Bericht Andabeloy 2007
Hallo alle zusammen, :]
hier ist nun mein Bericht über unseren Kurzurlaub auf Andabeloy.
Mitgekommen sind: meine Freundin Kathleen und unsere Tochter Gina, mein Freund und Angelkumpel Scholle und unsere Nachbarn Peter und Waltraut.
Da es diesmal ein Ausflug mit Familie und Familienfreunden war, stand das Angeln nicht so ganz im Vordergrund. Es sollte eine entspannte Woche in der wunderschönen Natur werden und ich wollte natürlich auch meine Familie mit dem Norwegenvirus infizieren, um meinen nächsten Urlaub in Norge etwas zu festigen.
Nachdem ich mich hier im NAF noch kurzfristig über unser Ziel informiert hatte ging es dann am 9. August um 14.30 Uhr endlich los. Die Fahrt durch Deutschland ging bis auf einen Blitzer Problemlos über die Bühne. Auch Dänemark haben wir problemlos absolviert und hatten unterwegs sehr viel Zeit um für unseren Raucher Peter einige Pausen zu machen. So kamen wir dann um 11.30 Uhr in Hirtshals an und konnten entspannt auf die M/S Christian IV warten, die dann pünklich um 1.15 Uhr abgelegt und uns nach Kristiansand gebracht hat. Wir hatten zwei Kabinen gebucht um uns während der Überfahrt ausruhen zu können. Leider hab ich vor lauter Aufregung kein Auge zu bekommen. Morgens dann in Kristiansand wurden alle Van´s vom Zoll zur Seite gelotst und es wurde nach Alkohol und Bier gefragt. Dabei ist es aber auch geblieben und mir wurde meine Aussage geglaubt, das alles den Bestimmungen entsprach. :-- So ging es dann an die letzten zwei Stunden Fahrt um endlich am Ziel anzukommen. Die neue Fedabrücke ist beeindruckend und für die von uns, die zum ersten Mal in Norge waren, war schon die Fahrt ein unvergessliches Erlebnis. Wir haben dann in Flekkefjord noch einen kurzen Stop eingelegt um Geld zu tauschen und um meiner Freundin noch so einige interessante Dinge wie Läden und Shops zu zeigen (einer muss ja das Geld ausgeben), da wir noch etwas Zeit hatten, bis unsere Fähre in Abelsnes ablegte. Auch mit der Fähre gab es keine Probleme und so kamen wir um 10.30 Uhr bei bestem Wetter endlich in der Hütte an und wurden auch sogleich von unserem Vermieter Arne und seiner Frau Ingrid empfangen. Wir waren uns ja schon von 2004 bekannt. Kurze Einweisung in Boote und Haus und der Urlaub konnte beginnen. Schnell das Auto ausgeräumt und das Haus eingeräumt, dann wurde das Angelgerät fangbereit gemacht. Eigentlich wollte ich mich nun etwas ausruhen, aber Kathleen und die Kleine fingen sofort an zu schreien und standen plötzlich in voller Angelmontur vor mir und wollten aufs Wasser. So viel zum Thema ausruhen. Also habe auch ich mich umgezogen und wir sind ins Boot und ab zu den Fischen. Wir hatten zwei Boote, ein 15 Fuss 9,9 PS und ein 17 Fuss 25 PS mit Echolot. Ich bin mit Kathleen und der Kleinen im 17er gefahren und Scholle hat die anderen beiden im anderen Boot mitgenommen. Die Anfänger bekamen von Scholle und mir einen kurzen Crashkurs in Sachen Angeln und es konnte losgehen. Gina hat sofort ihren ersten Erfolg gehabt und die Makrelen haben ihre Angeln sofort zum beben gebracht. Danach genau das Gleiche bei Kathleen und so kam ich überhaupt nicht zum Angeln, denn die beiden hatten in Ihrem Leben noch nie einen Fisch vom Haken gemacht. Die Gefangenen Fische wurden zu Köderfischen degradiert und es ging an einige Plätze, die vielversprechend waren. Leider war ich so erschlagen, das wir frühzeitig abbrechen mussten, damit ich noch zu meinem verdienten Schlaf kam. So kamen an diesem Tag keine anderen Fische als Makrelen ins Boot. Scholle hatte da etwas mehr Glück und konnte gleich zwei, wenn auch kleine Lengs und 2 kleine Dorsche verhaften. Abends wurden die Lengs dann im Bierteigmantel gebraten und so ging der erste Tag mit guten Vorsätzen für den nächsten zu Ende.
Am nächsten morgen wurde ausreichend gefrühstückt und dann fix noch zum Landhandel gefahren, um Brot und Kartoffeln etc. zu holen und wir waren die ersten 400 Kronen los. Danach wurden wieder die Boote klar gemacht und es ging wieder raus. Diesmal ging es in die Nähe der Lachsfarm zwischen Hidra und Andabeloy. Ich hatte ziemlich schnell Glück und konnte einen kleineren Leng erbeuten. Auch Kathleen hatte einen schönen Biss und so drillte sie ihren ersten richtigen Fisch an die Oberfläche. Schon auf halbem Weg wollte sie aufgeben, weil sie die Kraft verlassen hatte. Typisch Frau, Lippenstift auftragen ist leichter. An der Oberfläche angekommen, erkannte ich einen schönen Schellfisch. Leider war sie so aufgeregt und hippelig, das sie ihn einfach so aus dem Wasser heben wollte um ihn nicht entkommen zu lassen. Dieser Fehler wurde auch sogleich bestraft und er schlitzte aus und war weg. Ein langes NNNEEEEEEIIIIIIINNNNN schallte durch den Fjord.;( Der nächste ging wieder auf mein Konto, wieder ein kleinerer Leng. Spätestens jetzt fingen meine beiden Mitfahrer an komisch zu gucken und wurden leicht böse. Aber von alleine springen einem die Fische nicht ins Boot und ich musste sie damit besänftigen, das sie sicher den nächsten Fangen, der dann bestimmt ein grösserer wird. Kaum ausgesprochen schrie Kathleen: "Schatz, hier zuppelt was..." und nach einem kurzen Anschlag konnte sie endlich ihren ersten Leng aus ca. 90 Metern landen. ;ooo; Gina kämpfte während dessen mit den Makrelen, um uns immer mit Ködern zu versorgen. Mittlerweile hatte sie gelernt, wie man einen Fisch vom Haken nimmt und tötet. Sie hatte nur einen Beifänger an der Angel, um uns nicht gleich mit Makrelen zuzuschütten, denn die standen dick gestaffelt von zwei bis zehn Metern unter dem Boot. Das nächste Highlight an diesem Tag war der spektakuläre Fang einer Möwe. Ich war grad damit beschäftigt meinen Pilker auszuwerfen, als Kathleen beschloss, mit dem etwas ausgelaugten Makrelenfetzen die Möwen zu füttern. Sogleich stürzte sich eine Möwe auf die Beute und segelte elegant in meine Schnur. Haltungsnote: 6,0. Sie war so eingedreht, das ich sie ins Boot holen musste, um sie zu befreien. Nur wie fasst man eine wütende Möwe am besten an?? :>> Kathleen war da voller Tatendrang und bekam sofort die Quittung in Form eines schönen Hackers. Aber wir konnten sie befreien und so flog sie etwas benommen und gerupft davon. Dann sind wir kurz rein gefahren um etwas zu essen und es danach auf der anderen Seite an der steilen Uferkante von Andabeloy zu versuchen. Das Ergebnis waren Rotbarsche und kleine Pollacks, die wieder releast wurden. Auf dem anderen Boot wurden von Scholle ein Leng und ein schöner Pollack gefangen. Es wurde den Abend bis 22.30 Uhr filetiert und eingefroren und danach noch ausgiebig zu Abend gegessen und dann mit WC (Whisky Cola) auf den nächsten Tag angestossen. Total geschafft fielen alle in die Betten und träumten von großen Fischen.
Der nächste Morgen begann etwas schleppend, nach dem Frühstück einen kurzen Anruf aus der Heimat um uns mitzuteilen, das dort grad Land unter war. An diesem Tag war das Wetter etwas bewölkt aber trocken und nicht kalt. Trotz allem wurde zur Sicherheit mal die Sonnencreme eingepackt, da wir alle schon eine Säufernase von der Sonne hatten. Wir waren um 11.30 Uhr recht spät auf dem Wasser, aber trotzdem konnten wir Pollack, vereinzelt Dorsch, Rotbarsch, natürlich Makrelen (die schon lästig wurden) und einen Katzenhai erbeuten. Danach wurde filetiert und eingefroren und Scholle und ich haben uns dann noch auf den Weg gemacht, um den See Trolldalsvalnet zu besichtigen. Es ist ein schöner, nicht grad kleiner Bergsee auf Andabeloy, der mitten in einem Wald versteckt liegt. Wunderschön... So ging auch dieser Tag zu Ende.
Am nächsten Tag, den 13. August, sind wir dann nach dem Frühstück mit dem Boot alle Mann nach Flekkefjord getukkert um dort die Geschäfte unsicher zu machen. Da grad der Sommerschlussverkauf war, war meine Dame nicht zu bremsen und mit dem beschäftigt, was sie sonst am besten kann. SHOPPEN! Die Kleine ist im Haus geblieben und hat mit gefrorenen Makrelen das filetieren geübt um sie anschliessend an die Fische zu verfüttern. Während die Frauen in den Läden die EC-Karten zum glühen brachten haben wir die Kanister für die Boote an der Shell-Tanke wieder voll gemacht und haben uns dann später in einem Cafe getroffen. Nur dort essen war nicht angebracht, denn die Preise waren schon recht extrem. Eine kleine Cola umgerechnet 3,50 Euro, eine kleine Pizza umgerechnet zwischen 18 und 25 Euro. Guten Appetit... Ich war noch fix in einem Angelladen, da von einer Boatsroute die Spitze den Geist aufgegeben hatte. Das Personal war super freundlich und hat den Schaden umgehend behoben. Im Bäcker wurde noch Brot und Kuchen gekauft und dann wurde das Boot gefüllt mit der Beute der Frauen. Shirts, Hosen, Andenken, Tücher etc. Nachdem wir dann im Haus waren wurde gegessen, Norwegischer Kuchen ist gewöhnungsbedürftig. Bäcker=marktlücke??? Um 16.30 Uhr ging es dann nochmal aufs Wasser und Scholle konnte zwischen den beiden Lachsfarmen im Stolsfjord dann einen super Seelachs (Köhler) von einem Meter und 10 Pfund dingfest machen. :} Wir in unserem Boot sind an diesem Abend leider leer ausgegangen. Kathleen und Gina hatten Depressionen. Dafür das wir hier eigentlich entspannen wollten, sind die beiden plötzlich ziemlich vernarrt aufs Wasser und die Fische. Was mich natürlich riesig freut. Am Abend gab es dann für jeden ein schönes Bauernfrühstück und eine gemütliche Runde bei Uzzo und Cola-Whiskey. Die Damen hatten Teatime. Gute Nacht.
14. August. Für Scholle und mich war die Nacht um fünf zu Ende. Ich dachte wir wollten Entspannen?? :? Aber diese Aktion sollte sich bezahlt machen, wir konnten 4 grosse Pollacks erbeuten. dann wollten wir weiter durch den Hidrasund Richtung Westseite Hidra. Aber als wir dann im Hidrasund waren zog mit einer atemberaubenden Geschwindikeit ein Gewitter auf, und wir mussten durch den schiffbaren Kanal auf Hidra um unter der Autobrücke Schutz zu suchen. Als das Unwetter eine kleine Pause eingelegt hatte, sind wir dann schnell zurück zur Hütte, von peitschendem Regen verfolgt. Und haben den Fang schnell verarbeitet um noch kurz zu ruhen und dann zu frühstücken. Danach wurde schnell das nötigste aus dem Landhandel geholt und dann haben wir nochmals unser Glück auf See versucht, da sich das Unwetter inzwischen in einen schönen Tag verwandelt hatte. Diesmal konnte ich die Westseite von Hidra anfahren und das Ergebnis waren zum Teil heftige Bisse, aber leider keine Fische. Immer wieder Aussteiger nach kurzem Drill. Schade. :( Wir sind hier bis zum frühen Abend geblieben, Ergebniss waren ein Pollack und viele zu kleine Fische, die wieder schwimmen durften. Scholle und seine Crew waren während dessen an der tiefsten Stelle im Süden gegenüber von Andabeloy und hatte einen sehr starken Biss, das die Rute sofort nach dem Biss nach unten gerissen wurde. Es war ihm möglich, nach einer Weile ca. 10 Meter Schnur zurück zu gewinnen, als mit einem Ruck das Vorfach gerissen ist sich dieser Fisch nicht gezeigt hat. Sehr schade, das war bestimmt ein Knaller.;( Zum Abendessen gab es dann Eintopf mit Wiener. Macht auch satt, denn die Fische waren ja im Wasser geblieben. In einer gemütlichen Runde haben wir den Abend ausklingen lassen.
15. August. Kathleen wacht morgens mit Magen-Darm Problemen auf und in der Nacht hat es gestürmt und geregnet, so dass der kleine Bach vor der Tür am Morgen plötzlich ein reissender Strom war. Peter und Waltraut gingen nach dem Frühstück spazieren, Kathleen lag mit Zwieback und Tee im Bett, Gina saß vor der Glotze und Scholle und ich sind zum ersten Mal alleine raus zum angeln. Nachdem auch hier beim pilken wieder eine Möwe gefangen wurde (was ist das bloss??) sind wir dann in eine geschützte Ecke vor einer Bucht Richtung Felkkefjord gefahren, denn die See war ziemlich aufgewühlt und ich konnte dann endlich einen schönen Leng von 10 Pfund mit Makrelenfetzen erbeuten. Der nächste liess aber nicht lange auf sich warten und ging Scholle an den Haken. Dann wieder ich und nochmal er. Das hat wirklich Spaß gemacht. Insgesamt kamen an diesem Abend dann 4 Leng ein Pollack in den Filetierraum. Nebenbei erwähnt, die Nematoden waren kaum in den Fischen, wirklich schöne saubere Filetstücke. Nur noch zwei Tage, dann gehts mit Wehmut Richtung Heimat. Abendessen und eine Mütze voll Schlaf...
Der 16. August war nun der letzte Tag auf Andabeloy. Beim Frühstück wurde geplant was an diesem Tag gemacht wird und die Entscheidung war eine Ausfahrt nach Farsund. Dort angekommen wurden nochmal die Läden in Augenschein genommen, dann etwas gegessen und dann haben wir die Reste eines Forts aus dem 2. Weltkrieg in Vigan besucht, das früher einmal Teil des Atlantikwalls gewesen ist. Diese Anlage ist ziemlich groß und einem ziemlich guten Zustand. Sie ist von Andabeloy aus gut zu erkennen. Die Rückfahrt hat sich dann etwas schwierig gestaltet, da wir nicht mehr wussten wo wir waren und so kamen wir viel zu spät nach Hause. Arne und Ingried haben sich schon Sorgen gemacht und wir mussten noch packen, die Boote reinigen und die Hütte in den Empfangszustand versetzen, was dann auch den Rest des Tages in Anspruch nahm. Etwas Schlaf brauchten wir auch noch alle denn am nächsten Morgen war um 4.30 Uhr aufstehen angesagt.
17. August, Tag der Abfahrt. Viel zu schnell war er da... Morgens haben sich alle aus dem Bett gequält, keiner wollte so Recht weg von diesem wundervollen Ort. Es wurde noch gefrühstückt und dann kam Arne schon um uns zu verabschieden, denn wir mussten die Fähre von Andabeloy nach Abelsnes rechtzeitig erwischen, um pünklich nach Kristiansand zu kommen, denn da wartete schon die Silvia Ana auf uns. Arne bekam zum Abschied ein Bild von diesem wunderbaren Haus, das schon in Deutschland vorbereitet und von allen unterschrieben wurde und einen edlen Tropfen, weil der Alkohol hier auch für die Heimischen ziemlich teuer ist. Für Arne ist dieses Jahr das letzte mit Deutschen Anglern, denn er hört auf zu vermieten und schenkt das Haus seinen Kindern. Schön für sie, schade für uns, denn hier wären wir wieder hergekommen. Und so verliessen wir Andabeloy und kamen ohne Probleme in Kristiansand an. Unterwegs nach Hirtshals kamen so starke Wellen auf, das in den Shops die Waren aus den Regalen geflogen sind und Waltraut die Toilette nicht mehr verlassen hatte. Allen anderen ging es gut und es kam bei dem Seegang richtig Spaß auf. Die Rückfahrt durch Dänemark bis in die Heimat lief wieder problemlos ab.
Hier angekommen merkt man doch sofort, wie schön es in Norge ist. Meine Familie hatte einen wunderbaren Urlaub und hat, zu meiner Freude, schon ohne mich beschlossen, das es im nächsten Jahr wieder ins heilige Land geht. Dann wohl etwas höher und mit der Fantasy über Oslo ans Wasser. ;ooo; Und wieder geht das Warten los...
Es war ein sehr schöner Urlaub und der Virus hat wieder zugeschlagen. Zwei Kranke mehr..., meine Frau spricht vom auswandern und die Kleine will im nächsten Jahr die Großen jagen. Ich kann es kaum erwarten...
Anbei noch ein paar Bilder... :]