Jürgen Diebäcker
Well-Known Member
Zurück aus Björnvika
Von JÜRGEN DIEBÄCKER
Zum zweiten Mal war ich mit drei Duisburger Angelfreunden (vom 28. April bis zum 12. Mai 2004) im „Natursenter Björnvika“, um in und vor der mittelnorwegischen Bucht bei Vik südlich des Torghatten – der bekannte „Berg mit dem Loch“ - zu fischen, in der wir Ende Mai/Anfang Juni 2003 so hervorragend gefangen hatten. Um es kurz zu machen: Nach dem Superjahr 2003 mit vielen Dorschen zwischen 10 und 20 (und einigen bis zu 30) Pfund fingen wir dieses Mal nicht so gut wie erhofft – weniger, aber immer noch genug. Am Ende hatte jeder von uns vieren 25 Kilo Filet in seiner mitgebrachten 50-Liter-Tiefkühltruhe: also genug - und so viel, wie man nach der neuen Rechtslage mitnehmen darf. Wobei wir jeden gefangenen Dorsch, der nicht mindestens 50 cm lang war, zurückgesetzt haben.
Trotz einer gewissen Enttäuschung beim Vergleich mit dem Vorjahr waren wir am Ende alle zufrieden. In unserer Fangliste und in der von fünf anderen Duisburger Freunden, die zur selben Zeit von Björnvika aus fischten, standen immerhin ein Dorsch von fast 15, einer von 12 und ein halbes Dutzend von 7 bis 8 Kilo: alles schöne Fische; auch einige gute Schellfische, Pollacks, Lengs und ein Lumb von 5 Kilo konnten sich sehen lassen. Auffallend war allerdings,
• dass es in diesem Fanggebiet deutlich weniger Fische gab als noch 2003 und
• dass die Dorsche in diesem Jahr erheblich schlechter bissen.
Letzteres könnte seine Ursache darin haben, dass wir zeitlich früher vor Ort waren als im Vorjahr und erst wenige Heringsschwärme in der Bucht waren. „Die Fische beißen schlecht, wenn kein Hering da ist“, glaubt Willy Tjonnoy. Berufsfischer und Betreiber des Hüttenzentrums Björnvika. Etliche Dorsche hatten – mag sein, dass auch das eine Rolle spielte - noch nicht abgelaicht.
Angesichts unserer diesjährigen Erfahrungen möchte ich die Aussage meines letztjährigen Berichts („Klasse-Angelrevier Björnvika“ / in dieser Rubrik nachzulesen), dass Ende April/Anfang Mai die beste Fangzeit für diese Bucht am Torghatten sei, einschränken. Ende Mai/Anfang Juni erscheint mir für gute Fänge sicherer. Allerdings ist dann kaum noch mit wirklich kapitalen Dorschen zu rechnen, da der „Winterfisch“ (Laichdorsch) dann weitgehend abgewandert sein wird. Immerhin berichtete uns Willy Tjonnoy, dass am 8. Mai 2004 in diesem Fanggebiet (in der Nähe des Leuchtfeuers Helgelandflesa) ein Laichdorsch von 47 Kilo (!) gefangen - und angeblich durch die norwegische Presse fotografiert - wurde. Und am gleichen Tag verloren drei Björnvika-Gäste beim Landeversuch einen auf 30 bis 40 Kilo geschätzten Heilbutt, der ihnen das Alu-Gaff in einen "Korkenzieher" verwandelte: Sie wussten nicht, dass man einen solchen Fisch am besten harpuniert oder ihm, wenn keine Harpune vorhanden ist, außenbords (Kopf möglichst unter Wasser lassen) mit einem Messer einen Kiemenbogen zerschneidet, um ihn ausbluten zu lassen, ehe man ihn an Bord zu ziehen versucht.
Wir müssen neidlos einräumen, dass fünf ostdeutsche Björnvika-Gäste, die dank eines hochseetauglicheren 120-PS-Bootes erheblich größere Strecken zurücklegen und weiter draußen liegende Fanggebiete „abgrasen“ konnten als wir mit unseren (teils unzuverlässigen) 15-PS-Motoren, deutlich besser fingen. Leider erwiesen sich diese Gäste als ziemlich maßlos: Sie brachten am manchen Tagen bis zu sieben mehr oder weniger volle Fangkisten an Land – und entschwanden am Ende vorzeitig mit rund 400 Kilo Filet (also 80 pro Kopf) in Richtung Heimat. Da fragten wir uns: Muss das wirklich sein? Festzuhalten bleibt: Dies sind jene „Kollegen“, die mit ihrer Maßlosigkeit letztlich gesetzliche Regelungen provozieren, wie sie am 1. Mai eingeführt wurden.
Übrigens blieben die fünf "Superfänger" – leider! - bei der Ausreise über Schweden vom norwegischen Zoll ebenso unbehelligt wie wir am 13. Mai mit unseren 25 Kilo pro Kopf an der Fähre in Oslo: noch keine Spur von Kontrollen feststellbar. Aber Stichproben werden – da bin ich mir ziemlich sicher – im Laufe der Saison kommen (und hoffentlich die richtigen treffen)…
Weniger gefangen – aber genug
Von JÜRGEN DIEBÄCKER
Zum zweiten Mal war ich mit drei Duisburger Angelfreunden (vom 28. April bis zum 12. Mai 2004) im „Natursenter Björnvika“, um in und vor der mittelnorwegischen Bucht bei Vik südlich des Torghatten – der bekannte „Berg mit dem Loch“ - zu fischen, in der wir Ende Mai/Anfang Juni 2003 so hervorragend gefangen hatten. Um es kurz zu machen: Nach dem Superjahr 2003 mit vielen Dorschen zwischen 10 und 20 (und einigen bis zu 30) Pfund fingen wir dieses Mal nicht so gut wie erhofft – weniger, aber immer noch genug. Am Ende hatte jeder von uns vieren 25 Kilo Filet in seiner mitgebrachten 50-Liter-Tiefkühltruhe: also genug - und so viel, wie man nach der neuen Rechtslage mitnehmen darf. Wobei wir jeden gefangenen Dorsch, der nicht mindestens 50 cm lang war, zurückgesetzt haben.
Trotz einer gewissen Enttäuschung beim Vergleich mit dem Vorjahr waren wir am Ende alle zufrieden. In unserer Fangliste und in der von fünf anderen Duisburger Freunden, die zur selben Zeit von Björnvika aus fischten, standen immerhin ein Dorsch von fast 15, einer von 12 und ein halbes Dutzend von 7 bis 8 Kilo: alles schöne Fische; auch einige gute Schellfische, Pollacks, Lengs und ein Lumb von 5 Kilo konnten sich sehen lassen. Auffallend war allerdings,
• dass es in diesem Fanggebiet deutlich weniger Fische gab als noch 2003 und
• dass die Dorsche in diesem Jahr erheblich schlechter bissen.
Letzteres könnte seine Ursache darin haben, dass wir zeitlich früher vor Ort waren als im Vorjahr und erst wenige Heringsschwärme in der Bucht waren. „Die Fische beißen schlecht, wenn kein Hering da ist“, glaubt Willy Tjonnoy. Berufsfischer und Betreiber des Hüttenzentrums Björnvika. Etliche Dorsche hatten – mag sein, dass auch das eine Rolle spielte - noch nicht abgelaicht.
Angesichts unserer diesjährigen Erfahrungen möchte ich die Aussage meines letztjährigen Berichts („Klasse-Angelrevier Björnvika“ / in dieser Rubrik nachzulesen), dass Ende April/Anfang Mai die beste Fangzeit für diese Bucht am Torghatten sei, einschränken. Ende Mai/Anfang Juni erscheint mir für gute Fänge sicherer. Allerdings ist dann kaum noch mit wirklich kapitalen Dorschen zu rechnen, da der „Winterfisch“ (Laichdorsch) dann weitgehend abgewandert sein wird. Immerhin berichtete uns Willy Tjonnoy, dass am 8. Mai 2004 in diesem Fanggebiet (in der Nähe des Leuchtfeuers Helgelandflesa) ein Laichdorsch von 47 Kilo (!) gefangen - und angeblich durch die norwegische Presse fotografiert - wurde. Und am gleichen Tag verloren drei Björnvika-Gäste beim Landeversuch einen auf 30 bis 40 Kilo geschätzten Heilbutt, der ihnen das Alu-Gaff in einen "Korkenzieher" verwandelte: Sie wussten nicht, dass man einen solchen Fisch am besten harpuniert oder ihm, wenn keine Harpune vorhanden ist, außenbords (Kopf möglichst unter Wasser lassen) mit einem Messer einen Kiemenbogen zerschneidet, um ihn ausbluten zu lassen, ehe man ihn an Bord zu ziehen versucht.
Wir müssen neidlos einräumen, dass fünf ostdeutsche Björnvika-Gäste, die dank eines hochseetauglicheren 120-PS-Bootes erheblich größere Strecken zurücklegen und weiter draußen liegende Fanggebiete „abgrasen“ konnten als wir mit unseren (teils unzuverlässigen) 15-PS-Motoren, deutlich besser fingen. Leider erwiesen sich diese Gäste als ziemlich maßlos: Sie brachten am manchen Tagen bis zu sieben mehr oder weniger volle Fangkisten an Land – und entschwanden am Ende vorzeitig mit rund 400 Kilo Filet (also 80 pro Kopf) in Richtung Heimat. Da fragten wir uns: Muss das wirklich sein? Festzuhalten bleibt: Dies sind jene „Kollegen“, die mit ihrer Maßlosigkeit letztlich gesetzliche Regelungen provozieren, wie sie am 1. Mai eingeführt wurden.
Übrigens blieben die fünf "Superfänger" – leider! - bei der Ausreise über Schweden vom norwegischen Zoll ebenso unbehelligt wie wir am 13. Mai mit unseren 25 Kilo pro Kopf an der Fähre in Oslo: noch keine Spur von Kontrollen feststellbar. Aber Stichproben werden – da bin ich mir ziemlich sicher – im Laufe der Saison kommen (und hoffentlich die richtigen treffen)…
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