Hechte im Tana-vassdrag - Einfluss auf den Lachsbestand

smolt

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Die Lachse aus dem Tana-Gewässersystems machten in 1990-2000 Jahren ca. 30% des gesamten norwegischen Lachsbestandes aus.
40% der gesamten Lachsfänge Norwegens, bzw. 20% der gesamten Lachsfänge Europas stammten aus Tanaelva und seine Nebenflüsse, somit ist dieser Fluss der wichtigste Lachsfluss was den Atlantischen Lachs betrifft.
In den letzten Jahren ist der Lachs-Bestand dort drastisch zurückgegeangen, so dass der Fluss seit 2021 für den Lachsfang gesperrt wurde.

Als eine Ursache für den Rückgang der Lachse wird von den Wissenschaftlern eine über einen langen Zeitraum hohe Befischung hervorgehoben, darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass auch Prädation eine negative Rolle gespielt haben könnte. Mehrere Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass Junglachse sowohl im oberen als auch im unteren Teil des Flusssystems den überwiegenden Mageninhalt bei gefangenen Hechten ausmachen. Der Anteil der Junglachse machte dabei etwa die Hälfte der Nahrung der Hechte aus.

Jetzt hat man den Einfluss der Hechte auf die Lachspopulation etwas näher untersucht und fand heraus das im Jahr pro kg Hecht durchschnittlich 46 Lachse weggefressen werden. Auf das ganze Gewässersystem hochgerechnet kann man davon ausgehen, dass jährlich um die 500 000 Lachs-smolts von den Hechten gefressen werden.
Trotz niedrigerer Reproduktion der Lachse, also weniger aufkommender Junglachse, konnte man einen Trend beobachten, dass die Menge der von Hechten gefressenen Lachse dagegen trotzdem anstieg.
Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler ist deshalb so weit folgende:

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der negative Effekt der Prädation durch Hechte auf Lachssmolts im Tanavassdraget erheblich ist, und die Zahl der abwandernden Lachssmolts wird wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren niedrig bleiben. Eine möglicherweise geringere Überlebensrate im Meer würde dies zusätzlich verschärfen. Dies bedeutet, dass ein Wiederaufbau des Lachbestands im Tanavassdraget vermutlich schwierig oder unmöglich sein wird, sofern der Konsum abwandernder Lachssmolts durch Hechte nicht reduziert wird."


Jetzt heisst es dann ein glückliches Händchen bei der Befischung der Hechte zu haben und möglichst die "Smolt-fresser" abzufischen.
Grosse Hechte ("Kanibalen") können durchaus aktiv dazu beitragen den eigenen Bestand zu dezimieren, fischt man dagegen zuviele von ihnen ab ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch "Platz" für viele kleine Hechte zu machen, deren Hauptnahrung aus kleineren Fischen, wie Lachssmolts besteht.



Gruss
Smolt
 
Also wenn es danach geht, können Laichräuber(Barsche, Aale, Wasservögel,etc.) auch an den Pranger gestellt werden...so ein Hecht macht eben auch nur seinen Job....
 
….wirkt etwas so, als wenn du die Problematik dort in dem Fluss nicht ganz verstanden hast.
Das ist n seriöses Ding, geht nicht darum irgendwas an den «Pranger» zu stellen.

Der Tanafluss und alles was ökologisch und kulturell dort mit dem Lachs zusammenhängt ist ziemlich speziell und interessant.

Gruss
Smolt
 
….wirkt etwas so, als wenn du die Problematik dort in dem Fluss nicht ganz verstanden hast.
Das ist n seriöses Ding, geht nicht darum irgendwas an den «Pranger» zu stellen.

Der Tanafluss und alles was ökologisch und kulturell dort mit dem Lachs zusammenhängt ist ziemlich speziell und interessant.

Gruss
Smolt
Wirkt etwas so, als wenn die Berichterstattung einseitig ist. Die Natur ist so. Ziemlich simpel, wo Nahrung, da Prädatoren. Egal, du wirst dir ja was bei gedacht haben, also bei deinem ersten Post und link.
 
Ist zwar mal wieder etwas schade, …ein Thema ab dem zweiten Post auf diese Schiene laufen zulassen, …. aber erklär doch noch mal kurz, inwieweit du “fühlst” das alle möglichen Prädatoren eingeschlossen dem Hecht “an den Pranger” gestellt werden könnten. …dann wären wir damit vielleicht duch. :p075:

Interessant ist in diesem Beispiel eher die Interaktion zwischen Prädator und Beute.
Hier kommt man bislang zu der Feststellung ohne Reduzierung des Hechtbestandes wird sich die Situation für den Lachs nicht verbessern.

Gruss
Smolt
 
Ist zwar mal wieder etwas schade, …ein Thema ab dem zweiten Post auf diese Schiene laufen zulassen, …. aber erklär doch noch mal kurz, inwieweit du “fühlst” das alle möglichen Prädatoren eingeschlossen dem Hecht “an den Pranger” gestellt werden könnten. …dann wären wir damit vielleicht duch. :p075:

Interessant ist in diesem Beispiel eher die Interaktion zwischen Prädator und Beute.
Hier kommt man bislang zu der Feststellung ohne Reduzierung des Hechtbestandes wird sich die Situation für den Lachs nicht verbessern.

Gruss
Smolt
Vielleicht kann der feine Herr Smolt ja andeuten was er mit seinem 1. Post bewirken möchte.

Will man den eingefleischten Salzwasseranglern jetzt den Hecht im Lachsfluss anbieten? So ganz ohne Ausfuhrquote?

Was ich fühle oder nicht ist schlicht irrelevant.
 
Der Tanafluss und alles was ökologisch und kulturell dort mit dem Lachs zusammenhängt ist ziemlich speziell und interessant.
Erkläre uns doch mal was es damit auf sich hat. Vielleicht hilft es dem allgemeinen Verständnis....
 
Vielleicht kann der feine Herr Smolt ja andeuten was er mit seinem 1. Post bewirken möchte.

……

….War ne reine Info zum Zustand “Wildlachs in Norwegen, speziell Tanafluss.” ..

Ich war überrascht, das der Einfluss der Hechte auf den Bestand so stark ist, dacht könnte allgemeine interessant sein, und habe es unter der Rubrik “Mensch, Natur, Umwelt” gepostet.
:p075:


……merke gerade war ein Fehler. Kommt nicht mehr viel rum in diesem Forum hier. ^^


Reingehauen!
 
Du solltest dich, mit dem Thema Hecht, mal mehr beschäfftigen und dann wirst Du feststellen, das das nicht ganz so ist, wie in deinem Anfangspost geschrieben. :wink:
 
👍…super interessantes Thema: - Inwieweit die verschiedenen Fischpopulationen auf Befischung reagieren usw..
Ich habe definitiv nicht das Fazit. 😊

Wäre wirklich interessant dazu mal ein Thema zu lesen.

….müsste dieses.Mal aber jemand anderes aufmachen, ….bei mir kommt da wahrscheinlich wieder ganz schnell jemand um die Ecke und bringt das Thema “Ausfuhrquote” mit rein. ^^

Gruss
Smolt
 
Mal vereinfacht gesagt.
In Fließgewässern, gibt´s Standplätze wo sich ein Hecht aufhält. Ist dieser nicht mehr besetz, z. B. durch Entnahme, wird sich dort wieder ein Hecht einstellen.
Macht dann auch keinen Sinn, wenn man einen Hechtbestand im Gewässer hat, dort einen Hechtbesatz zu machen, da der Besetzte, vom heimischen verdrängt wird.

Und wie schon geschrieben, gibt´s genug andere Fressfeinde, für die Smolt´s!
 
ok.
Im Tana-Gewässsersystem geht’s jetzt vorrangig erstmal darum den Hechtbestand zu reduzieren und nicht neu zu besetzen.
Dies kann durch verstärkte Entnahme und zumindest Teilweise durch Kanibalismus erfolgen. Deshalb evtl. das Konzept: die ganz dicken als potentielle “Kannibalen” drin lassen und soviel wie möglich der mittleren (40-60 cm) entnehmen.

Ich glaube, gelesen zu haben man bekommt dort in Finnland schon seit geraumer Zeit 100 kr pro Hechtkopf ausgezahlt, praktisch als Anreiz verstärkt auf Hecht zu fischen.

Der Hecht wird von den Wissenschaftlern als der bedeutendste Predator für den Tana-Lachsbestand angesehen. Dass es andere Fressfeinde gibt, ist klar, scheinbar sind deren Auswirkungen aber nicht so gravierend.

Der Lachsbestand dort oben wurde über Jahrzehnte überfischt. Jetzt hat man seit einigen Jahren ein Totalfangverbot.

Lachszucht wie in anderen Fjorden Norwegens gibt es, meines Wissens nach, im Tanafjord immer noch nicht, so dass die abwandernden Smolts ohne erhöhten Lachslausbefall in’s offene Meer gelangen, oder groß anderen negativen Geschichten die man der Auquakultur zuordnen könnte ins offnene Meer gelangen.
Trotzdem kommen immer weniger Lachse in diesen riesigen Fluss zurück.
Die Hauptursache kann also nur eine erhöhte Sterblichkeit im Meer sein, wo man heute nicht mal die genauen Ursachen kennt, ganz zu schweigen davon wie man diese möglichst schnell ändern könnte.

Eine andere Ursache ist, die, das zu wenig Fische es bis in’s Meer schaffen.
Wenn man erkannt hat, dass der Einfluss der Hechte durch Prädation sich in dem Bereich bewegt, dass es völlig unwahrscheinlich ist, dass überhaupt jemals wieder mehr Lachse in den Fluss zurückkehren, ist es für mich völlig einleuchtend, dass man versucht die Anzahl zu reduzieren.
Letzendlich ist es der letzte Faktor mit dem man die Sterblichkeit im Fluss reduzieren kann. Die Fangsterblichkeit, hat man durch das Fangverbot schon auf null gesetzt.
Um den Hecht muss man da auch wirklich nicht besorgt sein, für den wird’s wenn überhaupt, erst kritisch, wenn gar keine Lachse mehr zurückkommen.

Gruss
Smolt
 
ok.
Im Tana-Gewässsersystem geht’s jetzt vorrangig erstmal darum den Hechtbestand zu reduzieren und nicht neu zu besetzen.
Dies kann durch verstärkte Entnahme und zumindest Teilweise durch Kanibalismus erfolgen. Deshalb evtl. das Konzept: die ganz dicken als potentielle “Kannibalen” drin lassen und soviel wie möglich der mittleren (40-60 cm) entnehmen.
Ich glaube, gelesen zu haben man bekommt dort in Finnland schon seit geraumer Zeit 100 kr pro Hechtkopf ausgezahlt, praktisch als Anreiz verstärkt auf Hecht zu fischen.
Der Hecht wird von den Wissenschaftlern als der bedeutendste Predator für den Tana-Lachsbestand angesehen. Dass es andere Fressfeinde gibt, ist klar, scheinbar sind deren Auswirkungen aber nicht so gravierend.
Der Lachsbestand dort oben wurde über Jahrzehnte überfischt. Jetzt hat man seit einigen Jahren ein Totalfangverbot.
Und weil der Mensch dort Mist gebaut hat, muß jetzt eine andere Art, den Kopp dafür herhalten. Was ist das denn wieder für ein Quatsch.
Lachszucht wie in anderen Fjorden Norwegens gibt es, meines Wissens nach, im Tanafjord immer noch nicht, so dass die abwandernden Smolts ohne erhöhten Lachslausbefall in’s offene Meer gelangen, oder groß anderen negativen Geschichten die man der Auquakultur zuordnen könnte ins offnene Meer gelangen.
Trotzdem kommen immer weniger Lachse in diesen riesigen Fluss zurück.
Die Hauptursache kann also nur eine erhöhte Sterblichkeit im Meer sein, wo man heute nicht mal die genauen Ursachen kennt, ganz zu schweigen davon wie man diese möglichst schnell ändern könnte.

Eine andere Ursache ist, die, das zu wenig Fische es bis in’s Meer schaffen.
Wenn man erkannt hat, dass der Einfluss der Hechte durch Prädation sich in dem Bereich bewegt, dass es völlig unwahrscheinlich ist, dass überhaupt jemals wieder mehr Lachse in den Fluss zurückkehren, ist es für mich völlig einleuchtend, dass man versucht die Anzahl zu reduzieren.
Letzendlich ist es der letzte Faktor mit dem man die Sterblichkeit im Fluss reduzieren kann. Die Fangsterblichkeit, hat man durch das Fangverbot schon auf null gesetzt.
Um den Hecht muss man da auch wirklich nicht besorgt sein, für den wird’s wenn überhaupt, erst kritisch, wenn gar keine Lachse mehr zurückkommen.

Gruss
Smolt
 
Schade, was mit dem ehemals wichtigste Lachsfluss geworden ist. Interessanter Artikel und bei 2000 untersuchten Hechten werden ja wohl die Fakten benannt werden dürfen ohne von einem Pranger zu reden. Ich würde mir wünschen, das bei uns die oder gewisse Fischbestände so einen Stellenwert hätten, dass es Wissenschaftler interessiert und damit auch Rückschlüsse gezogen würden.
Ich habe Gewässer gesehen, die (vorher schon ein paar negative Einflüsse) von Vögeln innert 1-2 Saisons so geplündert worden sind, dass sie sich wohl nie mehr erholen. Wenns so klare Erkenntnisse gibt wie in dem Fall, sollte man dies so benennen dürfen und ev Massnahmen andenken. Schade wird das gleich zerredet
 
Ich frage mich welche Möglichkeiten es gibt den Hechtbestand in einem solchen Gewässer zu regulieren, wenn das Angeln in diesem Gewässer verboten ist.

Als einzig praktikable Möglichkeit sehe ich in der intensiven Elektrobefischung um selektiv die Hechte zu entnehmen. . Bei einem Gewässer dieser Größe dann aber eine Mammutaufgabe...
 
Das Angeln dort ist nicht verboten, nur der Lachsfang. (….obwohl es da wohl wegen Länderübergreifender und kultureller Rechte auch schon wieder Ausnahmen gibt.).

Der Fischfang dort erfolgt/erfolgte auch nicht unbedingt vorwiegend mit der Angel, sondern eher mit dem Netz.

Netzfischerei auf Hechte wird wohl gehen, dann aber in den Zeiten wo keine oder nur wenige Lachsrückkehrer im Flusssystem sind, um diese nicht als Beifang zu schädigen. Dieser Zeitraum wird in der Praksis aber sehr eng sein.
Möglicherweise nach der Laichzeit der Lachse bis zum nächsten Aufstieg.
Elektrofischen wäre wahrscheinlich tatsächlich das selektivste, aber wie du schreibst, bei dieser Gewässergrösse eher ein Ding der Unmöglichkeit.

Eine Alternative wäre evtl.die Hechte auf ihren Laichplätzen im Flachen, ruhigen Wasser mit Netzen abzufischen, die Wahrscheinlichkeit dort auch Salmoniden mit in die Netze zu bekommen, ist wahrscheinlich noch am geringsten.


Gruss
Smolt
 
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