Das ist dann aber schon mächtig pauschal. Ein Motorausfall ist nicht erst bei 3–5 m Wellen gefährlich. Auch Kreuzwellen, starke Strömung, ablandiger Wind, Untiefen oder Felsen können einen Motorausfall sehr schnell gefährlich machen. Theorie ist das eine, die Realität eine andere!
Auch die von dir genannten „Faustregeln“ zur Wellenhöhe lassen sich so nicht allgemein heranziehen. Ob ein Boot in so einem Moment kentert, hängt eher von Bootstyp, Beladung und den tatsächlichen Bedingungen ab. Gute Vorbereitung senkt das Risiko, macht einen Motorausfall aber nicht weniger kritisch oder schließt ihn
Das ist dann aber schon mächtig pauschal. Ein Motorausfall ist nicht erst bei 3–5 m Wellen gefährlich. Auch Kreuzwellen, starke Strömung, ablandiger Wind, Untiefen oder Felsen können einen Motorausfall sehr schnell gefährlich machen. Theorie ist das eine, die Realität eine andere!
Auch die von dir genannten „Faustregeln“ zur Wellenhöhe lassen sich so nicht allgemein heranziehen. Ob ein Boot in so einem Moment kentert, hängt eher von Bootstyp, Beladung und den tatsächlichen Bedingungen ab. Gute Vorbereitung senkt das Risiko, macht einen Motorausfall aber nicht weniger kritisch oder schließt ihn zuverlässig aus.
Es ging nicht um die Frage, ob ein Motorausfall gefährlich sein kann, sondern ob ein Boot bei Motorausfall so schnell kentert, dass man keinen Funkspruch mehr absetzen oder mit dem Smartphone Hilfe anfordern kann. Ich z.B. fahre bis 1,2m Welle und 8m/s Wind (inkl. Vorhersage) gerade noch Offshore raus. Wenn dann der Motor ausfällt, passiert mit dem Boot erstmal gar nichts, egal ob Kreuzwellen, Untiefen oder ablandiger Wind. Alle schweren Unfälle, von denen ich in den letzten 40 Jahren gehört oder gelesen habe, waren von absolutem Leichtsinn begleitet. Motorausfälle waren nur dann ein Problem, wenn bei ablandigen Wind eben
keine Hilfe angefordert werden konnte und Wind und Welle zunehmend rauer wurden. Wenn die Rettungskette von der Besatzung selbst in Gang gesetzt wurde, gab es nie wirkliche Probleme. Wenn die Rettungskette vom Vermieter oder Kollegen in Gang gesetzt wird, weil ein Boot nach 12 Stunden nicht zum Camp zurückgekehrt ist, sieht das naturgemäß komplett anders aus. Das ist keine Theorie, sondern absolute Praxis. Alle Boote sollten nur bei Bedingungen gefahren werden, für die sie konstruiert wurden.
Mal ganz nebenbei: Ich habe seit Jahren eine UKW-Seefunke (Icom IC-25) dabei, zum Glück aber nie gebraucht. Heute kann man mit vielen Smartphones (z.B. Google Pixel 9 oder 10) ganz einfach Notrufe über Satellit absetzen und zwar von jedem Punkt der norwegischen Gewässer. Wenn man den "normalen" Notruf wählt und es gibt keinen Empfang, wird man automatisch zur Satelliten-Notfallmeldung umgeleitet und kann dann den Notfall melden. Alternativ kann man gleich 5 x (oder öfter) die Ein/Aus-Taste drücken. In den Einstellungen kann man vorab wählen, ob dann nach einer Bestätigung oder ohne Bestätigung direkt nach einem Countdown der Notruf abgesetzt werden soll. Also 5 x Knopf drücken, dann ggfls. bestätigen und schon wird dein
Name, deine
Telefonnummer, deine
Email-Adresse, der
Akkustand, dein
Smartphone-Modell und
dein Standort an die Rettungsstelle übermittelt, die dann automatisch die Rettungskette in Gang setzt. Man kann dann noch zusätzlich eine Nachricht mit 160 Zeichen übermitteln und den Notfall beschreiben. Wenn man sich vorher mal eine halbe Strunde damit beschäftigt und ein paar Einstellungen vornimmt, ist das ein Kinderspiel. Man kann sogar Notfallkontakte hinterlegen (z.B. den Vermieter oder Kollegen im Camp) die bei Motorausfall in
unkritischen Situationen zum Abschleppen kommen können (rein technische Hilfe durch den RS ohne unmittelbare Lebensgefahr kostet sonst 270€ pro Stunde) und es gibt extra eine
Demofunktion, mit der man die gesamte Notfall-Meldung (inkl. Verbindung zum Satelliten) "durchspielen" kann. Ich bleibe also dabei: Wenn man sich mal kurz mit der Notfall-Meldung beschäftigt (optimal dafür ist z.B. die Fähre wegen freier Himmel und Meer) und bei halbwegs moderaten Bedingungen rausfährt und nicht so besoffen ist, dass man statt des Ein/Aus-Knopfes auf dem Smartphone die Zigarettenschachtel vom Kumpel drückt, ist man bei einem Motorausfall zu 99,999999% sicher. Man muss nur dafür sorgen, dass man genug Akku für den Tag hat und es dann noch schaffen, 5 x den Ein/Aus-Knopf zu drücken.
Man über Bord ist übrigens
immer (auch bei bestem Wetter mit 0 Wind und 0 Welle)
ein Notfall, somit auch
immer Grund für einen Notruf und grundsätzlich kostenfrei!