Hallo Mucki,
hallo alle anderen,
die sich in den letzten Beiträgen zu meinen Argumenten geäußert haben.
Irgendwie scheine ich bei meinem Einwand zu den Zahlen des Osloer Fischereimuseums total missverstanden worden zu sein oder ich habe mich einfach nur blöd ausgedrückt.
Ich wollte von euch nur fachlich eine Antwort, weil ich mir die Umrechnung von den 220.000 angelnden Urlaubern, die pro Jahr 15.000t aus dem Meer ziehen, nicht erklären konnte, wo doch so viele Profis hier im Board davon schreiben, dass sie nicht oder selten an die festgesetzte Fangmenge von 25 kg herankommen. Sei´s drum.
Nun zu meiner Person:
Ich kann voll und gut mit den neuen Bestimmungen der Norweger zur festgesetzten Fangmenge leben und ich gehöre garantiert nicht zu der Sorte der Kühltruhenjäger, in deren Ecke mich manche, wenn ich ihre Äußerungen richtig interpretiere, stellen möchten. Ich möchte einfach jährlich einmal einen schönen Urlaub in diesem fantastischen Land genießen.
Wenn es anders wäre, hätte ich garantiert nach meinem ersten Aufenthalt in Farsund gesagt: „Einmal und nicht wieder!“ Aber so wurde ich genauso von diesem sonderbaren Virus erfasst, den hier in diesem Board wohl alle in sich haben.
Mucki, nun zu deinen Fragen zu unserem Lofotenaufenthalt: Wir waren im vergangenen August in Hamnoy und haben in den ersten fünf Tagen bei strahlendem Sonnenschein mehr mühsam, als erfolgreich so herumgestierlt, weil einfach wenig Fisch da war, so dass wir tatsächlich befürchteten, als Schneider nach Hause zu fahren. Am sechsten Tag schlug das Wetter um und wir überlegten uns schon, ob wir bei den Wellen überhaupt rausfahren sollten. Wir taten es, und plötzlich war der Seelachs da. Freunde, ihr könnt euch nicht vorstellen, was da los war. So etwas hatten auch meine Freunde, die schon 15 Jahre und länger nach Norwegen fahren, noch nie erlebt und werden es wohl auch nie wieder erleben.
Wie schon erwähnt, hatten wir unsere beiden Boote innerhalb von ein paar Stunden voll mit Fisch.
So und jetzt setzt mal nicht den Heiligenschein auf. Wer von euch hätte da mit dem Angeln aufgehört, wenn er fast bei jedem Wurf einen Seelachs zwischen 10 und 15kg oder sogar eine Doublette von zusammen 20 kg am Haken gehabt hätte. Wir taten es nicht, Schande über mich und meine gierigen Freunde! Es war tatsächlich so, dass jeder von uns an einem einzigen Tag die von Mucki errechnete Menge Filet erangelt hat, dafür aber in den fünf Tagen zuvor, die Filets fast zusammenkratzen musste. Nun sind wir wieder bei der oft diskutierten Frage: Was machst du, wenn dir so etwas am ersten oder zweiten Angeltag „passiert“? Die Situation hat sich einfach so ergeben, ohne Absicht als gebrandmarkter Tiefkühltruhenjäger nach Hause zu fahren. Übrigens Mucki: Der Tag nach unserem Großfangtag wurde zu einem, vorher nicht geplanten, Ganztagesausflug über die Lofoten genutzt. Schließlich brauchte unsere Tiefkühltruhe auch Zeit, um die gefangene Menge zu frosten. Der nächste halbe Tag war dann die ideale Gelegenheit um verschiedene Systeme oder Fangmethoden auszuprobieren, ohne große Absicht noch möglichst viel Beute zu machen und es wurden nur noch ein paar Kapitale mitgenommen. Dann war eh schon Aufräumen und Packen angesagt.
Zur restlichen Information: Heuer ist jeder von uns im April mit etwa 20 kg nach Hause gefahren und ich bin zufrieden, wenn es auch in den kommenden Jahren so läuft.
Was habe ich aus dieser Diskussion gelernt: Man muss sich hier im Board schon sehr vorsichtig äußern, will man nicht allzu schnell in eine bestimmte Ecke geschoben werden oder noch besser, man äußert sich gar nicht. Es war nie meine Absicht, das norwegische Gesetz zu kritisieren, im Gegenteil, ich kann gut damit leben.
hechtvogel