2 erschreckende Erkentnisse

AndyBln

Sportangler
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Norddyrøy
Heute möchte ich 2 dinge teilen, die mich traurig machen. Beides ist heute passiert - bei mir auf Arbeid.

Wie viele Wissen bin ich in Norwegen auf dem Wasser beruflich unterwegs. Am fruehen morgen kommt eine bestimmter, aber doch hilfesuchender Aufschrei aus dem Funkgerät mit dem Wort "Mayday" - dannach war schluss. Wenige Sekunden später hat die Rettungsleitstelle verschiedene Boote in der Umgebung - auch uns - angefunkt, ob erstens der Rud gehört wurde und zweitens nähere Infos gegeben werden konnten. Da wir den Ruf auf Voice Rekorder hatten konnten wir ziemlich sicher bestimmen, das nach dem ersten aufruf "Mayday" die Leitung "unterbrochen wurde. Ob nun der betreffende die taste los gelassen hat, das Funkgerät den geist aufgegeben hat oder aber der Ruf nur einmal vorgenommen wurde und die taste am Funkgerät los gelassen wurde, bleibt unklar. Nach dem Boote in der Nähe den anruf bestätigt haben, ist leider nichts weiter passiert. Kann schon sein dass die Rettungsleistelle intern noch weiter geprueft hat, wir jedoch haben keine Hilfe aufforderung weiter bekommen.

Fazit 1: Bist Du in Not, ist es wichtig ein Funkgerät mit distress knopf zu haben. Dieser knopf, oft gesichert vor falschem Bedienen schuetzt vor Fehlfunktion. Versuche in jedem Fall - und wenn es nur deutsch, russich, englisch, polnisch oder was auch immer fuer sprache ist - ueber das Funkgerät auf deine Hilfesituation ausserdem hinzuweisen, im optimalfall mit Ortsangabe, und wenn es nur der ausgangspunkt ist! Ein Einfaches Mayday hat das potenzial nicht beachtet zu werden, da leider viele Informationen fehlen. Alleine das ruhige Ausrufen von drei mal "Mayday, Mayday, Mayday" ist da schon viel richtiger, so lange es die Situation zu lässt!

Zweiter fall, nach etwa 4 Stunden kommt ueber Seefunk von der Rettungsleistelle der Ruf einer MMSI Nummer.
Diese begann mit 972....... ein sicheres Zeichen dass es sich um einen persönlichen Notpeilsender mit MMSI handelt - ein MoB (man over bord) sender. Beim anruf der MMSI gab es natuerlich keine Reaktion. Wieder wurden Boote in der Nähe kontaktiert - ohne dass einer klarheit bringen konnte. Angenommen werden konnte ein Fischer - ein fischerboot hat nicht auf Anruf reagiert, oder aber eben Touristen im Boot ohne AIS. Nach etwa 20 minuten hat ein Boot den Ausløser lokalisiert, etwa 10km entfernt von der Stelle wo die Notrufleitstelle vermutet hat. Nach mehrmaligen Anruf des Bootes welches in unmittelbarer Umgebung war, hat sich herraus gestellt, dass es ein Fehlalarm ohne persönliche Folgen war. Der Alarm wurde geløscht.

Fazit2: der Notpeilsender hat seine Arbeid getan - er hat Hilfe gerufen, ABER die Hilfe hätte ganz woanders gesucht und nur das in der Nähe sein verschiedener Boote die den Fall beobachtet haben kam es zur Løsung. Solltet ihr solch einen MoB sender nutzen, ohne Seefunkgerät duerfte es schwer sein, nach meiner jetzigen Erfahrung, Hilfe direkt zu euch zu holen.

Eigendlich möchte ich beide Fälle total wertfrei ueber fehler oder Unachtsamkeiten halten, jedoch auch anregen zur sachlichen Diskussion ueber sinnvolle Rettungsmittel bei euch auf dem Boot im Urlaub. Die Norwegische Kueste ist Uebersäht mit Booten, die zu jeder tages und Nachtzeit auf Standby sind, ihr muesst nur auf euch Aufmerksam machen. Nach meinem dafuerhalten und erfahrung auf See schlägt nichts eine Rettungsrakete. Diese wird immer verfolgt,, gerade wenn sie von mehreren gesehen wird! Gefolgt von einem Seefunkgerät mit Disstress - um Hilfe wirklich zu euch zu bekommen....

Gruss Andy
 
Danke fürs berichten 👍
Was ich nicht ganz verstehe im zweiten Fall - das PLB hat doch genau die Aufgabe eine präzise Position zu senden. Das diese möglicherweise ohne AIS an Bord des Fahrzeugs nicht direkt zugeordnet werden kann und ohne VHF ein möglicher Fehlalarm nur schwer zu überprüfen ist verstehe ich dabei natürlich.

Bezieht sich darauf, dass du schreibst die Rettungsleitstelle hatte die Position "vermutet".
Vielleicht nur ein Missverständnis in der Formulierung?
 
Danke fürs berichten 👍
Was ich nicht ganz verstehe im zweiten Fall - das PLB hat doch genau die Aufgabe eine präzise Position zu senden. Das diese möglicherweise ohne AIS an Bord des Fahrzeugs nicht direkt zugeordnet werden kann und ohne VHF ein möglicher Fehlalarm nur schwer zu überprüfen ist verstehe ich dabei natürlich.

Bezieht sich darauf, dass du schreibst die Rettungsleitstelle hatte die Position "vermutet".
Vielleicht nur ein Missverständnis in der Formulierung?
Genau das fand ich erschreckend! Erst rund 20 min nach dem ersten anruf der mmsi kam von einem boot in der Næhe die Info, das der PLB aber ganz woanderst ausgeløst wurde wie von der Rettungsleistelle bekannt gegeben. Allerdings wurde auch nicht mit GPS daten gearbeitet, sondern mit Ortsbezeichnungen, (westlich von der insel(Name)).

Wo der Fehler liegt, um welches geræt es sich handelt entzieht sich meiner Kentniss, im fall der Fælle wæhre dieses jedoch kritisch!
 
Ich habe von der Funktechnik keine Ahnung, aber eine Rettungsrakete immer dabei. Was ich nicht so sicher weiß, wie lange kann man den Dingern trauen? Wann sollte man sich eine neue kaufen oder sollte es nicht Pflicht sein, dass Bootsvermieter sowas immer auf dem Boot haben und bei Einweisungen darauf hinweisen? Zusätzlich ist für mich die Frage, ob nicht jeder einer Bootsbesatzung in der Lage sein sollte, zu beschreiben, wo er sich befindet. Selbst wenn GPS ausgefallen ist, sollte man doch wissen, wo man ist, so z.B. kurze Benennung wie Sulfjord oder Fröyfjord und dann noch eine Himmelsrichtung. Zumindest Angelboote sollten auch nicht solche riesig langen Fahrten wie z. B. von Sula nach Örne machen. Für mich kommt das nicht mehr in Frage.
 
Mich bestärkt da immer wieder die klassische Sicherheitsbetrachtung (wie in der Elektrotechnik), ...immer doppelt. In dem Fall also immer mit 2 Booten angeln fahren und auch in Kontakt bleiben, dann hat man eine relativ hohe Sicherheit garantiert. Ist man alleine unterwegs, muss man diesen "Mangel" technisch ausgleichen.
Technische Systeme sind da imho nicht gleichwertig, da ...
- Zeitfaktor (bei MOB bei Anglern meist chancenlos, da zu 90% falsche Kleidung)
- auf andere angewiesen
- teurer (Einsatzkräfte)
Daher würde ich für Norwegen-Angeltouristen zumindest für Offshore 2 Boote im Verband vorschreiben, auch wenn damit nicht jeder einverstanden sein wird. Nichts ist wertvoller als das (eigene) Leben! Imho wäre das organisatorisch fast immer lösbar.
 
Daher würde ich für Norwegen-Angeltouristen zumindest für Offshore 2 Boote im Verband vorschreiben, auch wenn damit nicht jeder einverstanden sein wird. Nichts ist wertvoller als das (eigene) Leben! Imho wäre das organisatorisch fast immer lösbar.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Wäre sicherheitstechnisch und vom eigenen Verständnis die beste Regel, im Gegensatz zu allen Sachen die man sich kaufen muss und trotzdem Laie bleibt.
 
Mich bestärkt da immer wieder die klassische Sicherheitsbetrachtung (wie in der Elektrotechnik), ...immer doppelt. In dem Fall also immer mit 2 Booten angeln fahren und auch in Kontakt bleiben, dann hat man eine relativ hohe Sicherheit garantiert. Ist man alleine unterwegs, muss man diesen "Mangel" technisch ausgleichen.
Technische Systeme sind da imho nicht gleichwertig, da ...
- Zeitfaktor (bei MOB bei Anglern meist chancenlos, da zu 90% falsche Kleidung)
- auf andere angewiesen
- teurer (Einsatzkräfte)
Daher würde ich für Norwegen-Angeltouristen zumindest für Offshore 2 Boote im Verband vorschreiben, auch wenn damit nicht jeder einverstanden sein wird. Nichts ist wertvoller als das (eigene) Leben! Imho wäre das organisatorisch fast immer lösbar.
In der Tat bin ich damit überhaupt nicht einverstanden. Erstens weil es viele Probleme nicht löst und zweitens, weil es jedem Menschen selbst obliegen sollte, für die eigene Sicherheit zu sorgen. Nennt sich übrigens FREIHEIT.jl

Ich z. B. fahre nur bis maximal 1,2m Welle und maximal 8m/s offshore, habe einen 50N Floater und dazu eine 160N Automatik-Weste an. Dazu eine Seefunke (ICOM-M25), ein satellitenfähiges Smartphone (Pixel 10) und einen Satz Leuchtraketen. Wir sind zu dritt, haben ein 23er Kvaerno mit 130PS, ein 2m Gaff und eine Heckleiter.
Und wozu genau sollte jetzt das "vorgeschriebene" 2. Boot gut sein?
Sorry, das ist totaler Unsinn! Eine sinnfreie Regelung mehr, die eine falsche Sicherheit vorgaukelt und die tatsächlichen Ursachen völlig ausblendet.
Die allermeisten Unfälle passieren, weil unter Bedingungen rausgefahren wird, für die die Boote einfach nicht gemacht sind. Bei 3m Welle und 20m/s Wiid ist es völlig egal, ob ihr den über Bord gegangenen Kollegen mit 1, 3 oder 5 Booten nicht findet. Hilfe per Boot zu holen ist so gut wie immer sinnlos, weil die Zeit für die meisten Notfälle nicht ausreicht.
Was bleibt ist die Eigenverantwortung und ein bißchen Verstand. Heutzutage ist is es überhaupt kein Problem, mal kurz zu googeln, was die Boote abkönnen, wie das Wetter wird, wie man Hilfe holt und unter welchen Bedingungen man lieber zu Hause bleibt und Montagen bastelt oder Seekarten für den nächsten Tag studiert. Zudem kann man immer den Vermieter oder andere Angler um eine Meinung fragen, wenn man den will.
In den letzten Jahren 20 Jahren habe ich in Flatanger 3 Unfälle mitbekommen. Jedes Mal absoluter Wahnsinn, bei dem auch 8 Boote nicht geholfen hätten. Vor ca. 6 Jahren drei Russen bei 3m Welle und Sturm raus zum Nylandskjaeret. Wir sind nicht mal im Fjord gefahren, weil uns die Wellen zu hoch waren. Die Russen wurden dann per Hubschrauber gerettet, nachdem sie auf ein Riff gelaufen waren.
Mit einer solchen neuen Regel würde man die Verrückten nicht stoppen und diejenigen, die kein 2. Boot brauchen, unnötig drangsalieren. Irgendwann hat man dann so viele Regeln, dass man 3 Anwälte braucht, um halbwegs legal auf die Toilette gehen zu dürfen (so wie in Deutschland).
 
In der Tat bin ich damit überhaupt nicht einverstanden. Erstens weil ...
Mal angenommen, der Campbetreiber schreibt dir das vor, ...Sicherheit nimmt dir deine Freiheit?
Und wer schreibt dir in Deutschland deine Toilettengänge vor (total gemein) und warum brauchst du dafür gleich 3 Anwälte?
 
Danke fürs berichten 👍
Was ich nicht ganz verstehe im zweiten Fall - das PLB hat doch genau die Aufgabe eine präzise Position zu senden. Das diese möglicherweise ohne AIS an Bord des Fahrzeugs nicht direkt zugeordnet werden kann und ohne VHF ein möglicher Fehlalarm nur schwer zu überprüfen ist verstehe ich dabei natürlich.

Bezieht sich darauf, dass du schreibst die Rettungsleitstelle hatte die Position "vermutet".
Vielleicht nur ein Missverständnis in der Formulierung?

Danke für die Nachfrage, das ging für mich aus dem Geschreibe auch nicht hervor.
 
Mal angenommen, der Campbetreiber schreibt dir das vor, ...Sicherheit nimmt dir deine Freiheit?
Und wer schreibt dir in Deutschland deine Toilettengänge vor (total gemein) und warum brauchst du dafür gleich 3 Anwälte?

Wenn es der Campbetreiber vorschreiben würde, wäre das absolut in Ordnung. Dann könnte ich selbst entscheiden, ob ich da buche, oder eben nicht. "Vorschreiben" hört sich aber erstmal nicht nach Campbetreiber an, sondern nach einer neuen gesetzlichen Regelung.
Außerdem: Wenn das vom Campbetreiber käme, wäre eine andere Regelung viel sinnvoller, nämlich, dass der Campbetreiber die Leute gar nicht rausfahren lässt, wenn die Bedingungen nicht passen. Es macht einfach keinen Sinn, darauf zu bestehen, daß 2 Boote im Verband fahren, wenn die Bedingungen nicht passen. Wenn sie für 1 Boot nicht passen, passen sie meistens auch für 2 Boote nicht.

Die Anwälte für die Toilettengänge waren - unschwer zu erkennen - etwas überspitzt, die Tendenz stimmt aber eindeutig. Wenn du dich beruflich mit den Themen "Arbeitssicherheit, Datenschutz, Naturschutz, Umweltschutz, Brandschutz oder Planungsrecht" auseinandersetzt, weißt du, was ich meine. Das sind alles wichtige Dinge, die aber durch immer mehr Regeln, Gesetze, Verordnungen, Normen und Dokumentationspflichten so dermassen verunstaltet wurden, dass selbst Fachanwälte nicht mehr durchblicken. Der normale Tischler sitzt in allen Bereichen mit einem Bein im Knast und fast sich nur noch an den Kopf. Überall wo der gesunde Menschenverstand fehlt, wird nach einer neuen Regel geschrien (die dann auch umgesetzt wird - du erkennst das leicht an dem Deckel von deiner Colaflasche).
Um beim Thema zu bleiben. Wer bei den Bedingungen rausfährt, die zu den letzten mir bekannten Unfällen geführt haben, der hat schlicht und einfach selbst Schuld. 3m Welle, Sturm, trotz Warnungen ohne Funke, ohne Floater, ohne Weste ohne Raketen und ohne Sinn und Verstand. Das ist - sorry - Darwin pur und mir - nochmal sorry - völlig egal. Ich möchte mich nur nicht ständig mit neuen Regeln rumschlagen, die mich einschränken, die lebensmüden Vollhonks aber nicht bremsen.
 
Wenn es der Campbetreiber vorschreiben würde, wäre das absolut in Ordnung. Dann könnte ich selbst entscheiden, ob ich da buche, oder eben nicht. "Vorschreiben" hört sich aber erstmal nicht nach Campbetreiber an, sondern nach einer neuen gesetzlichen Regelung.
Außerdem: Wenn das vom Campbetreiber käme, wäre eine andere Regelung viel sinnvoller, nämlich, dass der Campbetreiber die Leute gar nicht rausfahren lässt, wenn die Bedingungen nicht passen. Es macht einfach keinen Sinn, darauf zu bestehen, daß 2 Boote im Verband fahren, wenn die Bedingungen nicht passen. Wenn sie für 1 Boot nicht passen, passen sie meistens auch für 2 Boote nicht.

Die Anwälte für die Toilettengänge waren - unschwer zu erkennen - etwas überspitzt, die Tendenz stimmt aber eindeutig. Wenn du dich beruflich mit den Themen "Arbeitssicherheit, Datenschutz, Naturschutz, Umweltschutz, Brandschutz oder Planungsrecht" auseinandersetzt, weißt du, was ich meine. Das sind alles wichtige Dinge, die aber durch immer mehr Regeln, Gesetze, Verordnungen, Normen und Dokumentationspflichten so dermassen verunstaltet wurden, dass selbst Fachanwälte nicht mehr durchblicken. Der normale Tischler sitzt in allen Bereichen mit einem Bein im Knast und fast sich nur noch an den Kopf. Überall wo der gesunde Menschenverstand fehlt, wird nach einer neuen Regel geschrien (die dann auch umgesetzt wird - du erkennst das leicht an dem Deckel von deiner Colaflasche).
Um beim Thema zu bleiben. Wer bei den Bedingungen rausfährt, die zu den letzten mir bekannten Unfällen geführt haben, der hat schlicht und einfach selbst Schuld. 3m Welle, Sturm, trotz Warnungen ohne Funke, ohne Floater, ohne Weste ohne Raketen und ohne Sinn und Verstand. Das ist - sorry - Darwin pur und mir - nochmal sorry - völlig egal. Ich möchte mich nur nicht ständig mit neuen Regeln rumschlagen, die mich einschränken, die lebensmüden Vollhonks aber nicht bremsen.
Ich bin in allen Sachen, die du geschrieben hast deiner Meinung, aber ein Problem hast du vergessen. Was ist, wenn mal der Motor deines Bootes ausfällt. Ich hatte das schon mal im Mahlstrom, dass der Motor nicht wieder anspringen wollte und wir sind rausgedriftet gen Island. Weit kann es nicht mehr nach Island gewesen sein. Ich hatte schon über das Zünden der Rakete nachgedacht, da sah ich, dass ein Boot in unsere Richtung kam. Solche Überlegungen wie, dann rufen wir halt jemanden an, der uns hilft oder sonst was kann mal nicht klappen. Allerdings das mit den 2 Booten bringt auch nur was, wenn die zusammenbleiben.
 
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