Langleine auf halben Hering, auf Überbeißer und als Beifang auf Heilbutt.
Im Namsfjord gibt es einige Wracks an denen große Pollack standorttreu anzutreffen sind und hier bevölkern sie auch Steilwände. Auch Misch- und Sandgrund zwischen den Schären ist geeigneter Lebensraum.
Allerdings ist der Kelpwald auf der Außenseite der Insel der Lebensraum mit dem größten Potential.
Auch hat das Abernten vom Kelp fatale Auswirkungen. Riffe die abgetrawlt wurden, sind auf absehbare Zeit kein Standort mehr für Pollack.
.... Ach ja, essen kann man diesen Dorschartigen natürlich auch. Ich oute mich mal damit, dass mir persönlich der Pollack zu geschmacksneutral ist. Ich weiß aber, dass das weiße Filet mit fast immer guter Qualität und wenig Nematoden bei sehr vielen hoch im Kurs steht.
Die Norweger verwenden Pollack gerne für Fischfrikadellen (ebenso wie Schellfisch). Angeblich ist das Filet vom Pollack eine Art Bindemittel, welches dem Brät gute Konsistenz verleiht.