Angelplatz suchen

Manitu

Stammnaffe
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Sachsen / Weißwasser
Vielleicht könnten mir mal ein paar alte Füchse an Hand eines Beispiels (am besten Seekartenausschnitt) mal zeigen, wie sie vorgehen wenn sie in ein neues Angelgebiet kommen.
Mich intereesiert wie Ihr anhand der Seekarte eure favorisierten Angelstellen (Hotspots) aussucht. Warum diese Stelle? Welche Fischarten werden da erwartet? usw.
 
Hallo Manitu,

ich werde es zu vorgerückter Stunde mal versuchen meine Vorgehensweise zu beschreiben. In der Vorbereitung auf die Norgetour ist man an einem neuen Reiseziel erst mal der "blanke praktische Theoretiker". D.h. quäle Seekarten und bestimme an Hand des Tiefenreliefs erst mal meine "Hotspots", erste Wahl sind Unterwasserberge, differierende Tiefenlinien, Löcher etc. dann im NAF ;< fragen wer war schon mal in der Ecke, wo waren die damaligen Hotspots, gute Stellen bei Schlechtwetter von Land etc. naja das ganze Programm, dann vergleiche ich die erhaltenen Positionen und "verfeinere" diese auf die goldene Mitte sofern annähernde Gleichheit sein sollte, ich lege mir einen Driftkreis.

Aber, das ist Theorie, sobald ich auf dem Boot bin und fahre raus zum Angeln, bin ich erst ein Seemann dann ein "Sehmann" und dann wieder ein Seemann. Das heißt ich schau erst mal rum wo angeln die Einheimischen, wo liegen die kleinen Kutter und fischen und schreibe mir Uhrzeit und Windrichtung auf, denn die liegen da nicht umsonst zum Picknick, denn die kennen ihr Revier wie aus dem eff eff, kurz beobachten, sofern sie fangen,ist keine Schande sich daneben zu legen, die Schwärme sind groß genug. Das ist dann der praktische Teil der "theoretischen Vorbereitung". Nicht vergessen dabei GPS raus und Position drücken :D

Lange Rede kurzer Sinn, wichtig ist sich schon vorab mit dem "Kartenstudium" zu hause schon mit dem Gebiet zu befassen, so wie vorab gesagt, sollte keine einheimische Hilfe vorhanden sein, nehme bei gutem Wetter die entfernteste geeignete Stelle als erste in Angriff, lege die Route so das du mit der nächsten Stelle immer mehr in Richtung Heimat kommst, wenn nach 2Std. nichts beißt, fahr die nächste Stelle an, wenn es beißt Pos. speichern, Zeit notieren, in die Tidentabelle blicken, ist Flut oder Ebbe, so spätestens nach 2 Tagen weiß man dann ungefähr wie der Hase läuft. Beachte die Möwen, wo sie gebündelt auftreten ist Nahrung, wo kleine Fische sind da sind die Größeren und Großen auch nicht weit.

Ich denke mal die unerschöpflichsten Wissensquellen sind hier im NAF vertreten, da gibt es hier einige großartige Norwegenkenner.

Eifelshark ist mit seinen Seekarten und Positionen immer erste Wahl.

Aber bedenke immer eines, Sicherheit steht an erster Stelle, kein Fisch der Welt wiegt dein Leben auf.
 
Ich suche nach räumlich begrenzten Tiefenunterschieden. Diese sollten möglichst groß sein. Wichtig ist dazu die Untergrundangabe. So ist SL für Schlamm nicht zu empfehlen.
Uli
 
Was soll ich dazu noch sagen, der Carsten hat eigentlich alles gesagt. Eins sollte man noch ganz kurz anschneiden, man sollte auch auf der Karte sehen, was es für Boden Beschaffenheiten sind, Sand, Felsen oder Schlamm usw., dann kann man auch schon vorher bestimmen mit was für Fische man dort in etwa rechnen kann ;)
 
Ja rueganer hat es treffend geschildert.

Zu Hause, aber auch vor Ort ist das Kartenstudium das Non Plus Ultra.

Dann die Profis vor Ort beobachten. Wenn der rausfährt dann hat das seinen Grund, und der heißt in seltesten Fällen Schwiegermutter. Wenn er im Hafen bleibt dann ist es durchaus angebracht auch selbst im Hafen zu bleiben.

Wenn mehrere Gästeboote auf einem Haufen stehen bedeutet das nicht unbedingt das gefangen wird. Viele denken sich genau das und fahren hin um dann festzustellen das es eben nix wahr.

Die eigenen Spots, ob über Karte oder Fangergebnis gefunden, immer wieder anfahren. Wenn an einem Tag nix geht kann es am nächsten Tag DER Platz im ganzen Gebiet sein.

Grundbeschaffenheit feststellen, (steht meist in der Karte), man kann es auch mit dem Echolot feststelln, noch besser aber mit dem Pilker abklopfen. Man spürt es ob Schlamm, Sand oder Fels unten ist.

Steilabfälle auf der Karte suchen oder steile Felsen die aus dem Wasser aufragen. Eine Regel besagt: So wie der Landbereich aussieht, so sieht es meist auch unter Wasser aus.

Und eine goldene Regel für mich: glaube keinem Angler. Wenn sie Dir Auskunft geben stimmt es oft nicht.
Ich verlass mich lieber auf meine eigenen Erfahrungen, nehme die Berichte anderer zwar durchaus als Ausgangsposition, sortiere dann aber aus.


Und eines hab ich auch gelernt. Neben der Kenntnis von guten Plätzen ist eines am wichtigsten für den Erfolg. Nicht zuviel herumprobieren
Bei einem Köder, dem man aus den unterschiedlichsten Gründen vertraut, bleiben. Wenn, dann die Technik variieren. Nur wenn gar nichts geht mal den Köder wechseln.


In diesem Sinne.
 
Hallo!

Mache es wie Carsten! Habe jetzt schon die entsprechende(n) Seekarten mindestens zweimal in der Woche in der Hand.

Wir fahren jetzt zum drittenmal nach Kvenvaer(Hitra), da kennt man natürlich schon ein paar Stellen.
Aber ich habe jetzt ne Menge neue entdeckt.

Allein schon die Namen sagen vielleicht etwas aus: Seiskallen,Torskskallen (Dorschknallen :D ), Langskallen.
Spaß beiseite! Man erkundigt sich dann hier und da!
Und die Guides vor Ort wissen ja auch Bescheid.
Manche Stellen verraten sie aber auch nicht 8)
Das sind dann die Stellen, wo dann die fotogenen Fische in die Angelforen gestellt werden ;) .

Wie schon bemerkt wurde, sind die Untergründe wichtig.

Die Triftrichtung hat man schnell drauf.
Die ist meist stabil, so daß man die Stellen immer von der
gleichen Seite (nach zwei Triften versetzen) anfahren kann.

Ich richte mich auch wie Mucki meist nicht nach anderen Teams. Die wissen oft auch nicht mehr.

Vor allem denke eins: Auch hier gilt: der Weg ist ein Teil des Ziels. Gerade das Suchen und Wittern macht Spaß. Allderdings geb ich zu, nur wenn man hinterher Erfolg hat :D

Entschuldigung wenn ich zuviel gelabert hab!
Petri
Heinz Jürgen
 
Eben Seekartenstudium ist das wichtigste, dazugehört bei mir neben den typischen Stellen als wichtigstes die Bodenbeschaffenheit dazu. :}
Am Urlaubsort ist es wichtig mit offenen Ohren rumzulaufen. ;)
Verstehen kann ich die Spinner nicht die einen absichtlich in falsche Ecken schicken, Norwegen ist das falsche Land wo man jemanden den Fisch wegfangen kann. :D
Eine ganz wichtige Informationsquelle sind für mich die "Haspel-Jupps", wo die fischen ist fast immer Fisch. :}
 
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